Fritzbox-Tuning

Aus LinuxUser 12/2011

Fritzbox-Tuning

© AVM GmbH

25 Fritzbox-Tipps

Die Fritzbox von AVM bietet eine Fülle an Funktionen, die weit über die Aufgaben eines DSL-Routers oder WLAN-Access-Points hinaus gehen. Damit experimentierfreudigen Nutzern ein reizvolles Betätigungsfeld offen.

AVMs Fritzboxen gehören zu den populärsten DSL-Routern überhaupt. Modelle wie die Fritzbox 7390 bieten aber viel mehr als das und betätigen sich je nach Konfiguration auch als leistungsfähige Festnetz- und IP-Telefonanlage, DECT-Basisstation, NAS-Speicher und WLAN-Access-Point.

Zwar kommt das von AVM eigens entwickelte beziehungsweise angepasste Linux-Betriebssystem auch bei Routern anderer Hersteller, etwa den Speedports von T-Com, die Entwickler von AVM demonstrieren aber bei ihren Fritzboxen eindrucksvoll, dass sich bei teilweise identischer Hardware mit einem gut gemachten und intuitiven Web-Interface ungleich mehr aus den Geräten herausholen lässt.

Der Funktionsumfang der meisten Modelle ist inzwischen so groß, dass viele Funktionen beim Anwender brach liegen oder in Vergessenheit geraten, denn ein DSL-Router gehört nicht gerade zu den IT-Komponenten, an denen man täglich “herumschraubt”. Zudem erweitert AVM regelmäßig den Funktionsumfang insbesondere neuerer Modelle oder verbessert die Performance beim DSL-Durchsatz oder bei der WLAN-Reichweite.

Die Erweiterungen und Funktionen einer neuen Firmware-Version fallen oft recht umfangreich aus. So lässt sich beispielsweise der NAS-Speicher der Fritzbox 7390 mit dem Update 84.05.05 vom August 2011 nicht mehr nur via Java/WebDAV nutzen, sondern endlich auch als gewöhnliche SMB-Netzwerkfreigabe.

Wir haben im Test vorrangig das Modell 7390 eingesetzt, beim Testen des WDS-WLAN-Modus zusätzlich eine ältere Fritzbox 7170. Ergänzende Informationen zu vielen Tipps auf den folgenden Seiten finden Sie auch auf AVMs FAQ-Seite [1].

Tipp 1: Expertenansicht

Fast alle im Folgenden beschriebenen Tipps und Handgriffe erfordern ein Einschalten der Expertenansicht, wozu Sie erst einmal im Menü System | Ansicht das entsprechende Häkchen setzen müssen.

Tipp 2: Firmware-Update – Online

Für das Firmware-Update stellen aktuelle Fritzboxen das Menü System | Firmware-Update im Web-Frontend zur Verfügung. Am einfachsten lässt sich die Firmware über den Reiter Online-Update auf den neuesten Stand bringen. Mithilfe der Schaltfläche Neue Firmware suchen prüfen Sie zunächst prüfen, ob ein Update bei AVM verfügbar ist. Falls ja, können Sie sich über den Link Wichtige Informationen und Neuigkeiten zur aktuell verfügbaren Version. zunächst informieren, welche neuen Features das Update mitbringt beziehungsweise welche Bugs oder Probleme es beseitigt. Ein anschließender Klick auf Firmware-Update jetzt starten leitet die Aktualisierung ein. Beim Update selbst unterbricht die Fritzbox kurzzeitig sämtliche Verbindungen und startet nach Abschluss der Aktualisierung neu.

Über das Online-Update lässt sich die Firmware im Nu über das Webinterface aktualisieren.

Über das Online-Update lässt sich die Firmware im Nu über das Webinterface aktualisieren.

Tipp 3: Firmware-Update – manuell

Optional stoßen Sie das Firmware-Update auch halb-manuell über den Register-Reiter Firmware-Datei an. Dazu müssen Sie aber vorab die zu Ihrer Fritzbox passende Firmware-Datei entweder von AVMs Firmware-Seite [2] oder von AVMs FTP-Server [3] herunterladen.

Das Firmware-Update lässt sich auch manuell anstoßen, sollte die Fritzbox selbst zum Zeitpunkt des Updates keinen DSL-Zugang haben.

Das Firmware-Update lässt sich auch manuell anstoßen, sollte die Fritzbox selbst zum Zeitpunkt des Updates keinen DSL-Zugang haben.

Tipp 4: Profildatei sichern

Zudem empfiehlt es sich, im Vorfeld mithilfe der Schaltfläche Einstellungen sichern die aktuellen Einstellungen der Fritzbox in Form einer (textbasierten und damit auch für Menschen lesbaren) Profildatei auf der lokalen Festplatte zu speichern.

Die gleiche Funktion versteckt sich noch einmal im Menü System | Einstellungen sichern, denn auch unabhängig von einem geplanten Firmware-Update empfiehlt es sich hin und wieder, die Profildaten zu sichern. Das Profil enthält unter anderem die DSL-Zugangsdaten sowie die WPA-Schlüssel.

Das Sichern Profil-Daten empfiehlt sich nicht nur bei einem Firmware-Update.

Das Sichern Profil-Daten empfiehlt sich nicht nur bei einem Firmware-Update.

Tipp 5: Internen Speicher sichern

Vor jedem Firmware-Update sollten Sie außerdem auch den internen Speicher der Fritzbox sichern. Er enthält Daten wie aufgenommene Sprachnachrichten, Faxe oder Anrufbilder. Das Sichern des internen Speichers klappt am schnellsten mithilfe der NAS-Funktion. Dazu öffnen Sie die URL http://fritz.nas oder IP-Adresse-Fritzbox.nas in einem Webbrowser, aktiviert die Checkboxen bei allen Datei- und Ordnereinträgen und klicken dann auf Übertragen auf den Computer. Damit das Backup funktioniert, muss der verwendete Browser allerdings Java unterstützen. Nach erfolgreichem Update kann das Sichern des internen Speichers auch via SMB erfolgen.

Vor Experimenten mit der Box sollten Sie auch den internen Speicher sichern.

Vor Experimenten mit der Box sollten Sie auch den internen Speicher sichern.

Tipp 6: USB-Speicher aushängen

Haben Sie USB-Speicher wie Sticks oder externe Festplatten am USB-Port der Fritzbox angeschlossen, sollte Sie diese vor dem Firmware-Update im Menü Heimnetz | USB-Geräte mithilfe der gleichnamigen Schaltfläche sicher entfernen. Danach ist es ratsam, die USB-Geräte von der Fritzbox abzuziehen. Nun steht dem Firmware-Update nichts mehr im Weg.

USB-Geräte müssen Sie vor einem Firmware-Update sauber aushängen.

USB-Geräte müssen Sie vor einem Firmware-Update sauber aushängen.

Tipp 7: USB-Hub

Schon relativ lange lassen sich weitere USB-Geräte an der Fritzbox anschließen, wie etwa USB-Festplatten, Drucker, Card-Reader oder USB-Modems (falls die Fritzbox selbst nur als Router fungieren soll). Unser Test-Modell 7390 verfügt dazu über zwei USB-2.0-Ports. Es spricht auch nichts dagegen, die USB-Kapazität durch einen USB-Hub zu erweitern. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass die Fritzbox nur maximal drei USB-Geräte unterstützt.

Mit einen USB-Hub lässt sich die Anzahl anschließbarer USB-Geräte erhöhen.

Mit einen USB-Hub lässt sich die Anzahl anschließbarer USB-Geräte erhöhen.

Tipp 8: USB-Zugriff per FTP

Im normalen USB-Betrieb lassen sich externe Speicher wie USB-Sticks oder Festplatten entweder zum Erweitern der Speicherkapazität der Fritzbox nutzen – etwa für interne Daten, Anrufbeantworter-Aufzeichnungen, Profile und Ähnliches – oder als zusätzlicher Datenspeicher im Netz.

Letzterer lässt sich allerdings ohne Fritz.NAS-Funktion nur via FTP ansprechen. Der Zugriff erfolgt über die URL ftp://fritz.box beziehungsweise ftp://IP-Adresse-Fritzbox via Webbrowser oder FTP-Client. Der zugehörige Benutzernamen lautet ftpclient, zur Authentifizierung dient das im Menü Heimnetz | Speicher im Reiter Sicherheit vergebene Passwort.

Ein wesentlich komfortableren Netzwerkzugriff bietet dagegen der NAS-Modus, der die Fritzbox wahlweise in einen vollwertigen SMB/CIFS-Fileserver oder einen echten UPnP-Mediaserver verwandelt – Siehe Tipp 11 und folgende.

Tipp 9: USB-Druckserver

Alle aktuellen Fritzbox-Modelle lassen sich auch als Printserver nutzen, sobald Sie einen USB-Drucker an einen der Ports der Fritzbox anschließen. Verwenden Sie dazu nicht die Option Fernzugriff aktivieren, erscheint der Drucker vorerst nur als Netzwerkdrucker – entweder als Freigabe im Windows-Netzwerk (SMB) oder via IPP – und muss am Client auch als Netzwerkdrucker eingerichtet werden. Dazu gehört auch eine lokale Treiber-Installation, ein automatisches serverseitiges Verteilen der Treiber ist nicht möglich.

Selbstverständlich lässt sich auch ein echter Netzwerkdrucker mit RJ45-Anschluss direkt an einem der LAN-Ports der Fritzbox betreiben. Allerdings hat die Box dann – außer in Ihrer Eigenschaft als Ethernet-Switch – relativ wenig mit dem Drucker zu tun.

Tipp 10: USB-Drucker – Fernzugriff

In manchen Szenarien benötigt man keinen zentralen Drucker in einer Mehrbenutzerumgebung, sondern möchte die Anschlussmöglichkeit eines USB-Druckers an der Fritzbox aus ganz anderen Gründen nutzen – etwa, weil sich der Drucker dann geografisch günstiger aufstellen lässt, kein langes USB-Kabel für den Anschluss am Client zur Verfügung steht oder der Client keinen freien USB-Anschluss mehr hat. Dazu aktivieren Sie an der Fritzbox die Funktion USB-Fernzugriff. Im Modus USB-Fernanschluss erscheint der Drucker dann am Client so, als wären er dort lokal angeschlossen, und lässt sich auch exakt so verwenden. Das Installieren am Client erfolgt also als lokaler Drucker und nicht als Netzwerkdrucker. Der Fernanschluss verwaltet dabei sämtliche USB-Verbindungen und fungiert als eine Art virtuelles USB-Kabel, indem er an der Fritzbox angeschlossene Geräte an den Client durchreicht. Clientseitig lässt sich ein auf diese Weise angeschlossener Drucker allerdings erst ab Windows XP SP2, Vista oder Windows 7 nutzen.

Der USB-Fernanschluss ermöglicht das Durchreichen an der Fritzbox angeschlossener Drucker an den lokalen PC.

Der USB-Fernanschluss ermöglicht das Durchreichen an der Fritzbox angeschlossener Drucker an den lokalen PC.

Tipp 11: Fritz.NAS via SMB (1)

Als eines der Features des Firmware-Updates 84.05.05 vom August 2011 lässt sich die NAS-Funktion der Fritzbox 7390 statt über das Java-Applet im Browser jetzt auch als gewöhnliche Windows-Freigabe (SMB) realisieren. Das zugehörige Share steht unmittelbar nach dem Update zur Verfügung, sofern Sie an der Fritzbox den NAS-Modus für den internen Speicher oder die angeschlossenen USB-Speicher aktiviert haben. Es genügt dann im Prinzip, an einem Linux-Rechner im Dateimanager Dolphin nach SMB-Freigaben im lokalen Netz zu suchen. Das funktioniert auch in der Windows-Netzwerkumgebung oder im Mac Finder.

Tipp 12: Fritz.NAS via SMB (2)

Der alternativ zur IP-Adresse zu verwendende Name der Heimnetzfreigabe lässt sich übrigens im gleichnamigen Bereich auf der Fritzbox-Konfigurationsseite Heimnetz | Speicher (NAS) einrichten. Voraussetzung für die Benutzbarkeit der Heimnetzfreigabe ist allerdings, dass Sie vorher im Reiter Sicherheit der Seite Heimnetz | Speicher (NAS) ein Nutzerpasswort einrichten.

Der Freigabename eine Fritz-NAS-Freigabe lässt sich frei wählen.

Der Freigabename eine Fritz-NAS-Freigabe lässt sich frei wählen.

Tipp 13: Fritz.NAS via SMB (3)

Jetzt ist es zwar prinzipiell möglich, sich mit der in Tipp 11 angezeigten Netzwerkfreigabe des Fritzbox-NAS zu verbinden, allerdings unterstützt der SMB-Server der Fritzbox keinen Gastzugriff. Möchten Sie die SMB-Freigabe von Fritz.NAS also mit Dolphin unter Linux nutzen, müssen Sie im Dateimanager bei Orte | Netzwerk mit einem Klick auf Netzwerkordner hinzufügen den Verbindungsassistenten starten.

Dort wählen Sie im ersten Schritt die Option Microsoft-Windows-Netzwerklaufwerk und tragen dann nach einem Klick auf Weiter im Folge-Dialog Netzwerkordner-Informationen die Login-Parameter Name = FRITZ.NAS, Server = IP-Adresse-Fritzbox und Ordner = FRITZ.NAS ein. Nach einem Klick auf Speichern & Verbinden tragen Sie dann im Dialog Autorisierung den Anmeldenamen ftpuser zusammen mit dem in Tipp 12 gewählten Passwort ein.

Nun stehen Ihnen der interne Speicher der Fritzbox, die an ihr angeschlossenen USB-Festplatten und gegebenenfalls auch der von der Fritzbox verwaltete Online-Speicher im Linux-Dateimanager zur Verfügung. Sinngemäß gleich klappt das in der Netzwerkumgebung eines Windows-Rechners oder am Mac (Finder: Mit Server verbinden). Alternativ mounten Sie die Freigabe unter Angabe des Benutzernamens und Passworts manuell.

Für den NAS-Zugriff via SMB unter KDE gilt es ein Netzwerklaufwerk einzurichten.

Für den NAS-Zugriff via SMB unter KDE gilt es ein Netzwerklaufwerk einzurichten.

Tipp 14: Anrufbeantworter

Alle Fritzboxen arbeiten auch als leistungsfähige Telefonanlagen für Festnetztelefonie (ISDN, Analog) sowie IP-Telefonie und lassen sich außerdem als DECT-Basisstation einrichten. Allen Telefonfunktionen gemein ist der konfigurierbare integrierte Anrufbeantworter.

Um ihn zu nutzen, müssen Sie ihn zunächst im Menü Telefonie | Telefoniegeräte mit einem Klick auf die Schaltfläche Neues Gerät einrichten anlegen. Im Dialog Telefoniegerät einrichten markieren Sie dann im unteren Bereich In die FRITZ!Box integriert die Option Anrufbeantworter und klicken auf Weiter. Im Feld bei 2. vergeben Sie einen beliebigen Namen für den Anrufbeantworter. Die Optionen bei 1. stellen Sie je nach Bedarf ein.

Jede Fritzbox bringt auch einen internen digitalen Anrufbeantworter mit.

Jede Fritzbox bringt auch einen internen digitalen Anrufbeantworter mit.

Im Prinzip können Sie sich mit einer einfachen Ansage begnügen, ohne dass der Anrufer die Möglichkeit hat, eine Nachricht zu hinterlassen. Für einen echten Anrufbeantworter mit Aufzeichnungsfunktion dagegen wählen Sie im Listenfeld Betriebsart der Eintrag Mitteilung aufnehmen. Reicht der interne Speicher der Fritzbox zum Aufzeichnen eines individuellen Ansagetextes nicht aus, bietet der Dialog mit einem Häkchen bei USB-Speicher zur Erhöhung der Aufnahmekapazität verwenden die Möglichkeit, die Ansage auf dem angeschlossenen USB-Gerät zu speichern.

Das Konfigurieren des Anrufbeantworters erfolgt komfortabel im Webinterface.

Das Konfigurieren des Anrufbeantworters erfolgt komfortabel im Webinterface.

Im Folge-Dialog lässt sich bei mehreren vorhandenen Rufnummern einstellen, für welche MSN oder Rufnummer sich der Anrufbeantworter verantwortlich fühlen soll: nur Anrufe für folgende Rufnummern annehmen. Der Assistent zeigt abschließend eine Zusammenfassung der technischen Daten des neuen Telefoniegerätes, bevor Sie es mit Übernehmen in der Geräteliste verewigen.

Tipp 15: Anrufbeantworter nutzen

Der eben konfigurierte Anrufbeantworter taucht jetzt als neues Telefoniegerät im Menü Telefoniegeräte auf und lässt sich von dort aus wie jedes andere Gerät rekonfigurieren und nutzen. Dazu klicken Sie in der Zeile des betreffenden Geräts rechts auf das Bearbeiten-Symbol.

Der neu eingerichtete Anrufbeantworter reiht sich in die Liste der Telefoniegeräte ein.

Der neu eingerichtete Anrufbeantworter reiht sich in die Liste der Telefoniegeräte ein.

Tipp 16: AB-Fernabfrage

Zum Einrichten der Fernabfrage wechseln Sie im Dialog Bearbeiten zum Reiter Fernabfrage, setzt das Häkchen bei Fernabfrage aktivieren und vergeben im Feld darunter eine individuelle, geheime PIN in Form einer vierstelligen Ziffer. Das Einrichten des Anrufbeantworters erledigen Sie – genau wie das Abhören auch – über das Endgerät durch Anwahl von **600. Neu eingegangene Nachrichten signalisiert der Anrufbeantworter durch Blinken der Info-LED an der Fritzbox sowie durch die entsprechenden Symbole am Endgerät.

Der digitale Anrufbeantworter unterstützt auch Fernabfrage über Telefon und Android-App.

Der digitale Anrufbeantworter unterstützt auch Fernabfrage über Telefon und Android-App.

Tipp 17: Info-LED konfigurieren

Das Verhalten der blinkenden Info-LED konfigurieren Sie bei Bedarf auch selbst. Dabei können Sie festlegen, ob die Leuchtdiode beispielsweise über Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, entgangene Anrufe, eingegangene Faxe oder angeschlossene USB-Geräte informiert. Insgesamt lässt sich die Info-LED für zehn verschiedene Funktionen konfigurieren. Die entsprechenden Einstellungen finden Sie im Menü System | Info-Anzeige.

Das Verhalten der Info-LED der Fritzbox lässt sich frei konfigurieren.

Das Verhalten der Info-LED der Fritzbox lässt sich frei konfigurieren.

Tipp 18: AB – Push Service (1)

Der Anrufbeantworter lässt sich auch so konfigurieren, dass die Fritzbox eingegangene Anrufe per E-Mail an das vom Benutzer eingerichtete Postfach verschickt. Die zugehörige Mail enthält dann im Anhang eine WAV-Datei mit dem Inhalt des Anrufs. Zum Einrichten dieser Funktion kommt die E-Mail-Push-Funktion der Fritzbox zum Einsatz, mit deren Hilfe das System selbstständig Mails an die vorgegebene Adresse verschickt. Die betreffende Nachricht enthält nicht nur den Inhalt der Nachricht als WAV-Datei, sondern auch die Nummer des Anrufers (sofern dieser deren Anzeige nicht deaktiviert hat) sowie die Anrufzeit und Dauer.

Die Fritzbox kann aufgezeichnete Anrufe als WAV-Datei als E-Mail-Anhang versenden.

Die Fritzbox kann aufgezeichnete Anrufe als WAV-Datei als E-Mail-Anhang versenden.

Außerdem sendet die Fritzbox eine zusätzliche Status-E-Mail, deren Häufigkeit Sie im Dialog Einstellungen konfigurieren (täglich, wöchentlich oder monatlich). Diese Status-Mail enthält unter anderem eine Liste sämtlicher bis dahin ein- und ausgegangenen Anrufe in Form einer CSV-Datei.

Zum Aktivieren des Push-Service dient das Menü System | Push Service. Die vom Push-Service generierte E-Mail geht entweder an die im ersten Reiter Einstellungen im Bereich Kontaktdaten eingetragene Adresse oder alternativ an den Empfänger, den Sie im zweiten Reiter Erweiterte Einstellungen bei Anderer Empfänger eingetragen haben. In den erweiterten Einstellungen legen Sie daneben mithilfe der entsprechenden Checkboxen fest, welche Informationen die Status-E-Mail im Detail enthalten soll.

Mit dem Push-Service informiert die Fritzbox den Betreiber von sich aus per E-Mail über den Gerätestatus oder andere Ereignisse wie aufgenommene Anrufe.

Mit dem Push-Service informiert die Fritzbox den Betreiber von sich aus per E-Mail über den Gerätestatus oder andere Ereignisse wie aufgenommene Anrufe.

Tipp 19: AB – Push Service (2)

Die im vorigen Tipp eingerichtete Push-Service-E-Mail enthält allerdings per Default noch keine Anrufbeantworter-Nachrichten. Um den internen Anrufbeantworter dazu zu bewegen, aufgelaufene Nachrichten per E-Mail zu versenden, gilt es noch einmal das Menü Telefonie | Telefoniegeräte zu bemühen.

Nach Auswahl des Geräts Anrufbeantworter gefolgt von einem Klick auf das Bearbeiten-Icon ist diesmal der mittlere Reiter Merkmale von Interesse: Hier aktivieren Sie die Option Nachrichten per E-Mail versenden. Dabei legen Sie wahlweise fest, ob die Fritzbox den durch die Aufzeichnung des Anrufs belegten Speicher nach dem Versenden der WAV-Datei löschen soll. Daneben lassen sich auch Betriebsart, Ansageverzögerung und maximale Aufnahmelänge definieren.

Jetzt sollte das Versenden von Anrufbeantworter-Nachrichten funktionieren. Eintreffende Ansagen versendet die Fritzbox – im Gegensatz zur Service-E-Mail des Push-Dienstes mit ihren festgelegten Zyklen – unmittelbar nach dem Anruf.

Dass der Push-Service auch aufgezeichnete Anrufe per E-Mail sendet, gilt es in den Telefonie-Einstellungen zu konfigurieren.

Dass der Push-Service auch aufgezeichnete Anrufe per E-Mail sendet, gilt es in den Telefonie-Einstellungen zu konfigurieren.

Tipp 20: UMTS-Fallback

Die Fritzbox kann im Notfall auch als UMTS-Router fungieren, etwa wenn der DSL-Zugang gestört ist. Dazu brauchen Sie lediglich einen UMTS-Stick. Statt am Notebook schließen Sie den Surf-Stick einfach am USB-Port der Fritzbox an. Danach enthält zum Beispiel die Fritzbox 7390 im Menü Internet automatisch den neuen Menüpunkt Mobilfunk. Nun müssen Sie nur noch unter Anmeldung im Mobilfunknetz die PIN-Nummer der SIM-Karte des USB-Modems und unten bei Internetzugang die Zugangsdaten des Mobilfunk-Providers einzutragen – schon mutiert die Fritzbox zum ein UMTS-Router.

Die Fritzbox kann sogar als UMTS-Router fungieren.

Die Fritzbox kann sogar als UMTS-Router fungieren.

Tipp 21: DECT-Mobilteile

Die Fritzbox arbeitet nicht nur als Festnetz-Telefonanlage, sondern auch als ausgewachsene DECT-Basisstation. Im Prinzip lassen sich beliebige DECT-Mobilteile anschließen, den größten Komfort bieten aber die DECT-Mobilgeräte AVM Fritzfon MT-D oder MT-C: Diese verwalten Sie komplett in der Web-Oberfläche der Fritzbox, das Anmelden erfolgt automatisch. Zudem bieten die AVM-Mobilteile komfortable Zusatzfunktionen wie Internetradio, E-Mail-Client, RSS-Nachrichten oder Podcasts. Allerdings erwies sich im Test die DECT-Reichweite als relativ gering.

Klingeltöne, Hintergrundbild und ISDN-Merkmale für die DECT-Telefone richten Sie in der Web-Oberfläche der Fritzbox unter Telefonie | Telefoniegeräte ein. Dazu klicken Sie auf das Bearbeiten-Icon in der Geräteliste. Im Reiter Merkmale des Telefoniegerätes wählen Sie die gewünschten Komfort- und Leistungsmerkmale, laden ein Hintergrundbild vom PC aus hochladen oder testen die HD-Tonqualität.

DECT-Mobilteile von AVM lassen sich zu einem großen Teil im Webfrontend konfigurieren.

DECT-Mobilteile von AVM lassen sich zu einem großen Teil im Webfrontend konfigurieren.

Tipp 22: WLAN – WDS-Modus

Möchten Sie die WLAN-Reichweite der Fritzbox erweitern, erwerben Sie dazu entweder einen Repeater von AVM oder verbinden zwei Fritzboxen im WDS-Modus. Wer also noch ein altes Fritzbox-Modell in der Schublade hat, das bereits den WDS-WLAN-Modus unterstützt oder sich per Firmware-Update dazu bewegen lässt, kommt so relativ einfach in den Genuss einer preisgünstigen und leistungsfähigen Repeater-Lösung zum Erhöhen der WLAN-Reichweite. Zwar funktioniert WDS theoretisch auch mit Routern anderer Hersteller, das aber meist nicht so problemlos, wie mit zwei Fritzboxen. Außerdem unterstützen nur zwei Fritzbox-Modelle den WDS-Betrieb mit WPA2-Sicherheit.

Im WDS-Betrieb fungiert eine Fritzbox – im Test beispielsweise das neuere Modell 7390, das auch mit dem DSL-Anschluss verbunden war – als Basisstation, die andere als Repeater. Mit der Konfiguration beginnen Sie an der Basisstation im Menü WLAN | WDS. Hier aktivieren Sie die Betriebsart Basisstation und wählen dann in der WLAN-Geräteliste die SSID der als Repeater vorgesehenen Fritzbox aus.

Das funktioniert indes nur, wenn beide Fritzboxen im gleichen Funkkanal senden, wozu Sie gegebenenfalls vorher die automatische Kanalwahl abschalten müssen. Die Fritzbox signalisiert die Aktivität auf den jeweiligen Kanälen in der Grafik WLAN-Umgebung, sodass Sie dort schnell einen geeigneten Kanal finden. Unterstützt allerdings nur eine von beiden Fritzboxen das 5-GHz-Netz, kann der für WDS genutzte Kanal selbstverständlich auch nur im 2,4 GHz-Band liegen.

Außerdem gilt es zu beachten, dass im WDS-Modus sämtliche Verbindungen zwischen Basisstation und Repeater mit dem gleichen Verfahren gesichert sein müssen – bei zwei Fritzboxen typischerweise mit WPA2. Im Bereich Sicherheit tragen Sie entsprechend den WPA2-Key des Repeaters ein.

Nach Abschluss der Konfiguration zeigt die Fritzbox eine Popup-Seite mit den am Repeater vorzunehmenden WLAN-Einstellungen. Hier wählen Sie analog zu dem Einstellungen der Basisstation im WDS-Menü als Betriebsart Repeater und in der Liste der WLAN-Geräte die Basisstation aus. Außerdem setzen Sie, falls noch nicht geschehen, den Funkkanal auf denjenigen der Basisstation.

Im WDS-WLAN-Modus lässt sich die WLAN-Reichweite dadurch erhöhen, dass eine zweite Fritzbox als Repeater fungiert.

Im WDS-WLAN-Modus lässt sich die WLAN-Reichweite dadurch erhöhen, dass eine zweite Fritzbox als Repeater fungiert.

Tipp 23: Stromverbrauch reduzieren

Über das Menü Erweiterte Einstellungen/System/Energiemonitor kontrollieren Sie nicht nur den Stromverbrauch der Fritzbox, sondern sogar denjenigen an den LAN-Anschlüssen oder aktivieren eine Nachtschaltung. Letztere versetzt die Fritzbox in dem von Ihnen vorgegeben Zeitraum automatisch in einen Standby-Modus. Auch im Menü WLAN/Funkeinstellungen | Funkkanal gibt es eine Option zum Stromsparen: Hier aktivieren Sie gegebenenfalls den Punkt Sendeleistung automatisch auf den tatsächlichen Bedarf verringern.

Tipp 24: Mehr WLAN-Leistung

Ein bekannter Schwachpunkt vieler Fritzboxen ist die Leistung des Funkmoduls. Zwar sorgt AVM in diesem Punkt mit jedem Firmware-Update für Verbesserungen, doch die Geräte konkurrierender Hersteller bieten trotzdem erfahrungsgemäß deutlich bessere Werte. Es steht Ihnen aber zumindest frei, selbst Hand anzulegen und im Menü WLAN | Funkkanal in der Grafik unter WLAN-Umgebung mithilfe der entsprechenden Option Störeinflüsse einblenden einen weniger ausgelasteten Funkkanal auszusuchen. Außerdem lässt sich an dieser Stelle gegebenenfalls die Sendeleistung der FRITZ!Box für IP-TV-Anwendungen optimieren.

Tipp 25: Android Market

Fritzbox-Besitzer, die ein Android-Handy Ihr Eigen nennen, sollten auf jeden Fall auch einen Blick in den Android-Market werfen, der eine Reihe interessanter Fritzbox-Tools bereit hält.

So erlaubt etwa die kostenlose App FRITZ!App Fon das Telefonieren via Festnetz und Internet mit dem Handy über den WLAN-Anschluss der Fritzbox. Übrigens gibt es von dieser App sowohl direkt von AVM [4], als auch im Android-Market eine Laborversion mit erweiterten Funktionen. Installieren Sie außerdem die Laborversion der Firmware auf Ihrer Fritzbox 7390, kommen Sie außerdem in den Genuss zweier für Smartphone-Zugriff optimierter Benutzeroberflächen namens fritz.box und fritz.nas.

Die ebenfalls kostenlose App FRITZ!App Media dagegen ermöglicht den mobilen Zugriff auf Multimedia-Daten, die Sie auf der Fritzbox gespeichert haben. Die App FRITZ!App Ticker informiert Sie auch unterwegs über verpasste Anrufe, lag aber bis Redaktionsschluss nur als Laborversion vor.

Die Gratis-App contacts2FRITZ!Box ermöglicht, Android-Kontakte als XML-Datei zu exportieren und in die Fritzbox zu übernehmen. Zwar nicht kostenlos, aber immerhin recht preisgünstig (1,99 Euro) erhalten Sie die sehr umfangreiche App BoxToGo, die ebenfalls das Steuern vieler Fritzbox-Funktionen insbesondere aus dem Telefonie-Bereich vom Handy aus ermöglicht. Als besonderen Clou lädt die App auf Wunsch die Web-Oberfläche der Fritzbox SSL-gesichert in den Smartphone-Browser, und zwar unter deren lokaler Adresse https://IP-Adresse-Fritzbox. Außerdem ist es möglich, aus BoxToGo Computer in Funknetz auf dem Tiefschlaf aufzuwecken. 

Infos

[1] AVM-FAQ: http://www.avm.de/de/Service/

[2] AVM-Wiki – Firmware und Recovery: http://www.wehavemorefun.de/FRITZ!Box/index.php/Firmware

[3] AVM-FTP-Server – Firmware und Recovery: ftp://ftp.avm.de/fritz.box/

[4] AVM-Laborseite: http://www.avm.de/de/Service/Service-Portale/Labor/

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