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Lenovo Thinkpad Tablet im Test

Praxiseinsatz

Im praktischen Einsatz kann das Thinkpad-Tablet nicht uneingeschränkt überzeugen. So fällt es durch eine gewisse Lethargie im Betrieb auf: Beim Hochfahren braucht der Tegra-2-Prozessor gut eine Minute, um "Honeycomb" startklar zu machen – das schafft auch ein acht Jahre alter Pentium-III-Prozessor mit einem Mainstream-Linux-System. Die Stiftbedienung funktionierte tadellos, während das System auf Eingaben per Fingerdruck teilweise nicht oder nur nach mehrfachem Antippen reagierte. Im Einsatz mit der Tastatur zeigte sich, dass der neu konstruierte Trackpoint im Vergleich zu den Trackpoints der Notebooks von Lenovo sehr gewöhnungsbedürftig ist. Während die herkömmlichen Trackpoints drucksensitiv arbeiten, muss man beim Thinkpad-Tablet der Finger ohne jeden Druck führen, was gelegentlich in einer ungenauen und ruckartigen Steuerung des Mauszeigers resultiert. Wer häufig zwischen einem herkömmlichen Thinkpad-Notebook und dem Tablet wechselt, sollte eine Gewöhnungsphase mit einplanen. Beim Testgerät stach zudem die Leistung des WLAN-Moduls negativ ins Auge: Dieses zeigte nicht nur eine relativ schwache Sende- und Empfangsleistung, sondern wollte auch beim Streamen von hochauflösenden Videos partout nicht mehr als 54 Mbit/s an Daten übertragen.

Softwareseitig hat Lenovo bereits eine große Anzahl an nützlichen Apps vorinstalliert, so unter anderem Firefox, Amazon Kindle, AccuWeather, ArcSync, Benutzerhandbücher in englischer und deutscher Sprache, Docs To Go, Notes Mobile, PrinterShare, den Adobe Flash Player sowie diverse Messaging- und Mail-Applikationen, sodass Sie mit dem Gerät sofort arbeiten können. Der Lenovo App-Shop ebenso wie der Android-Market bieten zudem ein großes Angebot weiterer Programme.

Insbesondere empfehlen sich hier die Sprachausgabe Text2Speech und MyScript Stylus Mobile zur Handschriftenerkennung. Außerdem sollten Sie die Computrace-Funktion aktivieren, die in Kombination mit der Geräte-Firmware im Fall eines Diebstahls den Zugriff auf das Gerät aus der Ferne gewährleistet. Sie schalten diese Sicherheitsfunktion im Menü Einstellungen | Standort & Sicherheit | Absolute Software Persistenz | Status setzen ein. Ärgerlich ist die teilweise unvollständige deutsche Lokalisierung des Betriebssystems: Insbesondere in verschiedenen Einstellungsmenüs tauchen immer wieder Optionen in französischer Sprache auf. Hier hätte eine sorgfältigere Anpassung dem Anspruch, ein Tablet für Business-Kunden zu liefern, besser Genüge geleistet. Trotzdem lässt sich das System auch aufgrund der einfachen und übersichtlichen Einstellungsmenüs leicht konfigurieren (Abbildung 4).

Abbildung 4

Abbildung 4: Die Einstellungsmenüs fallen beim Lenovo-Tablet sehr übersichtlich aus.

Bei der Akku-Laufzeit gibt es keinen Grund zur Klage: Obwohl es sich um einen relativ kleinen Zweizeller handelt, arbeitete das Thinkpad-Tablet im Test mit einer Akkuladung tatsächlich acht Stunden im Dauerbetrieb. Diese lange Laufzeit dürfte wesentlich der CPU zu verdanken sein, die variabel bis auf etwa 250 MHz heruntertaktet.

Beim Surfen im Internet ebenso wie beim Ansehen von Videos gibt sich das Lenovo Tablet keine Blöße. Filme zeigt es ruckelfrei an, und auch das Scrollen auf umfangreichen Webseiten geschieht ohne Hänger. Im Test gelegentlich auftretende Verbindungsschwächen beim Internet-Zugang über UMTS waren Netzproblemen geschuldet und können somit je nach Standort variieren.

Fazit

Das Lenovo Thinkpad-Tablet macht insgesamt einen ausgewogenen und zielgruppenorientierten Eindruck. Die Hardware des Gerätes entspricht dem aktuellen Standard und lässt sich aufgrund der vielen Anschlussmöglichkeiten im Vergleich zu den meisten Mitbewerbern flexibler einsetzen. Ein besonderes Highlight stellt das große und leuchtstarke IPS-Display dar, das sich auch unter ungünstigen Lichtbedingungen noch nutzen lässt. Verarbeitung und Haptik des Gerätes geben keinerlei Anlass zur Kritik, und auch die interessanten Optionen machen das Tablet fast schon zu einem vollwertigen Subnotebook. Weniger erfreulich sind die unvollständige deutsche Lokalisierung des Betriebssystems sowie dessen ungenügende Abstimmung auf die Hardware, was zu teilweise deutlich spürbaren Hängern beim Arbeiten mit dem Gerät führt. Für Anwender, die ein überdurchschnittliches Tablet suchen und sich gleichzeitig Aufrüstoptionen offenhalten wollen, stellt das Lenovo Thinkpad-Tablet auch dank des attraktiven Preises die erste Wahl dar. 

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LinuxUser 05/2014

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