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© Sandra Gray, sxc.hu

Macpup – elegantes Betriebssystem für PC-Oldies

Glamourös

Aktuelle Linux-Boliden wie OpenSuse oder Ubuntu machen auf älterer Hardware keinen Spaß. Macpup dagegen läuft selbst auf Pentium-III-PCs flüssig und sieht dabei auch noch exzellent aus.

Puppy Linux erfreut sich insbesondere bei Nutzern älterer Hardware großer Beliebtheit, weil es auch auf betagten Computern wieselflink unterwegs ist und zudem mit einer ausreichenden Anzahl an Programmen für den täglichen Bedarf daher kommt. Als Schwachstellen der schlanken Distribution aus Australien stellten sich jedoch für viele Anwender die komplett fehlende deutsche Lokalisierung und das altbacken wirkende Design dar, das trotz frischer Farben stark an die frühen neunziger Jahre erinnerte.

Doch damit ist jetzt Schluss: Das Puppy-Derivat Macpup [1] spricht nicht nur recht gut Deutsch, sondern bringt mit dem legendären Desktop Enlightenment E17 auch reichlich Glamour auf den Bildschirm. Neue Bedienkonzepte, gepaart mit den altbewährten Tools aus dem Puppy-Fundus, zeigen zudem eindrucksvoll, wie schick auch jenseits von GByte- und GHz-Orgien eine Produktivumgebung aussehen kann.

Ab geht die Post

Macpup bringt in der neuesten Version 528 gerade einmal 165 MByte auf die Waage. Die Live-Variante startet auch auf einem betagten Pentium-II-System dementsprechend zügig, wobei der Bootloader das komplette Betriebssystem in den Arbeitsspeicher kopiert. Dieses Vorgehen setzt mindestens 128 MByte RAM voraus, um den Desktop komplett aufzubauen.

Schon beim Start des Systems legen Sie in einem übersichtlichen Fenster Tastaturlayout, Zeitzone und Sprache fest. Sollte Ihnen die von Macpup gewählte Bildschirmauflösung nicht zusagen, können Sie diese im gleichen Fenster Ihren Wünschen anpassen (Abbildung 1). Anschließend begrüßt Sie die Distribution mit einem zunächst etwas unergonomisch wirkenden, sehr dunklen Hintergrund.

Abbildung 1: Elegant und funktionell präsentiert sich der Desktop von Macpup.

Auf dem Desktop befindet sich kein einziger Ordner oder Programmstarter. Lediglich oben rechts zeigt eine Analoguhr die aktuelle Uhrzeit an, während unten mittig eine Dockleiste mit unterschiedlichen Startern an Apples Betriebssystem erinnert. Tatsächlich verhält sich das Dock auch beim Darüberfahren mit dem Mauszeiger ähnlich wie das Apple-Pendant, indem es die einzelnen Symbole animiert vergrößert.

Ein Klick auf das ganz links im Dock angeordnete Symbol öffnet das Hauptmenü von Macpup, wo sich eine stattliche Anzahl Untermenüs finden. Diese gliedert Macpup nach Arbeitsschwerpunkten. Ganz rechts befindet sich das Konfigurationsmenü für den Enlightenment-Desktop, während dazwischen Starter für die wichtigsten Programme residieren. Diese in der Enlightenment-Nomenklatura "Module" genannten Platzhalter können Sie selbstverständlich jederzeit erweitern.

Software

Die Bezeichnungen der in das Hauptmenü Anwendungen eingepflegten Untergruppen haben die Entwickler bislang noch nicht eingedeutscht. Allerdings ähneln die englischen Begriffe zu einem guten Teil den deutschsprachigen Pendants ohnehin sehr, sodass man sich trotzdem leicht zurecht findet. Die einzelnen Anwendungsgruppen bieten, anders als man das von manch anderer schlanken Linux-Distributionen kennt, eine Fülle an Programmen und Tools, teils aus dem Puppy-Fundus, teils Drittprogramme.

Allerdings suchen Sie in der Standardinstallation Boliden wie OpenOffice oder Gimp vergeblich. Lediglich der Webbrowser Firefox fand Eingang in den Softwarefundus der Standard-Distribution, und zwar in der Beta-Version 7.0. Ansonsten gibt es für nahezu alle denkbaren Anwendungsszenarien geeignete Programme, oft gleich mehrere für denselben Zweck: So finden Sie beispielsweise im Untermenü Anwendungen | Document | Text Editors allein fünf verschiedene Texteditoren.

Auch in allen anderen Gruppen tummeln sich schlanke Applikationen im Überfluss. Das gilt insbesondere für die Multimedia-Sparte: So bringt Macpup von Haus aus bereits die meisten gängigen Multimedia-Codecs mit, sodass die Distribution sofort ohne umständliches Nachladen Filme und Audiodateien unterschiedlichster Herkunft abspielt.

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