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DVDs und Videodateien umwandeln mit DVDx 4

19.01.2012 Zwei Klicks, fertig ist die SVCD: Dank einfachem Interface und sinnvollen Voreinstellungen bringen Sie mit DVDx im Nu Videomaterial in die richtige Form.

DVDx richtet sich primär an Einsteiger und Gelegenheitsnutzer, die mit wenigen Mausklicks aus einer unverschlüsselten DVD eine Video-CD oder SVCD erzeugen wollen. Unter Zuhilfenahme der entsprechenden Bibliotheken beherrscht das Programm selbst das Kopieren von gekauften Video-DVDs, die der Hersteller mit dem Kopierschutz CSS versehen hat (siehe "Kasten "Kopiergeschützte DVDs").

Kopiergeschützte DVDs

Das Content Scrambling System CSS, ist rechtlich gesehen keine Wiedergabesperre, obwohl viele Nutzer es als solche bezeichnen. Als Kopierschutz erfüllt es die Vorgaben des DVD-Forums und daher greift §95a Abs.1 UrhG. Mangels offizieller Unterstützung spielt Linux käuflich erworbene DVDs von Haus aus nicht ab. Ein legaler Weg, dies zu tun, liegt im Erwerb eines kommerziellen und lizensierten Software-Players, der den zur Wiedergabe benötigten Schlüssel mitbringt.

Seit einiger Zeit stehen dem interessierten Linux-Nutzer mit dem Fluendo DVD Player [1] und LinDVD [2] von Intervideo zwei Werkzeuge zum legalen Abspielen von mit CSS kopiergeschützten Video-DVDs zur Verfügung. Allerdings erlauben beide Programme nur das Abspielen, nicht das Extrahieren zwecks Umwandeln.

Möchten Sie eine nicht kopiergeschützte Video-DVD auf die Festplatte kopieren, um sie in ein anderes, in der Regel platzsparenderes Format zu überführen, gilt es, die Video- und Audio-Tracks zunächst zu dekodieren und anschließend neu zu kodieren. Die meisten Distributionen bringen – abhängig von der jeweiligen Philosophie – meist schon eine Anzahl gängiger Codecs mit oder ermöglichen ein mehr oder weniger automatisches Nachinstallieren.

An brauchbaren Programmen zum Umkodieren von Video-Material herrscht unter Linux eigentlich kein Mangel. Das Besondere an DVDx: Das Programm bietet ein besonders einfaches und intuitives Interface. Alternativen wären Dvd::rip, K9Copy, Lemonrip, OGMRip oder Handbrake. Diese Tools bewegen sich aber aufgrund der Fähigkeit zum Kopieren von geschützten DVDs jenseits der Legalität.

Die Webseite mit dem Vergleich zwischen den DVDx-Version preist zwar das Kopieren von kopiergeschützten DVDs an [6], auf der Download-Seite findet sich aber ein Hinweis darauf, dass das Kopieren solcher Datenträger erst die Installation einer zusätzlichen Bibliothek voraussetzt. Ab Werk vermag die Software dies nicht.

DVDx steht in Versionen für Linux, Mac OS X und Windows bereit. Neben der Open Edition gibt es eine Smart-Edition mit erweitertem Funktionsumfang, die allerdings ein kostenpflichtiges Registrieren über die Website verlangt. Dabei fallen 29,90 Euro für ein einjähriges Abo an oder 14,90 Euro für ein dreimonatiges.

Die Smart-Editionen bietet einen zusätzlichen Satz an Profilen zum Umwandeln von Mediadaten. Außerdem hilft ein Konfigurator, die erforderliche Bitrate und andere Parameter für ein Projekt optimal zu bestimmen. Diese Version erlaubt benutzerdefinierte Einstellungen und paralleles Umwandeln von Audio- und Video-Daten.

Sie finden DVDx zwar nicht in den Standard-Repositories. Auf der Website steht aber ein Debian-Paket bereit, dass alle Distributionen akzeptieren, welche die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen [4]. Das Programm basiert auf Open-Source-Werkzeugen, wie Ffmpeg, Mencoder/Mplayer und x264. Es unterstützt als als Ausgabeformate unter anderem MPEG-4, H.264, das iPod-Videoformat, Sony PSP, Quicktime, Ogg/Theora oder WebM [5] (siehe Kasten "Codec-Dschungel").

Codec-Dschungel

Die Fülle an Codecs macht es Laien schwer, im Dschungel der Audio- und Video-Formate den Überblick zu behalten. Wer sich nicht ständig mit dem Thema beschäftigt, erlebt oft frustrierende Rückschläge, weil sich die genannten Codecs teilweise zueinander inkompatibel verhalten. Zu allem Überfluss bedienen in einigen Fällen mehrere Codecs ein und derselben Standard. Die Online-Site Encodingwissen.de gibt einen ausführlichen Überblick über die Thematik [3].

Über das Ubuntu Software-Center installieren Sie die Software problemlos mit wenigen Klicks (Abbildung 1). Sie liegt in einer 32-Bit-Version vor, eine 64-Bit-Version gibt es nicht. Eine Besonderheit von DVDx stellt die Preview-Funktion dar, die es ermöglicht, sich vor dem Umwandeln einen Eindruck von der Qualität des Ergebnisses zu verschaffen. Dazu nutzt das Programm Mplayer als Backend.

Abbildung 1: Nach dem Download des DEB-Paketes installieren Sie die Software einfach über das Software-Center von Ubuntu.

Um eine DVD zu wandeln klicken Sie nach dem Start des Programms auf File | Open DVD, wählen im Datei-Browser das eingelegte Medium und im Hauptfenster in der Auswahlliste bei Target das gewünschte Format. Details zu den von DVDx dabei verwendeten Codecs offenbart ein Klick auf die Schaltfläche Codecs (Abbildung 2). Sofern das gewählte Container-Format dies erlaubt, haben Sie hier die Möglichkeit, gegebenenfalls noch Einfluss auf das Setup zu nehmen.

Abbildung 2: Ein Klick auf die Schaltfläche Codecs zeigt für das Ergebnis verwendeten Einstellungen.

Ein Klick auf Start encoding startet das Umwandeln. Durch das Aktivieren der Option Preview rechts neben den Pfadangaben für Eingabe und Ausgabe wandelt sich die Schaltfläche Start encoding in Start encoding preview. Ein Klick ermöglicht Ihnen dann eine Vorschau auf das Ergebnis.

Abbildung 3: DVDx bietet eine Vorschau auf Basis des Mplayers.

DVDx erzeugt mit den Default-Einstellungen und seinen Automatismen ohne Zutun eine durchaus ansehnliche Qualität und erfüllt so den Anspruch, Gelegenheitsnutzern die Arbeit leicht zu machen. Weitergehende Kontrolle bietet zumindest die Open Edition nicht. Hier ist es lediglich möglich, mit einem Klick auf die Schaltfläche Configure die Qualität in drei Stufen Lower, Fair und Higher zu regeln, wobei gilt: Je geringer die Qualität, desto kleiner die Datei mit dem Ergebnis (Abbildung 4). Wer mehr Einfluss nehmen möchte, dem bietet die Smart Edition entsprechende Möglichkeiten.

Abbildung 4: Die Open Edition von DVDx erlaubt ein Einstellen der Qualität für das Ergebnis in drei Stufen. Mehr Einflussmöglichkeiten bietet die kostenpflichtig Smart Edition.

Fazit

DVDx ist im Wesentlichen ein Frontend, das den Einsatz bekannter Open-Source-Tools vereinfacht. Die Open Edition bietet einen geradlinigen Arbeitsablauf mit wenig Möglichkeiten zum Konfigurieren, produziert aber gute Ergebnisse. Wer also keine Lust hat, sich mit Details der verwendeten Codecs zu befassen oder schlicht schnell zu einem Ergebnis kommen möchte, der liegt mit DVDx vollkommen richtig. 

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