Angetestet

Aktuelle Software im Kurztest

19.01.2012

Code-Browser bringt Struktur in den Quellcode

Bei Code-Browser handelt es sich, wie der Name bereits vermuten lässt, um einen für Programmierer gedachten Editor: Das Tool soll das Strukturieren von Code und die Navigation darin erleichtern. Auf den ersten Blick unterscheidet sich Code-Browser nicht gravierend von anderen Texteditoren. Das Tool beherrscht neben grundlegenden Funktionen wie Ausschneiden, Kopieren oder Einfügen auch unbegrenztes Undo/Redo, auch das Suchen in größeren Dateien stellt kein Problem dar. Für Entwickler dürfte insbesondere das Syntax-Highlighting interessant sein, das zurzeit 20 Sprachen von Assembler über HTML und Perl bis XML unterstützt, inklusive älterer Sprachen wie Pascal. Ebenfalls zum Funktionsumfang gehören verschiedene Ansichtstypen wie Browser- oder Baumansicht. Daneben öffnet Code-Browser beliebig viele Dateien in eigenen Reitern. Zu den besonderen Funktionen des Editors zählt das Folding, mit dessen Hilfe sich Bereiche aus dem Quellcode ausblenden lassen. An derer Stelle verbleibt ein Link, über den man in den ausgeblendeten Bereich wechseln kann. In der Baumansicht einer geöffneten Datei erscheinen als Unterstruktur sogenannte Folder. Programmierer können beispielsweise jede Funktion in einem eigenen Folder ablegen und somit den Code übersichtlicher gestalten. Im Quellcode markieren Code-Browser-spezifische Tags Beginn und Ende des jeweiligen Folders. Andere Editoren oder der Compiler nehmen die Tags als Kommentar wahr und ignorieren sie. Dies gilt auch für sogenannte Links, eine weitere Spezialität von Code-Browser: Sie erlauben es dem Entwickler, im Code Verweise zu anderen Dokumenten abzulegen. Beim Anklicken eines solchen Links wechselt Code-Browser zur entsprechenden Datei, die es in einem eigenen Fenster lädt. Um das Highlighting oder andere Konfigurationsparameter anzupassen, müssen Sie eine eigene Konfigurationsdatei anlegen. Als Grundlage kopieren Sie die Standardkonfiguration ins Benutzerverzeichnis und laden diese Datei beim Aufruf mit dem Parameter -c.

Code-Browser 3.23

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://tibleiz.net/code-browser/

Wertung

Mit Code-Browser unterteilen Sie Quellcode mittels Links und Folding bequem in logische Strukturen.

Geöffnete Dateien im Griff dank Filemonitor

Bei der Fehlersuche hilft es oft, zu wissen, welche Dateien gerade geöffnet sind. Das lässt sich zwar mit dem Konsolenprogramm lsof ermitteln, doch fällt dessen Ausgabe alles andere als übersichtlich aus. Eine komfortablere Alternative bietet das Java-Tool Filemonitor: Es listet alle offenen Files und Sockets tabellarisch auf. Zu jeder geöffneten Datei gibt es nicht nur Namen und Pfad aus, sondern auch den zugehörigen Prozess samt Prozess-ID. Weitere Informationen geben Auskunft über den Prozesseigentümer, den File-Descriptor, Device-Type und das Device selbst sowie den aktuellen Status der Datei. Klicken Sie auf eine Zeile in der Liste, fasst Filemonitor alle Informationen zum ausgewählten Prozess nochmals in einem Popup-Fenster zusammen. Auf einem Produktivsystem kann die Liste der geöffneten Dateien schnell eine beachtliche Größe erreichen. Deswegen erlaubt Filemonitor, mithilfe von Filtern die Datenerfassung auf bestimmte File-Deskriptoren, Prozesse oder Benutzer zu beschränken. Alternativ lassen sich Dateien explizit von der Erfassung ausschließen. Eine Suchfunktion hilft beim Auffinden von Einträgen, wobei sich die Suche immer auf eine Spalte der Aufstellung beschränkt, was kombinierte Suchen ausschließt. Hat ein Prozess eine Netzwerkverbindung geöffnet, gibt Filemonitor als Namen die IP-Adresse und den Port des Zielrechners an. Als Device-Type trägt das Programm die verwendete IP-Version ein. Zur Erfassung der Systemdaten greift Filemonitor auf Lsof zurück, eigene Funktionen zur Erfassung der offenen Dateien besitzt es nicht.

Filemonitor 1.6.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://glsof.sourceforge.net/?page_id=14

Wertung

Filemonitor stellt eine übersichtliche Liste der geöffneten Dateien und Sockets dar.

Hash-Werte im Handumdrehen erzeugen mit Gtkhash

Ist von Hash-Funktionen die Rede, denkt man unwillkürlich sofort an die MD5-Prüfsummen, mit denen viele Distributionen sicherstellen, dass ihre Pakete nicht manipuliert wurden. Gtkhash bietet dem Anwender eine komfortable GTK-basierte Oberfläche, um eigene Prüfsummen zu erzeugen oder vorhandene zu kontrollieren. Das Tool unterstützt dabei über 30 Hash-Algorithmen von MD2 bis hin zu Tiger – vorausgesetzt, sie wurden beim Erstellen des Programms einkompiliert. Beim Einsatz der Standard-Bibliotheken stehen MD4/5/6, SHA und CRC zur Auswahl. Gtkhash kennt drei Ansichten. In der standardmäßig aktivierten Dateiansicht erwartet das Tool die Angabe eines Files, für das Hash-Werte erzeugt werden sollen. Für welche Funktionen die Berechnungen erfolgen, legen Sie in der Konfiguration fest. Gtkhash ermittelt anschließend in einem Durchlauf alle Werte. Neben der Dateiansicht bietet Gtkhash auch eine Textansicht: Hier besteht die Möglichkeit, eine Textzeile oder ein Wort anzugeben, dessen Hash-Werte sie generieren wollen – ideal zum Erzeugen von Passwörtern. Zu guter Letzt erlaubt die Dateilistenansicht das Erzeugen von Hash-Werten für eine ausgewählte Anzahl von Dateien. Auf diese Weise erstellen Sie Hash-Werte für ein ganzes Verzeichnis. Bei der Anzeige der Hash-Werte können Sie zwischen Base64- und Hexadezimal-Kodierung wählen, bei letzterer zusätzlich zwischen reiner Klein- oder reiner Großbuchstabendarstellung. Auf Wunsch speichert Gtkhash alle erzeugten Hash-Werte auch in einer Textdatei.

Gtkhash 0.6.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://gtkhash.sourceforge.net

Wertung

Mit Gtkhash erzeugen Sie im Handumdrehen bequem Hash-Werte für Worte, Sätze, Dateien oder Dateilisten.

Mp3diags erleichtert die Pflege von MP3-Dateien

In MP3-Sammlungen verbergen sich oft Dateien mit kleinen Fehlern oder unvollständigen ID3-Tags. Hier geht Ihnen Mp3diags zur Hand: Das Tool prüft ganze Verzeichnisse mit MP3-Dateien und spürt dabei Fehler in den Files selbst oder in den zugehörigen ID3-Tags auf. Das Programm lässt sich aber auch gezielt auf eine einzelne Datei anwenden. Mp3diags bietet zahlreiche Manipulationsmöglichkeiten, wobei die Palette vom einfachen Normalisieren der Lautstärke über das Reparieren oder Wiederherstellen von VBR-Daten bis hin zur Wiederherstellung gekippter Bits reicht. Je nach Anwendungszweck können Sie die Manipulationen auch zu einer sogenannten Transaktion zusammenfassen. Vier vordefinierte Transaktionen, die Sie nach Belieben an Ihre Bedürfnisse anpassen, bringt Mp3diags bereits mit. Ein integrierter ID3-Editor erlaubt zudem das manuelle Nachbearbeiten der ID3-Tags. ID3-Informationen zu bekannten Alben lädt das Tool auf Wunsch auch aus Online-Quellen wie Discogs oder Musicbrainz herunter. Auf Wunsch erzeugt Mp3diags im Anschluss aus den ID3-Informationen einen passenden Namen für die MP3-Datei. Wie sich der neue Dateiname zusammensetzt, legen Sie dabei über ein Muster fest. Falls nicht anders angegeben, löscht Mp3diags die Originaldatei nach dem Umbenennen. In der aktuellen Version implementierten die Entwickler unter anderem eine Option zur Zeichenkonvertierung in Groß- oder Kleinschrift und optimierten die Anordnung der Felder im Detailbereich des Tag-Editors – ein Umstieg lohnt sich.

Mp3diags 1.1.09.064

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://mp3diags.sourceforge.net/unstable/

Wertung

Aufgrund seines Funktionsumfangs zählt Mp3diags zu den mächtigsten Tools für das Nachbearbeiten von MP3-Dateien.

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