Markup

Die genannten Formatierungen wie Stern oder Strich bilden einen integralen Bestandteil der Hauptkomponente von Rednotebook, des Journals. Es befindet sich prominent in der Mitte des Programmfensters und ist im Grunde genommen nichts weiter als ein einfacher Texteditor, der es jedoch in sich hat. Das Journal kennt zweierlei Zustände: die Vorschau und einen Modus zum Bearbeiten des Textes.

Sie wechseln zwischen beiden über die entsprechende Schaltfläche in der Mitte der Symbolleiste. Den jeweiligen Text geben Sie dabei in einer Wiki-ähnlichen Syntax ein. Die standardmäßig vorinstallierten Einträge zeigen die Möglichkeiten, die diese Auszeichnungssprache bietet – sie dienen gleichermaßen als Beispiel und Dokumentation. Im Test bestand diese Sammlung allerdings aus einer bunten Mischung aus deutschen und englischen Texten, aber selbst ohne tiefgreifende Sprachkenntnisse waren die Beispiele selbsterklärend.

Normaler Text erscheint in der Vorschau später als Fließtext, ohne jegliche Auszeichnungen. Fettdruck und Durchstreichen haben Sie weiter oben bei den Todo-Listen bereits kennengelernt – dazu umranden Sie den Textbereich mit -- beziehungsweise **. Aufzählungen kennzeichnen Sie durch einen vorangestelltes Minus (-), ein dem vorangehendes Leerzeichen steht für eine Einrückung. Automatische Nummerierungen sind ebenfalls möglich, indem Sie ein Pluszeichen (+) benutzen.

Titel und Untertitel umranden Sie durch eine entsprechende Anzahl von Gleichheitszeichen (=). Eines auf jeder Seite kennzeichnet einen Titel der ersten Ebene, zwei stehen für einen Titel der zweiten Ebene und so weiter, wobei sich dieser Unterschied in der Größe der Schriftart ausdrückt. Insgesamt unterstützt Rednotebook fünf Ebenen – entgegen den Angaben in der Hilfe, die von bis zu sechs Ebenen spricht.

Möchten Sie die Ebenen durchnummerieren, verwenden Sie ebenfalls das Pluszeichen. Einen langen horizontalen Strich, beispielsweise zum Trennen verschiedener Bereiche, fügen Sie – etwas unkomfortabel – mit zwanzig Gleichheitszeichen hintereinander ein. Um Bereiche kursiv zu setzen, greifen Sie auf einen doppelten Schrägstrich zurück (//), Unterstreichungen fügen Sie analog mit zwei Unterstrichen (__) ein. Zeilenumbrüche erzeugen Sie dagegen durch zwei Backslashes (\\).

Mithilfe des Icons zum Formatieren in der Symbolleiste oder über die entsprechenden Tastenkombinationen bringen Sie die Auszeichnungen schneller an. Weitere Objekte, die Rednotebook unterstützt, erreichen Sie über das Einfügen-Symbol – so etwa Dateien, Bilder oder Links.

Zu guter Letzt haben Sie die Möglichkeit, mit Doppel- beziehungsweise Dreifach-Backquote (`` bzw. ```) Code-Segmente auszuweisen. Ein Prozentzeichen (%) steht für einen Kommentar, und anhand von doppelten Anführungszeichen ("") weisen Sie Rednotebook an, keine Formatierungen anzuwenden. Die Abbildungen 5 und 6 zeigen ein Beispiel, das die meisten Möglichkeiten zum Formatieren von Rednotebook demonstriert.

Abbildung 5: Ein solcher Eintrag in der Markup-Sprache …
Abbildung 6: … führt zu diesem Ergebnis.

Stilvorlage

Die integrierte Vorlagenfunktion ermöglicht es, für häufig wiederkehrende Ereignisse, für die Sie identische Journaleinträge erstellen möchten, im Verzeichnis ~/.rednotebook/templates eine entsprechende Vorlage mit der Endung .txt anzulegen. Der Dateiname entspricht dabei gleichzeitig dem Titel der Vorlage, so wie Sie ihn im Menü sehen.

Eine besonderes Gewicht kommt den Dateien 1.txt bis 7.txt zu: Sie dienen als Muster für den jeweiligen Wochentag (Montag bis Sonntag). Im Test waren überraschenderweise sogar einige deutschsprachige Vorlagen mitgeliefert. Jedes Vorkommen des Makros $date im Vorlagentext ersetzt Rednotebook automatisch durch das aktuelle Datum samt Wochentag und Uhrzeit.

Komfortabel ist auch die Möglichkeit, die entsprechenden Dateien direkt aus dem Programm heraus zu bearbeiten. Alles in allem konnte die Vorlagenfunktion im Test überzeugen, stellt sie doch eine große Arbeitserleichterung bei wiederkehrenden Abläufen dar.

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