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Gewagter Sprung

Design-Ziele und Probleme in Gnome 3.0

Unter der Lupe

Die Gnome-Shell, das zentrale Element des neuen Desktop-Konzepts, tritt im Normalbetrieb als schwarze Leiste am oberen Bildschirmrand in Erscheinung und entfaltet sich zu ihrer vollen Größe, sobald Sie mit dem Mauszeiger in die linke obere Ecke fahren. Alternativ klicken Sie auf Aktivitäten links oben oder aktivieren die Gnome-Shell mit Hilfe der Super-Taste (meist die linke Windows-Taste) oder über [Alt]+[F1].

Bei aktiver Gnome-Shell erscheint am linken Rand das Dash, ein Schnellstart-Bereich, und am rechten Bildschirmrand prangt ein Arbeitsflächen-Umschalter. Am oberen Bildschirmrand residieren vorerst nur die zwei Einträge Fenster und Anwendungen, mit denen Sie zwischen zwei speziellen Ansichten umschalten: Die Fenster-Ansicht präsentiert in der Mitte des Bildschirms sämtliche Fenster der aktiven Arbeitsfläche neben- und untereinander, die Ansicht Anwendungen dient zum Starten von Applikationen (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Zentrales Element der neuen Architektur ist die Gnome-Shell, derzeit mit einer Fenster- und einer Anwendungsansicht.

Für eine der kommenden Versionen planen die Entwickler außerdem die Journal-Ansicht als Quasi-Frontend zum geplanten Zeitgeist-Framework. Am unteren Bildschirmrand schlummert unaufdringlich eine Statusleiste, die nur ab und an durch dezente Hinweise aufwacht, etwa bei einem kritischen Akku-Füllstand oder beim Eintreffen einer Nachricht.

Dazu arbeitet die Statusleiste eng mit Gnome-Anwendungen wie Empathy zusammen, das beispielsweise über die Statusleiste Antworten entgegen nimmt. Der Musikplayer Rhythmbox vermag sich ebenfalls dezent in die neue Leiste einzuklinken und bietet so verschiedene Navigationsoptionen.

In jeder Ansicht zeigt die Gnome-Shell rechts oben ein Suchfeld, das beim Öffnen der Shell automatisch den Fokus erhält und schnell die zum Suchbegriff passenden Anwendungen, Dateien, Ordner oder Systemeinstellungen findet. Mit der neuen Gnome-Version 3.2 erweitert sich die Suche auf Personen.

Häufig benutzte Anwendungen verfrachten Sie für den schnellen Zugriff ins Dash, indem Sie sie mit Hilfe des jeweiligen Kontext-Menüs als Favorit kennzeichnen. Im Dash finden neben Favoriten minimierte Anwendungen Platz. Eine Fensterliste gibt es dagegen nicht mehr.

Die schwarze Leiste am oberen Ende der entfalteten Gnome-Shell enthält ganz rechts das Benutzermenü, in dem Sie den Dialog Systemeinstellungen aufrufen, den Benutzer wechseln, sich vom System abmelden oder seinen Online-Status setzen. Diesen berücksichtigt zum Beispiel Empathy automatisch. Der Eintrag Bereitschaft verwandelt sich übrigens durch Drücken von [Alt] in Ausschalten.

Links neben dem Benutzermenü gibt es noch Icons für die Einstellungen zur Barrierefreiheit und zur Hardware, wie dem Network Manager, der Regler für die Lautstärke oder den Bluetooth-Einstellungen.

Fenster und Arbeitsflächen

Gnome 3.0 sorgt beim ersten Kontakt in vielen Punkten für Ratlosigkeit. Besonders verwirrend: Fensterleisten besitzen in Gnome 3.0 keine Knöpfe zum Maximieren oder Minimieren mehr, denn laut Ansicht der Entwickler macht das Arbeitsflächen-Konzept von Gnome das Minimieren von Fenstern überflüssig.

Zweifelsohne nimmt dieses Konzept eine zentrale Rolle ein. Zwar kennen fast alle grafischen Benutzeroberflächen virtuelle Arbeitsflächen, doch bei Gnome 2 und KDE 3/4 bleibt es Ihnen überlassen, ob und in welchem Umfang Sie die gebotenen Technologien nutzen. Gnome 3 dagegen zwingt den Anwender zum Verwenden virtueller Arbeitsflächen. Diese funktionieren aber völlig anders als in KDE. So haben Sie keine Möglichkeit, die Anzahl der virtuellen Flächen selbst zu bestimmen, denn die Gnome-Shell erstellt virtuelle Arbeitsflächen bei Bedarf dynamisch und entfernt sie auch wieder.

Am unteren Ende der Arbeitsflächenliste am rechten Bildschirmrand in der entfalteten Gnome Shell finden Sie stets eine freie Arbeitsfläche. Sie haben die Möglichkeit, nach Belieben Programme aus dem Dash oder aus der Anwendungsansicht direkt auf eine freie Fläche zu werfen, um das korrespondierende Programm auf dieser virtuellen Arbeitsfläche zu starten (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Die Gnome-Shell macht intensiven Gebrauch von virtuellen Arbeitsflächen, die das System dynamisch erzeugt.

Übrigens gibt es für jede Software nur noch jeweils ein Icon. Hat eine Anwendung mehrere Fenster geöffnet, erkennen Sie das an einem kleinen nach unten zeigenden Pfeil am Icon. Verweilen Sie längere Zeit mit dem Mauszeiger darauf, klappt die Gnome-Shell ein Untermenü zum Auswählen des gewünschten Fensters auf.

Übrigens verwendet die Gnome-Shell grafische Effekte wesentlich dezenter als etwa Compiz oder Plasma, braucht aber selbstverständlich ebenfalls einen Grafiktreiber mit 3D-Unterstützung. Beim Start weist das System aber gegebenenfalls auf eine fehlende 3D-Unterstützung hin und lädt dann automatisch einen Fallback-Modus, der im Wesentlichen eine Oberfläche im Gnome2-Look mit dunkler Optik bietet [2].

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