Rasantes Flaggschiff

UMTS-WLAN-Router Huawei E586

Der chinesische IT-Hersteller Huawei hat sich mit innovativen Produkten rund um das mobile Internet auch hierzulande bereits einen Namen gemacht. Mit den UMTS-WLAN-Routern der Serie E5 bietet das Unternehmen schon seit geraumer Zeit eine ganze Familie von drahtlos kommunizierenden Routern für den Road Warrior an [1]. Mit dem E586 bringt der Konzern aus Shenzhen nun ein neues Flaggschiff auf den Markt, das manchen stationären WLAN-Router alt aussehen lässt.

Der E586, der in Deutschland bislang lediglich vereinzelt erhältlich ist, fällt auf den ersten Blick zwar durch eine elegante Oberseite aus schwarzem Klavierlack und eine silberfarbene Unterseite auf, hat jedoch ansonsten gegenüber dem älteren Modell E5832 weder an Größe noch an Gewicht zugelegt. Damit passt auch der E586 in jede Hosentasche und fällt kleiner und leichter aus als viele Smartphones (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Links der "alte" E5832 mit großem Spezialakku, rechts der neue E586.

Bei den inneren Werten gibt Huawei mit dem neuen Modell jedoch richtig Gas: Der Router arbeitet nun auf WLAN-Seite auch nach dem 802.11n-Standard und schafft damit eine Datentransferrate von maximal 300 Mbit/s, während der Vorgänger E5832 lediglich den 802.11g mit maximal 54 Mbit/s Datenübertragungsrate unterstützte. Auch beim Internet-Zugang des E586 legt Huawei nach: Nach HSDPA mit maximal 7,2 Mbit/s beim E5832 kommen Sie mit dem E586 nun auch mit HSPA+ und maximal 21,6 Mbit/s im Downstream ins Internet. Damit unterstützt der kleine Router die aktuellsten Mobilfunkstandards, wobei diese jedoch in Deutschland je nach Anbieter noch gar nicht flächendeckend verfügbar sind.

Wie der Vorgänger auch agiert der E586 für maximal fünf WLAN-Clients als Hotspot, so dass sich ein kleineres Heimnetzwerk komplett kabellos mit dem Router betreiben lässt.

Technische Daten

Hersteller Huawei (Shenzhen, VR China)
Produkt UMTS-WLAN-Router E586
Standards
WLAN IEEE 802.11b/g/n (WEP, WPA-PSK, WPA2-PSK)
WWAN 2G (GSM/GPRS/EDGE), 3G (UMTS/HSPA+/HSUPA/HSDPA)
Uplink max. 5,76 MBit/s (HSUPA)
Downlink max. 21,6 MBit/s (HSPA+)
Funktionen
Hotspot max. fünf Clients
Netzwerk Firewall, DHCP-Server, DNS-Relay, NAT
Anschlüsse Micro-USB
Extras MicroSD-Kartenslot (32 GByte)
Massenspeicher lokaler Zugriff auf die Daten einer optionalen MicroSD-Karte
Akku / Laufzeit
Akku 3,7 Volt, 1500 mAh (Li-Po)
Standby(1) 280 Stunden
Betrieb(1) 5 Stunden
Größe und Gewicht
Größe 95,5 x 48,6 x 14,1 Millimeter
Gewicht 80 Gramm
Preis
Straßenpreis(2) 120 bis 140 Euro
(1) Herstellerangabe / (2) Stand Ende Dezember 2012

Deutlich verbessert

Wir erhielten zum Test direkt aus Fernost einen brandneuen E586, der noch nicht für den deutschen Markt lokalisiert war – das äußerte sich jedoch lediglich in einem hierzulande nicht passenden Netzstecker sowie einer ausschließlich in englischer Sprache vorliegenden, bebilderten Kurzanleitung.

Huawei hat im Vergleich zum Vorgänger E5832 das Kabelmanagement beim E586 deutlich verbessert: So bringt das neue Modell nur noch ein USB-Kabel mit, an das sich auch das kleine Netzteil anstecken lässt, sodass Sie zur USB-Datenübertragung kein zusätzliches Kabel mehr mitnehmen müssen. Das Netzteil lässt sich aufgrund seiner flexiblen Eingangsspannungen weltweit betreiben.

Nach dem ersten Aufladen des Akkus fiel uns beim Einschalten des Gerätes auf, dass im Vergleich zum Vorgänger E5832 die Connect-Taste an der rechten Gehäuseseite wegfällt. Somit findet sich neben der Power-Taste nur noch eine WPS-Wippe als Bedienelement am E586. Unverändert geblieben ist die Abdeckung auf der linken Seite für eine MicroSD-Karte, mit deren Hilfe Sie den Router bei Bedarf auch zum mobilen Datenspeicher umfunktionieren. Die Tasten, ebenso wie die Abdeckung für die Speicherkarte, fallen größer aus als beim Vorgänger, was das Handling erleichtert. Zudem verfügen die Tasten nunmehr auch über einen definierten Druckpunkt und lassen somit sicherer bedienen.

Nach dem Einschalten begrüßt uns – wie beim E5832 – das OLED-Display mit einem freundlichen Willkommen. Nach der nur wenige Sekunden in Anspruch nehmenden anschließenden Initialisierung des Geräts fällt sofort auf, dass Huawei die Anzeigen des Displays komplett überarbeitet hat. Neben den bekannten Informationen zur Signalqualität und zum Übertragungsstandard, zu eingegangenen SMS, zur Internet-Verbindung und zur Anzahl der Clients im WLAN erscheinen nun unten mittig im Display auch die Sitzungszeit im Internet sowie das im Download übertragene Datenvolumen. Insbesondere Letzteres ist äußerst hilfreich, weil viele UMTS/HSPA-Tarife ein festes Datenkontingent aufweisen, nach dessen Überschreiten innerhalb eines definierten Zeitraumes der Provider die Transfergeschwindigkeit deutlich reduziert. Die neue Anzeige des E586 verschafft Ihnen stets den genauen Überblick, welches Datenvolumen Sie bereits genutzt haben.

Neue Oberfläche

Auch die Management-Oberfläche des E586 hat der Hersteller komplett überarbeitet und durch nützliche zusätzliche Optionen ergänzt. Wie bereits beim Vorgänger erreichen Sie die Konfigurationsmenüs des Gerätes durch Eingabe der IP-Adresse 192.168.1.1 oder von http://e5.home in einem beliebigen Webbrowser. Nach Eingabe des Passworts (in den Werkseinstellungen lautet es admin) erreichen Sie den geschützten Konfigurationsbereich (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Die Weboberfläche des E586 wirkt wesentlich frischer als beim Vorgänger.

Hier zeigt das Gerät in übersichtlicher tabellarischer Form die wichtigsten Daten zu den derzeitigen WWAN- und WLAN-Verbindungen. In blauer Schrift gehaltene und unterstrichene Optionen verzweigen dabei in detailliertere Einstellungsmenüs. Zwei blaue Schaltflächen ermöglichen zudem das Abschalten des WLANs sowie das Zurücksetzen der Verbindungshistorie. Im oberen Bereich des Bildschirms befinden sich rechts zudem einige Symbole, die Auskunft über den gegenwärtigen Betriebszustand des Huawei E586 geben. Diese Symbole zeigt der Router auch in ausgeloggtem Zustand an, sodass Sie bei Problemen auch ohne ein Anmelden an der Konfigurationsoberfläche sofort die wichtigsten Betriebsdaten des Routers überblicken. Sobald Sie mit dem Mauszeiger über die kleinen Piktogramme fahren, präsentiert der E586 zusätzlich in "Sprechblasen" nähere Informationen.

Sofern Sie einige Minuten eingeloggt ohne weitere Aktivitäten in den Einstellungsmenüs verweilen, meldet die Konfigurationssoftware Sie automatisch wieder ab – ein äußerst sinnvolles Sicherheitsfeature.

In eingeloggtem Zustand finden Sie oben links im Hauptbildschirm zusätzlich eine Menüzeile mit den drei Einträgen Connection, SMS und Settings. Während die Schaltfläche Connection aus einem Untermenü zurück in den Hauptbildschirm mit der Verbindungsübersicht verzweigt, geleitet Sie ein Klick auf den Button SMS in ein entsprechendes Untermenü, in dem Sie empfangene SMS einsehen und bearbeiten oder auch neue SMS schreiben sowie versenden. Sogar das Speichern von Entwürfen ist hier möglich. Die einzelnen Funktionen erreichen Sie dabei über vier Schaltflächen links im Fenster.

Zu den für den Router relevanten Konfigurationsmöglichkeiten gelangen Sie durch einen Klick auf die Schaltfläche Settings links oben im Hauptfenster. Das sich öffnenden Konfigurationsfenster präsentiert die Einstelloptionen in sechs Gruppen, die Sie über entsprechende Schaltflächen links im Fenster erreichen. Der Assistent Quick Setup geleitet weniger erfahrene Nutzer dabei in sechs Schritten durch die Einrichtungsroutine, während die beiden Schaltflächen Dial-up und WLAN jeweils die nötigen Grundeinstellungen für das WWAN und das drahtlose Intranet gestatten. Die Einstellungen zum DHCP-Server, der auf dem Router ebenfalls standardseitig aktiviert ist, finden Sie im gleichnamigen Untermenü.

Die beiden Gruppen Security und System bedienen die Ansprüche fortgeschrittener Anwender. Im Untermenü Security lassen sich in wenigen Schritten wichtige Sicherheitseinstellungen vornehmen. Hier aktivieren Sie nicht nur die Firewall per Mausklick, sondern regeln zusätzlich durch IP-Adressen-, Port- und Protokollfilter den Zugriff der LAN-Clients ins Internet sehr detailliert. Auch einen Filter für MAC-Adressen bietet der E586 an.

Zusätzlich erlaubt es der Router, virtuelle Server im LAN einzurichten, sodass Anwender von außen auf dessen Dienste zugreifen können. Dabei ist es möglich, FTP- oder auch Webserver auf einem beliebigen Port zu konfigurieren. Hierzu definieren Sie lediglich die entsprechenden IP-Adressen und Ports, um einen Zugriff von außen zu gestatten.

Durch weitere nützliche Details, wie die Konfiguration des Routers zum Aufbau eines DMZ-Hosts oder spezielle Port-Forwarding-Einstellungen, lassen sich zudem auch anwendungsspezifische Anforderungen erfüllen. So kommen auch Nutzer von Online-Spielen, die einen definierten Port nutzen, oder Anwender von VoIP-Applikationen auf ihre Kosten.

Downgrade

Abgerüstet hat Huawei den E586 im Vergleich zum Vorgänger bei der Funktionalität der MicroSD-Speicherkarte. Zwar unterstützt auch das aktuelle Modell wieder wie bisher Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu 32 GByte problemlos, jedoch gibt es im Administrationsmenü keine Möglichkeit mehr, die Daten der Speicherkarte allen WLAN-Clients verfügbar zu machen. Die Speicherkarte lässt sich vielmehr derzeit nur noch über den vorhandenen USB-Anschluss direkt und kabelgebunden als Massenspeicher ansprechen.

Bereits beim Vorgänger E5832 war der Funktionsumfang bei der Nutzung der Speicherkarte über das WLAN jedoch sehr eingeschränkt [2], sodass der komplette Wegfall dieser bislang recht holprig verwendbaren Option kein großes Manko darstellt. Es empfiehlt sich allerdings in diesem Kontext, des öfteren die englischsprachigen Webseiten des Herstellers [3] nach neuen Firmware-Versionen für den E586 zu durchsuchen, da die Nutzung der Speicherkarte im WLAN unter Umständen in einer neuen Firmware-Version wieder implementiert wird.

Hilfe

Der E586 bietet von Haus eine umfangreiche und bei Unklarheiten sehr nützliche Hilfe (Abbildung 3). Nach Anklicken der Help-Schaltfläche, die sich in allen Menüs oben rechts befindet, öffnet sich das entsprechende Fenster. Dort finden sich linkerhand große Buttons, die in themenspezifische Untermenüs verzweigen. Hier erhalten Sie jeweils eine detaillierte Anleitung, wie Sie die fraglichen Funktionen einrichten und aktivieren. Durch einen Klick auf die Schaltfläche Parent topic: User Guide gelangen Sie aus den unterschiedlichen Untermenüs wieder zurück auf die Hauptseite. Da die Hilfe das gesamte Funktionsspektrum des Routers auf anschauliche und praxisnahe Weise abbildet, lässt sich auf eine gedruckte Dokumentation getrost verzichten.

Abbildung 3

Abbildung 3: Die Hilfefunktion ist sehr ausführlich und einfach nachvollziehbar gestaltet.

In der Praxis

Im praktischen Einsatz konnte der E586 wie auch bereits sein Vorgänger vollkommen überzeugen. Im Vergleich zum E5832 erreicht der E586 insbesondere bei der Signalqualität deutlich bessere Übertragungswerte und eine signifikant bessere Reichweite, auch beim Nutzen der älteren 802.11b/g-Standards: Durchschnittlich erreicht das Gerät eine Signalqualität von über 80 Prozent. Diese Verbesserung erzielen das Gerät vor allem durch die eingebauten sogenannten High-Gain-Antennen. Aufgrund der hohen konstanten Leistung eignet sich der Router daher auch für Anwendungen, die reichlich Daten generieren, wie etwa beim Betrieb mehrerer hochauflösender Videokameras.

Auch die Akkuleistung des E586 kann überzeugen. So erreichte das Gerät im Test jeweils knapp fünf Stunden Akkulaufzeit, bevor es neu geladen werden musste. Diese Laufzeitverlängerung ist unterschiedlichen Stromsparmechanismen geschuldet, die Huawei beim E586 neu eingeführt hat: So dunkelt sich das OLED-Display jetzt bereits nach wenigen Sekunden Anzeige der aktuellen Betriebsparameter ab, den Internet-Zugang schaltet der Router bei längerer Nichtbenutzung ab. Bei der erneuten Verbindungsaufnahme dauert es daher wenige Sekunden, bis Sie wieder online sind. Zusätzlich leuchtet das Display bei Zuschalten neuer WLAN-Clients nicht mehr auf und bleibt auch bei geringer Akkukapazität ausgeschaltet, was den Energiebedarf weiter senkt. Genügen Ihnen knapp fünf Stunden Akkulaufzeit nicht, dann greifen Sie zu zusätzlichen hochkapazitativen Akkus aus dem Zubehörmarkt: Sie sollen laut Hersteller deutlich mehr als zehn Stunden Dauerbetrieb ermöglichen, bevor der Router wieder an die Steckdose muss.

Fazit

Wie bereits sein Vorgänger E5832 überzeugt auch der Huawei E586 rundum. Der UMTS-WLAN-Router bietet durch die Unterstützung der aktuellen Standards HSPA+ im WWAN und 802.11b/g/n im WLAN eine ausgezeichnete Zukunftssicherheit. Aufgrund der vielen Zusatzfunktionen und der Implementation ausgeklügelter Sicherheitsfeatures macht das Gerät mühelos auch in einem kleinen Heimnetzwerk eine gute Figur.

Auch das Leistungsverhalten im Betrieb wirkt beeindruckend: Hohe Datenübertragungsraten bei gleichzeitig ausgezeichneter Verbindungsstabilität und im Vergleich zum Vorgänger sowie anderen 3G-Geräten sehr kurze Ping- und Latenzzeiten sorgen dafür, dass Verbindungsabbrüche sowie Hänger beim Surfen im Internet der Vergangenheit angehören. Dabei ist der E586 dank sinnvoller Voreinstellungen, einer automatischen APN-Erkennung und der intuitiv zu bedienenden Verwaltungsoberfläche auch für Netzwerk-Laien einfach zu konfigurieren.

Ergeben sich trotzdem einmal Fragen, so erhalten Sie in den meisten Fällen in den übersichtlichen Hilfe-Fenstern eine zufriedenstellende Antwort. Zu guter Letzt bieten sowohl Huawei selbst als auch einige Drittanbieter inzwischen für die äußerst beliebten Router sinnvolles Zubehör an, mit denen der E586 in jeder Situation Freude macht, wie etwa eine Docking-Station [4] für den stationären Betrieb oder Zusatzakkus [5]

Infos

[1] Huawei "Mobile Wi-Fi": http://tinyurl.com/lu0212-huawei-mwifi

[2] Test Huawei E5832: Erik Bärwaldt, "Mobiler Hotspot", LU 02/2011, S. 80, http://www.linux-community.de/22441

[3] Huawei-Support: http://www.huawei.com/en/

[4] Huawei-Zubehör: http://tinyurl.com/lu0212-huawei-zubehoer

[5] 3900-mAh-Akku: http://tinyurl.com/lu0212-extended-akku

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