Googles großer Wurf
Android 4.0 auf dem Samsung Galaxy Nexus
Als Google und Samsung das Galaxy Nexus [1] als kommendes Flaggschiff der Android-Telefone vorstellten, waren viele Betrachter skeptisch: Ein Smartphone mit 4,65 Zoll (11,8 cm) Bildschirmdiagonale? Ja, soll man denn in Zukunft mit einer Extra-Tasche für das Handy durch die Gegend laufen?
Im Alltag erscheint die Größe des Geräts jedoch gar nicht so unpassend. Dank des keilförmigen Gehäuses, des hochwertig gummierten Rückens und der leichten Krümmung des Displays liegt das Galaxy Nexus satt und griffig in der Hand, ohne dabei zu klobig zu wirken. Das Display hat eine Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten, zeigt also 50 Prozent mehr Pixel an als das Retina-Display eines iPhone 4/4S an. Mit der Pen-Tile-Matrix [2] trickst Samsung bei der Auflösung zwar ein wenig, doch das tut der Schärfe und der Intensität des Display keinen Abbruch.
Unter der Haube
Im Inneren des Nexus werkeln eine 1,2 GHz schnelle Dual-Core-CPU von Texas Instruments (OMAP 4460 ARM Cortex-A9) sowie ein 384 MHz schneller Grafikchip des Typs PowerVR SGX540. Diese Komponenten gehören zu den aktuell schnellste Chips für Mobilgeräte. In den USA gibt es das Galaxy zudem auch noch in einer Variante mit 32 GByte Speicher und in einer LTE-Version, welche die neuste Mobilfunktechnik unterstützt. Ob die beiden jemals in Deutschland erscheinen, ist bislang unklar.
Der Akku mit 1750 mAh Kapazität hält das Nexus im Alltag je nach Nutzung etwa 24 Stunden am Leben. Diese relativ kurze Laufzeit ist zum einem dem großen Display geschuldet, zum anderen der schnellen CPU. Optional bietet Samsung einen 2000-mAh-Akku an, der dem Handy etwas mehr Durchhaltevermögen verleiht.
Schnell zum Schnappschuss
Auf den ersten Blick etwas gespart hat Google bei der im Gerät integrierten Kamera (Abbildung 1): Sie Kamera besitzt eine Auflösung von fünf Megapixeln, die Chat-Kamera auf der Vorderseite 1,3 Megapixel. Andere Geräte bieten hier schon deutlich mehr – was aber noch lange nicht bedeutet, dass sie deswegen bessere Bilder produzieren.
Google hat Android 4.0 ein paar Routinen spendiert, über die Sie entscheiden, ob die Kamera schnell auslösen soll oder sich Zeit nehmen, ordentlich zu fokussieren. Drücken Sie nur kurz auf den Auslöser, dann schießt die Kamera schnell einen Schnappschuss, drücken sie ihn länger, dann braucht der Autofokus etwas mehr Zeit – dafür fällt das Bild schärfer aus.
In der Praxis erweist sich die Bildqualität des Nexus als durchwachsen. Die Bilder sind zwar scharf und klar, allerdings wirken die Farben oft etwas zu gelbstichig. Im Vergleich mit einem iPhone 4 liegt das Nexus hier zurück.
Google hat der Kamerasoftware in Android 4.0 allerlei zusätzliche Tricks beigebracht. So erstellen Sie beispielsweise Panorama-Aufnahmen durch einen einfachen Schwenk mit der Kamera. Die Software verbindet anschließend die Einzelbilder automatisch und ohne weitere Interaktion. Zudem bringt das Nexus auch gleich Programm zum Schneiden von Videos mit.



