Ushare: Clients

Beim Zusammenspiel von Ushare mit den bereits im Wechselspiel mit Rygel getesteten Clients zeigt sich, wie unterschiedlich die Fähigkeiten von UPnP-Servern ausfallen können.

Der VLC-Client beispielsweise funktionierte unter Ubuntu 11.04 und 11.10 zusammen mit Ushare plötzlich nahezu tadellos – lediglich Bilder zeigte er nicht an, aber das können auch die anderen Clients nicht. Seine UPnP-Fähigkeiten versteckt VLC allerdings etwas verschämt. Um sie zu aktivieren, drücken Sie nach dem Start der Anwendung [L], um die Wiedergabeliste aufzurufen, wählen links Lokales Netzwerk und darunter Universal Plug&Play. Rechts erscheinen dann die Freigaben von Ushare (Abbildung 8).

Abbildung 8: Ästhetisch hat die VLC-Standardoberfläche nichts zu bieten, spielt aber die von Ushare angebotenen Audio- und Videodateien ohne zu meckern ab.

Auch bei XBMC ließen sich Änderungen beobachten: Die Version unter Ubuntu 11.10 stürzte weiterhin ab (was an den proprietären Treibern lag), zeigte nach wie vor keine Bilder an, spielte nun aber Musik ohne auffällige Pausen ab. Auch die MOV-Datei, die Rygel offenbar nicht ausliefern konnte, tauchte nun problemlos im XBMC von 11.04 auf. Zudem spielte XBMC hier die Dateien von Ushare mit einer deutlich geringeren Verzögerung ab, die bei 10 bis 15 Sekunden pro Song lag.

Die Totem-Version unter Ubuntu 11.10 erkannte das Coherence-Plugin nicht, und so blieb der Player hier außen vor. Unter Ubuntu 11.04 dagegen spielte Totem Musikstücke fast ohne Hänger ab und schien sich generell mit Ushare bestens zu verstehen. So erkannte es die MOV-Datei und gab sie wieder, auch MPEG-4-Dateien liefen problemlos.

Die sonst vorbildliche Android-App UPnPlay patzte hier beim Abspielen der Videos: Sie erkannte ein Flash-Video gar nicht und versuchte zwei andere Videos mit dem Audioplayer abzuspielen. Das gelang zwar, ist aber nicht Sinn der Sache. Lediglich eine MOV-Datei erkannte UPnPlay als Video, spielte sie aber nicht ab. Bilder und Musik verarbeitete die Android-App im Zusammenspiel mit Ushare hingegen korrekt.

Mediatomb: Server

Mediatomb [9] bringt als einziger der drei Server im Test eine browserbasierte Oberfläche mit und lässt sich auf diese Weise recht komfortabel bedienen. Mediatomb hängt sich als Dienst im System ein und startet auch automatisch, wenn Sie den Rechner neu booten. Um Mediatomb später komplett zu beenden, genügt es auch nicht, den Browser mit dem Interface zu schließen: Sie müssen den zugehörigen Dienst mittels sudo service mediatomb stop explizit beenden.

Allerdings bietet der Server die Dateien erst dann im LAN an, wenn Sie mediatomb explizit aufrufen. Erst bei dieser Gelegenheit startet die Software auch die webbasierte Oberfläche an, die entsprechende URL findet sich in der Kommandozeilenausgabe (Abbildung 9). Übersehen Sie diesen Zwischenschritt, erhalten Sie im Browser lediglich die Meldung MediaTomb UI is disabled. Check your configuration.

Abbildung 9: Nach dem Start über die Kommandozeile zeigt Mediatomb eine URL an, die Sie in den Browser eingeben, um das Web-Interface zu erreichen.

Um die Ordner freizugeben, die Sie veröffentlichen wollen, klicken Sie im Browser-Interface von Mediatomb auf Filesystem und suchen dann die entsprechenden Verzeichnisse heraus, deren Inhalte im rechten Bereich des Fensters erscheinen (Abbildung 10). Wollen Sie ein komplettes Verzeichnis indizieren, klicken Sie rechts oben neben dem Verzeichnisnamen auf das Pluszeichen.

Soll Mediatomb den Ordner regelmäßig auf neuen Dateien hin abklopfen, verwenden Sie das Symbol mit den zwei kreisförmigen Pfeilen. Einzelne Dateien ergänzen Sie hingegen über die Pluszeichen rechts daneben – mehr gibt die Oberfläche auch nicht her. Klicken Sie anschließend auf Database, so erscheinen dort die gerade gewählten Dateien und Ordner. Auch hier finden Sie rechts oben hilfreiche Symbole, die diesmal jedoch dabei helfen, die Medien wieder zu entfernen.

Abbildung 10: In Mediatomb verwalten Sie die Freigaben bequem in einem Browser-Interface.

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