Feld, Wald, Wiese

Bei der Eingabe nehmen Sie zwangsläufig eine Interpretation der Daten vor. So besteht die Möglichkeit, ein Weg an einer Waldgrenze auf zwei Arten einzeichnen (Abbildung 5). In einem Fall bildet die Waldgrenze einen Bestandteil des Wegs. Das hat aber zur Folge, dass ein späteres Verschieben immer beide Objekte betrifft. Alternativ legen Sie den Weg als separates Objekt an.

Abbildung 5: Der Bearbeiter entscheidet, wie er den Weg einzeichnet. Ein Luftbild leistet hier gute Dienste.

Das Aufteilen in zwei Objekte ergibt beispielsweise dann Sinn, wenn ein Graben oder Grasstreifen zwischen beiden liegt. Merkaartor kann Luftbilder einblenden (aus lizenzrechtlichen Gründen allerdings nicht die von Google Maps), um in Zweifelsfällen eine Entscheidungshilfe anzubieten. Das Kontextmenü der Ebene Karten enthält den Menüpunkt Plugins, der verschiedene Varianten anbietet. Sobald Merkaartor ein Luftbild anzeigt, ergänzt die Software automatisch ein passendes Source-Tag, selbst wenn die Daten eigentlich von einem Tracker stammen.

Luftbilder haben einen weiteren Nutzen: Im Beispiel fällt auf, dass die Waldgrenze nicht korrekt eingezeichnet ist. Das lässt sich schnell korrigieren: Der Button Knoten bewirkt, dass folgende Mausklicks in bestehenden Ways neue Knoten erstellen, die Sie dann nach Bedarf verschieben. Neue Knoten müssen auf der bisherigen Waldgrenze liegen, um zu dem bearbeiteten Objekt (hier dem Wald) zu gehören.

Dass dieser Way einen Wald und keine Straße beschreibt, bewirken Tags der Form landuse=forest. Fehlt dieser Eintrag, ergänzen Sie ihn: Dazu wählen Sie den Wald umrandenden Way aus und versehen diesen anschließend mit weiteren Tags.

Wohin der Weg führt

Die weiteren Wege eines Tracks tragen Sie nach dem gleichen Schema ein. Ein besonderes Augenmerk verdienen dabei die Endpunkte von Segmenten. Der Endknoten eines Segments sollte – nachdem Sie das Segment getaggt haben – entweder auf dem eines anderen Segments liegen, oder auf einem anderen Way enden, sofern der Weg nicht einfach ins Nirgendwo verläuft.

Gegebenenfalls verschieben Sie die Endpunkte nachträglich, um sie in Kontakt zu anderen Ways zu bringen. In diesen Fällen fragt Merkaartor nach, was Sie beabsichtigen: Möchten Sie alle Knoten an der Zielstelle vereinigen? beantworten Sie normalerweise mit Ja. Kreuzungen verkomplizieren das Ganze nochmals, werden aber im Prinzip identisch behandelt. Abbildung 6 zeigt das Problem.

Abbildung 6: In Kreuzungen sollten alle Knoten nach dem Taggen der beteiligten Ways in einem Knoten verbunden sein.

Da es normalerweise nicht möglich ist, alle Wege in einem Bereich vollständig aufzunehmen, bietet es sich an, die Abzweigungen im Track entweder durch Waypoints oder durch kurzes Hineingehen und anschließende Umkehr zu markieren. Alternativ bietet sich das Tag node=FIXME an.

Im Track führt das zu den auffälligen Haken, wie sie Abbildung 3 auf der rechten Seite zeigt. Viele Bearbeiter verfahren so, das zeigt zum Beispiel der kurze Weg-Stummel am unteren Rand neben dem neuen Track. Derartige Relikte übernehmen Sie entweder in den neuen Way, oder – oft geht das schneller – löschen Sie einfach und ersetzen sie durch den neuen Way.

In manchen Situationen ist es sinnvoll, bestehende Ways in mehrere Teile zu zerlegen – normalerweise, um ihnen unterschiedliche Tags zuzuordnen. Merkaartor bietet dafür zwei Varianten an: Geht es nur darum, Segmente mit verschiedenen Tags zu versehen, stellt Aufteilen im Menü Weg den richtigen Ansatz dar.

Straßennamen für den gesamten Way, vergeben durch das Tag name, bleiben dabei erhalten. Sie sind segmentübergreifend. Falls ein Way irrtümlicherweise aber mehrere reale Straßen zusammenfasst, sollten Sie Auftrennen im Menü Weg anwenden. Das erlaubt es, verschiedene Namen – und natürlich weitere Tags – für die aufgetrennten Straßen zu vergeben.

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