Energieverbrauch

Mit das leidigste Thema bei allen Mobilgeräten stellt die Akkulaufzeit dar. Anders als bei den kompakten Smartphones verbauen die Hersteller in den Tablets vergleichsweise leistungsstarke Akkus.

Allerdings schweigt sich Archos über die Kapazität des verbauten Energiespeichers vornehm aus. Pearl attestiert seinem Tablet in der Produktbeschreibung einen Dual-Core-Akku mit 7,4 Volt Spannung und 2000 mAh Kapazität, was eine 4000-mAh-Akku entsprechen soll. Coby gibt die Kapazität des Akkus ebenfalls mit 4000 mAh an. Die Energiespeicher sind in allen Geräten fest verbaut und lassen sich nicht austauschen, was die Haltbarkeit der Tablets bei häufiger Nutzung auf zwei bis maximal drei Jahre reduziert, da danach die Kapazität der Akkus heutiger Bauart rapide nachlässt.

Sowohl das Kyros- als auch das Pearl-Tablet verwirren bei den Tests mit nicht nachvollziehbaren Werten für den Energieverbrauch, weswegen wir diese Disziplin nicht bewerteten. Beispielsweise signalisierte die Ladestandsanzeige des Kyros im Leistungstest einen Energiezuwachs im Akku und sackte nach dem Ende des Tests abrupt beinahe auf Null ab. Zudem registriert das Coby-Tablet zuweilen weder, dass man es ans Ladegerät ansteckt, noch, dass man es wieder davon trennt. Erst ein Reboot behob im Test jeweils das Problem.

Ein ähnliches Spiel zeigte sich beim Pearl-Tablet, dessen angezeigter Ladestand nach dem Anstecken ans Ladegerät unvermittelt von fast leer auf 80 Prozent wechselte, nach dem Abstecken aber wieder auf fast Null zurückfiel. Darüber hinaus war es beim X7G nicht möglich, die Leistungsaufnahme im Leerlauf akkurat zu messen, da es nach etwa 30 Minuten im Standby abstürzt. Damit geht einher, dass sich häufig Datum- und Systemzeit verstellen. Zum Leben erwecken lässt sich das Gerät nach einem Crash ausschließlich über den versenkten Reset-Knopf links neben dem Ein/Aus-Schalter – die umgebogene Büroklammer wird entsprechend zum ständigen Begleiter.

Einzig das Archos-Tablet liefert verlässliche und nachvollziehbare Werte über seinen Energiebedarf. So verbraucht es beispielsweise bei den Spielen Jewels Deluxe [6] und AirAttack HD etwa 20 Prozent der Akkuleistung pro Stunde. Beinahe die gleiche Energie benötigt die Video-Wiedergabe mit 22 Prozent pro Stunde. Mit voller Ladung spielt der Flachmann entsprechend auch Filme in epische Länge problemlos bis zum Ende ab, wie etwa "Ben Hur" oder "Herr der Ringe".

Im Standby verbraucht das Archos in 24 Stunden etwa 15 Prozent der Akkukapazität. Allerdings bietet es in den Einstellungen unter Über das Tablet | Energieverwaltung den Schalter Tiefschlaf an. Aktiviert man diesen, sinkt der Energiebedarf im Standby auf etwa 2 bis 4 Prozent je 24 Stunden. Allerdings lässt sich das Gerät in diesem Zustand ausschließlich vom Nutzer wieder aktivieren, nicht jedoch von Apps wie etwa einem Wecker.

Bei allen Geräten dauert das Wiederaufladen eines komplett geleerten Akkus am mitgelieferten Ladegerät rund zwei Stunden. Anders als die Konkurrenz lädt das Archos-Tablet allerdings über die Micro-USB-Schnittstelle und ist damit zum einen mit allen handelsüblichen Smartphone-Ladegeräten kompatibel. Zum anderen klappt auch das Laden via PC, das jedoch ungefähr drei Mal so lange dauert.

Software

Wie erwähnt setzen die Tablets von Pearl und Coby auf Android 2.3 als Betriebssystem, lediglich Archos spendiert seinem Gerät Android 3.2. Was sich eher nebensächlich anhört, entpuppt sich im täglichen Leben als elementar: Im Gegensatz zum 2er-Entwicklungsstrang wurde Android 3.x speziell für den Einsatz auf Tablets optimiert. Pearl verspricht zwar in seiner Produktbeschreibung "Optimiert für Android 3.0" – nur ob, und wenn ja, wann eine Aktualisierung auf das neue System tatsächlich stattfindet, bleibt offen.

Dafür bietet der Discounter aber Updates in Form von Fehlerbereinigungen zum Download [7] an, deren Installation jedoch alles andere als trivial ausfällt. Welche Schritte es dabei zu beachten gilt, erklärt das im Download-Archiv enthaltene PDF-Dokument. Den wichtigsten Fehler, nämlich die regelmäßigen Systemabstürze im Standby-Mode, behob jedoch auch das aktuelle Update nicht.

Wie es richtig geht, zeigt Archos: Das 80 G9 prüft bei bestehender Internet-Verbindung regelmäßig, ob auf den Servern Aktualisierungen bereitstehen, und zeigt diese im System-Tray an. Hier genügt es, auf das entsprechende Icon zu klicken, um den Download und die anschließende Installation zu starten. Ein Neustart komplettiert die Aktualisierung.

Mau sieht es in dieser Hinsicht bei Coby aus: Der Anbieter stellt für sein Tablet keinerlei Updates in Aussicht. Auch bringt das Kyros als einziges Gerät im Testfeld die Google-Tools nicht mit. Entsprechend fehlen unter anderem Google Mail, Google Maps, Kalender, Kontakte, die Picasa-Integration in der Galerie und der Market – letztendlich vieles von dem, was Android so attraktiv macht. Den Market erstetzt der Hersteller durch die AppsLib (Abbildung 4), die zwar einige, jedoch bei weitem nicht alle Apps aus dem Android-Market bereitstellt.

Abbildung 4: Da dem Coby-Tablet die Google-Tools fehlen, besitzt es auch keinen Market. Das soll die AppsLib kompensieren, die jedoch bei weitem nicht so viel Software bietet wie das Google-Original.

Mager sieht es auch mit vorinstallierten Apps aus. Außer dem E-Book-Reader/Shop Aldiko hat das Tablet nicht viel zu bieten. Ähnlich puristisch zeigt sich das Pearl-Tablet, das abgesehen vom ES Datei Explorer ausschließlich die Standard-Apps von Android bietet – allerdings auch die von Google.

Auch das Archos-Tablet bringt nur wenige Zusatz-Apps mit. Eines davon ist Archos Remote, das es gestattet, das Tablet über eine Fernbedienungs-App auf einem anderen Android-Gerät fernzusteuern. Allerdings hat der Französische Hersteller seine Multimediaplayer gehörig aufgebohrt. Sowohl der Audio- als auch der Video-Player (Abbildung 5) geben auch Netzwerkstreams via SMB und DLNA wieder – eine Fähigkeit, die den Konkurrenten fehlt. Darüber hinaus stellt das Archos-Tablet eine App namens Media Server bereit, die es erlaubt, auf dem Gerät gespeicherte Musik, Filme und Bilder via DLNA im Netz freizugeben. Zum Nachbearbeiten vom Filmen steht daneben die App Video Studio zum Einsatz bereit.

Abbildung 5: Der Videoplayer im Archos-Tablet gibt nicht nur lokal gespeicherte Filme wieder, sondern auch über DLNA oder SMB freigegebene.

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