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© CLT 2012

Die Kraft des Kernels

Chemnitzer Linux-Tage 2012

22.02.2012
Auch dieses Jahr treffen sich Open-Source-Begeisterte wieder im knallorangen Hörsaalgebäude der TU Chemnitz zu den traditionellen Linux-Tagen. Unter dem Motto "Kernelkraft und erneuerbare Synergien" wartet wieder ein hochkarätiges Programm auf die Besucher.

Zu den absoluten Highlights der deutschen Linux-Community zählen die Chemnitzer Linux-Tage, die seit 1999 alljährlich an einem Wochenende im März in den Räumen der TU Chemnitz stattfinden. Die Chemnitzer Linux-Tage 2012 [1], die am 17. und 18. März stattfinden, stehen wie in den vergangenen Jahren schon auf einer breiten Basis: So beteiligen sich an der Organisation neben vielen Freiwilligen aus den Reihen der Studenten auch die Fakultät für Informatik, das Rechenzentrum der TU Chemnitz, die Chemnitzer Linux-Usergroup sowie der Individual Network Chemnitz e.V. Das Motto lautet dieses Jahr "Kernelkraft und erneuerbare Synergien".

Vorträge und Ausstellung

Das weitläufige Foyer des Hörsaalgebäudes wandelt sich auch dieses Jahr wieder in die Ausstellungsfläche Linux-Live. Dort zeigen mehr als 60 Projekte und kommerzielle Anbieter (siehe Tabelle "CLT 2012: Aussteller (Auswahl)"), wie sie mit Linux und Open-Source-Software arbeiten [2]. Hier bietet sich dem Besucher ein weites Feld für Fragen und Diskussionen rund um seine Lieblingsprojekte. Zu den vertretenen Distributionen zählen Debian, Fedora, FreeBSD, Mageia, NetBSD, OpenSuse, Pardus, ReactOS, Siduction sowie Skolelinux, und auch die Ubuntu-Community besetzt einen Stand. Zu den weiteren vertretenen prominenten Projekten und Gemeinschaften zählen CACert, Eisfair, Ffmpeg, die FSF Europe, Geany, LibreOffice, XFCE und PostgreSQL, um nur einige wenige zu nennen.

Das parallel laufende Vortragsprogramm [3] gliedert sich in in je sechs Tracks pro Tag – eine Übersicht dazu finden Sie auf der nebenstehenden Seite. Einen der Schwerpunkte dabei bildet der Kernel-Track, der über beide Veranstaltungstage läuft. Besonders freut sich das Organisationsteam über die Zusage von Stephen Rostedt: Der Verwalter des Ftrace-Projektes gibt in seinem Spezialgebiet sowohl als Vortragender als auch als Workshopleiter sein Wissen an das interessierte Publikum weiter. Mit zahlreichen Vorträgen und ebenfalls einem Workshop bildet das quelloffene Netzwerkdateisystem OpenAFS einen weiteren Schwerpunkt. Neben einem allgemeinen Überblick gewähren die Beiträge Einblicke in die Administration, Authentisierung oder das praxisnahe Aufsetzen einer eigenen AFS-Zelle. Daneben finden sich auch Themen, um die sich Techniker nicht vordergründig Gedanken. So erläutert der Rechtsanwalt Dr. Christian Klostermann beispielsweise, welche rechtlichen Bedingungen es bei der Programmierung für Smartphones zu beachten gilt. Ergänzend zu den Vorträgen gibt es einen Tagungsband, der die Folien und Papiere der Referenten zu einem handlichen Nachschlagewerk zusammenfasst.

Das Vortragsprogramm der Chemnitzer Linux-Tage 2012 (Stand 30.01.2012).

Im Einsteigerforum [4] richtet sich eine eigene Reihe von Vorträgen dabei explizit an Linux-Neulinge, um ihnen den Umgang mit dem freien Betriebssystem nahe zu bringen oder bei den nächsten Schritten nach der Installation zu helfen. Verständlich wird erklärt und diskutiert, vorgestellt und hinterfragt. Wie sich in den letzten Jahren immer wieder herausstellte, erfährt dabei auch so mancher alter Hase, der dem Einsteigerforum nur kurz einen Besuch abstatten wollte, noch Neues.

CLT 2012: Aussteller (Auswahl)

Distributionen Communtu, Debian, Fedora, Mageia, OpenSuse, Pardus, Siduction, Skolelinux
Freie OS FreeBSD, NetBSD, ReactOS
Communities Debianforum.de, Kubuntu-de.org, Ubuntu Community, X2Go-Community.org
Projekte Eisfair, Django, Ffmpeg, Fli4l, Freedroidz, FreeSwitch, Geany, Joomla, LibreOffice, OpenStreetMap, Oyranos CMS, Perl, Plone, TeX, X2Go, XFCE, Yacy, Zope
Organisationen BSDCertification, CACert, CCC Sachsen, Fortis Saxonia, FSF Europe, Leipzig Python User Group
Business Archivista, Icinga, KMUX, LSE LinOTP, OpenAttic, OpenITCockpit, PostgreSQL, Tine 2.0, Univention

Linux-Tage interaktiv

Wer von der Theorie in die Praxis wechseln möchte, klemmt seinen Laptop unter den Arm und nimmt an einem der angebotenen Workshops teil. Am mitgebrachten Rechner können Sie dann direkt ausprobieren, was der Referent erklärt. Aufgrund der beschränkten Platzanzahl ist es sehr zu empfehlen, sich bereits vorab anzumelden [5]. Die entsprechenden Formulare finden Sie auf der Beschreibungsseite des jeweiligen Workshops.

Falls Sie ein Problem mit Ihrem Linux-System haben, das Sie allein nicht lösen können, dann melden Sie Ihren "Patienten" doch einfach zu einer kostenlosen Behandlung in der Praxis von Dr. Tux an [6]. Bei einem individuellen Beratungstermin versuchen dort Linux-Experten mit Ihnen gemeinsam das Problem zu lösen. Daneben bekommen Sie in der Praxis bei Bedarf auch Hilfe bei der Erstinstallation eines neuen Linux-Systems.

In diesem Jahr können Sie wieder auf den Chemnitzer Linux-Tagen wieder zu vergünstigten Konditionen Zertifizierungsprüfungen des Linux Professional Institute [7] und von Typo3 [8] ablegen. Hier ist eine frühzeitige Anmeldung angesagt, da die Tests erfahrungsgemäß auf großes Interesse stoßen.

Daneben findet auf der CLT wieder eine Keysigning-Party statt. Wer beim gegenseitigen Austauschen der Schlüssel und Fingerprints dabei sein will, sollte am Samstagabend um 18:15 Uhr in der Mensa auflaufen und seinen Personalausweis oder Reisepass dabei haben [9].

Auch in diesem Jahr gibt es am Samstagabend wieder eine Führung durch den Chemnitzer Hochleistungs-Linux-Cluster CHiC [10]. Der Hightech-Leckerbissen [11] wartet mit 530 durch Infiniband verbundenen Knoten und einem Speicherkomplex von 60 TByte auf. Wer sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen will, das Projekt näher kennenzulernen und Fragen dazu zu stellen, der muss sich aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl im Verlauf des Samstags an der Information anmelden – first come, first serve.

Damit sich an den zwei Tagen nicht alles nur um die Technik dreht, haben die Veranstalter ein Rahmenprogramm organisiert. Noch am Freitagabend gibt es für die bereits angereisten Besucher auf dem Uni-Campus eine Opener-Party [12].

Schon traditionell lädt die Linux-Nacht am Samstagabend zum Kennenlernen und Kontakte knüpfen ein [13]. Als "Retro-Party" soll sie den Teilnehmern in diesem Jahr einen Blick in vergangene Tage ermöglichen. Wer sich noch dunkel, aber trotzdem gern an seine Zeit mit ASCII-Spielen und C64-Sound erinnern kann, der wird sich hier wohl fühlen. Die Linux-Nacht dient aber nicht allein der Unterhaltung der Gäste, sondern auch als Marktplatz: Hier kann man sich sowie die Zutaten und das Rezept eines geplanten oder laufenden Projekts in der Projekteküche vorstellen.

Anreise, Eintritt, Übernachtung

Die Chemnitzer Linux-Tage 2012 finden am 17. und 18. März 2012 im zentralen Hörsaal- und Seminar-Gebäude der Technischen Universität Chemnitz statt. Es befindet sich auf dem Campusgelände an der Reichenhainer Straße 90. Umfangreiche Informationen zur Anreise finden Sie auf der Website der CLT 2012 [14]. Ein besonderer Spaß ist die Anreise mit dem Linux-Bus [15] aus Berlin oder Düsseldorf.

Der Eintritt zu den CLT 2012 kostet 8 Euro, die Karte gilt für beide Veranstaltungstage. Sie entrichten den Einritt ohne Anmeldung direkt beim Besuch der Veranstaltung, ein Vorverkauf findet nicht statt. Für die Teilnahme an einem der Workshops fällt eine zusätzliche Teilnahmegebühr von 5 Euro an.

Als Übernachtungsmöglichkeiten [16] stehen Hotels, Pensionen und das bewährte Indoor-Camping – die Unterbringung in einer Turnhalle – zur Auswahl. Speisen und Getränke [17] kann man im Tagungsgebäude ganztägig zu günstigen Preisen erwerben. Auf die ganz kleinen Besucher wartet auch in diesem Jahr wieder das Kinderparadies [18] mit viel Spaß und Spiel.

Fazit

Wer Lust auf eine gut organisierte, Community-getriebene Linux-Veranstaltung hat, der sollte sich schon jetzt das zweite März-Wochenende im Kalender vormerken. Die Chemnitzer Linux-Tage bieten eine optimale Gelegenheit, sich kompakt über aktuelle Trends in der Open-Source-Szene zu informieren. 

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