Bedienkonzepte

Die seit Jahren kontinuierlich weiterentwickelte Oberfläche von XFCE folgt eher konventionellen Standards: Ähnlich wie bei Gnome 2.x finden Sie am oberen Bildschirmrand eine Panelleiste mit dem Startmenü sowie einem Logout-Dialog und dem Arbeitsflächenumschalter. Am unteren Bildschirmrand residiert mittig eine erweiterbare Dockleiste, die einige wichtige Applikationen beinhaltet und als Schnellstarter fungiert. Die Menüstruktur orientiert sich weitgehend an Gnome-Spezifikationen, kann jedoch insbesondere bei der Installation von KDE-Programmen unter XFCE auch abweichende Einträge enthalten. Freilich lässt sie sich ganz nach Geschmack konfigurieren.

Die Anpassung der Arbeitsoberfläche an Ihre Wünsche sowie auch einige Einstellungen zu hardwarespezifischen Optionen nehmen Sie bei XFCE unter Dreamlinux über den Settings Manager vor, den Sie im Eintrag Settings direkt unterhalb des Startmenüs finden. In diesem Menü tauchen zusätzlich eine stattliche Reihe weiterer einzelner Konfigurationsoptionen auf, die es im Settings Manager teilweise nicht gibt: Unter anderem nehmen Sie hier Einstellungen für eine angeschlossenen Webcam vor oder partitionieren die Festplatte mithilfe von Gparted (Abbildung 2).

Abbildung 2: Einstelloptionen zur Arbeitsoberfläche finden Sie im Settings Manager.

Um den zunächst zwar farblich ansprechenden, jedoch etwas bieder wirkenden Desktop von Dreamlinux aufzupeppen, aktivieren Sie unter XFCE diverse Schatten- und Transparenzeffekte aktivieren, die teilweise auch ohne explizite 3D-Hardware-Unterstützung arbeiten. Die Einstellmöglichkeiten dazu finden Sie im Menü Settings | Window Manager Tweaks im letzten Reiter Compositor. Diese Effekte arbeiten selbst auf einfachsten Grafikkarten und verleihen Ihrem Desktop gediegene Eleganz (Abbildung 3).

Abbildung 3: Schatten und Transparenz bietet XFCE von Haus aus.

Um die Farbgebung der Arbeitsoberfläche zu ändern, Icons anzupassen oder auch den Bildschirmhintergrund auszutauschen, stehen die Einträge Appearance und Desktop im Untermenü Settings bereit. Hier legen Sie auch das Design der Icons und die Systemschriften fest.

Gadgets, Widgets und Desklets

Die Oberfläche von XFCE beherrscht inzwischen auch das schwebende Anordnen kleiner Applikationen, die man je nach Gusto Gadgets, Widgets oder Desklets nennt. Dreamlinux bringt beispielsweise den Conky-Monitor mit, der im transparenten Modus wichtige Hardware-Statusdaten auf dem Bildschirm einblendet. Um Conky zu einzurichten, wechseln Sie in das Menü System und wählen dort den Eintrag Conky Monitor. Daraufhin versorgt das Tool Sie mit den wichtigsten Informationen zum Status des Systems.

Aufgrund der hohen Kompatibilität zu Gnome besteht für XFCE-Nutzer zudem die Option, für Gnome gedachte Gadgets zu nutzen. Um die kleinen Helferlein auf den Bildschirm zu holen, installieren Sie mit Synaptic bequem und schnell die Pakete gdesklets und google-gadgets-gtk. Die zahlreichen Abhängigkeiten löst der Paketmanager dabei automatisch auf. Sie finden anschließend im Untermenü Utilities den Eintrag gDesklets und im Untermenü Applications den Starter Google Gadgets (GTK). Mit der Google-Sidebar holen Sie sich zunächst eine Analoguhr sowie einen Nachrichtenticker auf das Display. Weitere Gadgets können Sie aus dem Internet nachladen, indem Sie mit einem Rechtsklick in die Sidebar ein Einstellungsmenü öffnen und hier die Schaltfläche Add Gadgets... oder Add an iGoogle Gadget auswählen.

Während sich die Anzahl der vorhandenen herkömmlichen Gadgets noch im Rahmen hält, stellt ein Klick zum Laden der iGadgets eine Verbindung zu den Google-Servern her, wo zahlreiche der kleinen Programme lagern. Vom Horoskop über kleine Spiele bis hin zum "Idiotentest" finden Sie hier viele Gimmicks, aber auch produktiv einsetzbare Helfer wie Wörterbücher oder Wettervorhersagen. Um ein iGadget zu aktivieren, ziehen Sie dessen URL lediglich in die dafür vorgesehene Eingabezeile im iGadget-Fenster. Um eines der Gnome-Desklets zu laden, öffnen Sie das entsprechende Auswahlfenster durch einen Klick auf den Starter gDesklets im Menü Utilities (Abbildung 4).

Abbildung 4: Auch XFCE kommt mit Gadgets bestens klar.

Nach Auswahl eines Gadgets können Sie dieses auf dem Bildschirm frei anordnen. Um die gDesklets bei jedem Systemstart automatisch zu aktivieren, fügen Sie unter XFCE einen Starteintrag im Untermenü Settings | Session and Startup hinzu. Nach Aktivierung dieses Eintrages mithilfe des davor zu setzenden Häkchens lädt das System die Desklets bei jedem Login oder Neustart (Abbildung 5).

Abbildung 5: Im Startup-Menü von XFCE verwalten Sie bequem die beim Systemstart zu ladenden Programme.

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