Schwacher Flacher
Android-Tablet Weltbild Nova Cat im Test
Kurz nach der Produktvorstellung von Amazons neuem Tablet Kindle Fire [1] machte der Weltbild-Verlag mit einem eigenen Tablet namens Nova Cat [2] auf sich aufmerksam. Offenbar möchte man den zukunftsträchtigen E-Book-Markt nicht Amazon alleine überlassen und schickt sein eigenes Tablet zum Preis von 159 Euro ins Rennen. Für dieses schmale Budget bietet die Flunder eine 1-GHz-Single-Core-CPU, 4 GByte internen Speicher, ein 8-Zoll-Display, zwei Kameras und einen GPS-Empfänger. Das inzwischen nicht mehr ganz taufrische Android 2.3 dient als Betriebssystem, Weltbild stellt aber ein Update in Aussicht. Wann das kommt und auf welche Version es aktualisiert, darüber schweigt Weltbild bislang.
Allgemeines
Mit den Abmessungen von 21 mal 16 Zentimetern entspricht das Nova Cat (Abbildung 1) in etwa dem DIN-A5-Format. Mit einer Dicke von 1,4 Zentimetern gehört es nicht zu den Schlanksten, liegt aber noch gut in der Hand. Auffällig ist das relativ hohe Gewicht von 500 Gramm. Das Gerät wirkt sehr solide verarbeitet und weist keinerlei mechanische Mängel auf.
An mechanischen Tasten bietet das Tablet am rechten Rand eine Lautstärkeregelung, am unteren den Power-Knopf sowie den Reset-Button. Letzteren sollten Sie gut im Gedächtnis behalten: Die erste Version des Tablets besaß die Eigenart, im Standby-Modus hängen zu bleiben. Um das Gerät zu reanimieren, half nur noch der Druck auf den Reset-Knopf. Ein Firmware-Update behob das Problem jedoch.
Ebenfalls am unteren Gehäuserand finden Sie den Mini-USB-Port, der lediglich zum Datentransfer dient. Die Stromversorgung übernimmt ein eigener Anschluss rechts daneben. Zum Abspielen von Filmen auf Fernsehgeräten bringt das Tablet eine Mini-HDMI-Schnittstelle mit, ein MicroSD-Karten-Slot fasst externe Speichermedien bis zu 32 GByte.
Für Kontakt ins Netz sorgt ein WLAN-Device mit bis zu 54 MBit/s (802.11b/g); ein GPS-Sensor erlaubt es, das Gerät auch als Navigationssystem zu verwenden. Da es aber keine G3-Schnittstelle besitzt, eignet es sich lediglich zur Offline-Navigation, beispielsweise mit CoPilot [3].
Software
Wenn ein Verlag ein Tablet auf den Markt bringt, liegt der Schluss nahe, dass es vor allem zum Lesen der hauseigenen Erzeugnisse eignen soll. So hat beispielsweise Amazon sein Kindle Fire komplett auf seine eigene Produktlinie ausgerichtet. Nicht so Weltbild: Das einzige, was am Nova Cat überhaupt an den Verlag erinnert, ist der Button Weltbild auf dem Display, bei dem es sich letztendlich um nichts anderes handelt als um einen Bookmark zum entsprechenden Shop.
Software zum Lesen von E-Books fehlte auf dem Testgerät überraschenderweise gänzlich, nicht einmal der Adobe Reader war vorinstalliert. Letzteres wiegt aber weniger schwer, da das Tablet Zugriff auf den Google-Market bietet, aus dem heraus sich entsprechende Software nachinstallieren lässt. Dafür stattet Weltbild seinen Androiden aber mit diversen anderen Apps aus, wie etwa ZANavi [4] zur Navigation. Sie zeigte nach dem Start jedoch lediglich einen schwarzen Bildschirm an und war entsprechend nicht einsatzfähig. Weiterhin bringt das Tablet die Apps ES Datei Explorer, GPS Test Plus, Fring und Yahoo Wetter mit.
Mehr oder weniger per Zufall stießen wir auf die Funktion, das System zu aktualisieren: Während sich diese üblicherweise in den Android-Einstellungen befindet, bietet das Weltbild-Tablet ein Desktop-Icon namens cat droid. Ein Klick darauf öffnet die Support-Seite des Herstellers Nova-Cat [5] in der man sich relativ mühevoll zu den Updates durchhangeln muss. Allerdings dürfte deren Einspielen dem einen oder anderen Anwender Kopfzerbrechen bereiten, da Nova-Cat die Aktualisierungen nicht "over the air" zur Installation bereitstellt. Stattdessen gilt es, die Updates von der Webseite herunterzuladen und sie über den Bootloader einzuspielen [6].



