Android 4.0

Googles neueste Version des Android-Betriebssystem, "Ice Cream Sandwich", kommt erstmals beim Galaxy Nexus zum Einsatz. Es führt die Entwicklungszweige des bislang für Smartphones genutzten Android 2.3.x ("Gingerbread") und des für Tablets optimierten Android 3.x ("Honeycomb") zusammen, sodass aktuelle Handys auch von den in Android 3 veröffentlichten Neuerungen profitieren.

In der ansprechend gestalteten Oberfläche nutzt Android 4.0 zwar an vielen Stellen Animationen und sanfte Übergänge, doch diese wirken nicht übertrieben oder unnütz, sondern machen die Bedienung eher deutlich natürlicher. So profitiert etwa Anwendungsübersicht von den neuen Gesten: Ein Wisch etwa schiebt die App aus der Übersicht in den Hintergrund.

Überarbeitet hat Google auch den App-Drawer (Abbildung 2), der nun nicht mehr nur die auf dem Gerät installierten Anwendungen anzeigt, sondern auch die verfügbaren Widgets. Diese waren bislang für Einsteiger nur schwer zu entdecken. Sehr schick haben die Entwickler hier die Übergänge von Schirm zu Schirm gestaltet. Anstatt einfach nur durch eine große Liste nach oben und unten zu scrollen, legen Sie die Kacheln wie Karten übereinander.

Abbildung 2: Der App-Drawer animiert nun den Wechsel zwischen den Tabs.

Als besonders nützlich erweisen sich auch die Kontrollen zum Datentransferverhalten von Apps (Abbildung 3). Sie stellen detailliert dar, welche App wie viele Daten ins Netz überträgt und wie viele Datenvolumen Sie insgesamt im jeweiligen Beobachtungszeitraum in Anspruch genommen haben. Gerade beim Nutzen von Flatrates mit limitiertem Transfervolumen profitieren Sie von diesen Funktionen, indem Sie ab einem bestimmten übertragenen Datenvolumen den Datenabgleich im Hintergrund deaktivieren. So sparen Sie die letzten MBytes für solche Gelegenheiten auf, in denen Sie den Internetzugang dringend und aktiv benötigen.

Abbildung 3: Hier limitieren Sie die Datenmenge, die ihr Handy ins Internet übertragen darf.

Weitere Details machen Android 4.0 zur runden Sache: Dazu zählen etwa das Entsperren des Displays über eine Gesichtserkennung, das bequeme Anlegen von Bildschirmfotos, das einfache Versenden von Daten von Gerät zu Gerät über Android Beam sowie die überarbeiten Google-Apps wie Kontakte und Google Mail.

Fazit

Bei einem Straßenpreis von um die 500 Euro muss man für das Samsung Galaxy Nexus I9250 recht tief in die Tasche greifen, bekommt aber auch viel Smartphone für sein Geld. Den größte Haken des Nexus stellt zweifellos die magere Akkulaufzeit dar: Wer auf das Telefonieren angewiesen ist und mehr als nur einen Tag ohne Nachladen auskommen muss, dem bleibt nur, entweder Ersatz-Akkus mitzuschleppen oder ein herkömmliches Handy als Zweitgerät in der Tasche zu haben. 

Ende des USB-Massenspeichers?

Bislang hat Android den Speicher in zwei Teile aufgesplittet: Die meist mit FAT32 oder auch FAT16 formatierte Partition /sdcard diente als Dateiablage für MP3s, Videos und sonstige Dateien des Benutzers. So konnte jeder PC die Datenpartition direkt als USB-Massenspeicher ansprechen. Auf der zweiten mit YAFFS, Ext4 oder RFS formatierten Partition dagegen lagen mit /system oder /data die Verzeichnisse, die das System permanent belegt.

Seit Android 3.x steckt jetzt der komplette interne Speicher nur noch auf einer Partition. Das hat den Vorteil, dass Sie auch wirklich den gesamten Speicher beliebig nutzen können. Ob Sie die freien MBytes des Geräts nun mit Bildern, Videos oder Apps füllen, bleibt ganz Ihnen überlassen. Meldungen, dass der Speicher für die Installation von Apps zu knapp ausfällt, erscheinen jetzt wesentlich später als bisher.

Andererseit bedeute die Beschränkung auf eine einzelne Partition aber auch, dass Android den internen Speicher nicht mehr ohne weiteres aushängen kann. Der notwendige exklusive Zugriff darauf als USB-Massenspeicher ist somit nicht mehr möglich. Stattdessen kommt nun das Protokoll MTP (der Nachfolger des von Digicams bekannten PTP) zum Einsatz.

Allerdings lässt sich MTP unter Linux nur mit einigen Tools aus der Libmtp oder via MTPFS [3] nutzen. Alternativ stellen Sie das Galaxy Nexus auf das altbekannte PTP [4] um, was die aktuellen Linux-Distributionen besser unterstützen.

Infos

[1] Galaxy Nexus: http://www.google.de/nexus/

[2] PenTile-Matrix-Display: http://en.wikipedia.org/wiki/PenTile_matrix_family

[3] Libmtp und MTPFS unter Ubuntu: http://lxui.de/rtrU3O

[4] Das Nexus auf PTP umstellen: http://lxui.de/sFKvjW

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Kommentare
Alternative mit dem gewissen extra
Ulf B., Donnerstag, 19. Januar 2012 23:18:30
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Für mich ist das Samsung Galaxy Note (mit 5,3" Display) und SPen als Extra für eine bessere Eingabe - die sinnvollere Alternative.


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