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© Christgr, sxc.hu

Digitales Tagebuch

Ereignisse und Gedanken aufzeichnen mit Rednotebook

16.11.2011
Tiefsinnige Gedanken, erstaunliche Ereignisse oder einfach nur der Zauber des Alltäglichen – es gibt viele Anlässe, die persönliche Geschichte zu dokumentieren. Rednotebook liefert dazu die zeitgemäßen Mittel.

Die tägliche Flut an Informationen braucht einen geeigneten Kanal. Dabei legt sich jeder seine eigene Taktik zurecht: Manche schwören auf die bekannten gelben Zettel oder ihre digitalen Pendants [1], andere halten alles handschriftlich im Terminplaner fest. Wer einen einfachen und dennoch effektiven Weg sucht, der sollte einen Blick auf Rednotebook [2] werfen.

Für die Installation brauchen Sie keine schweren Nüsse zu knacken. Auf dem Testsystem mit dem aktuellen Ubuntu 11.10 "Oneiric Ocelot" stand das entsprechende Paket direkt im Repository bereit. Sie installieren es dort per

$ sudo apt-get install rednotebook

auf der Kommandozeile. Anschließend steht die Software in Version 1.1.8 zum Einsatz bereit.

Kopfzerbrechen bereitet es eher, das Programm in der neuen Ubuntu-Oberfläche zu finden: Über das sogenannte Dash gelangen Sie am schnellsten ans Ziel, indem Sie einfach die Anfangsbuchstaben eintippen und das Programm aus der Liste der Ergebnisse (Abbildung 1) öffnen.

Abbildung 1: Über das Dash starten Sie Rednotebook durch Eingabe des Programmnamens.

Klassischer Dreireiher

Nach dem Programmstart begrüßt die Software Sie mit einer aufgeräumten Oberfläche in deutscher Sprache (Abbildung 2). Das Hauptfenster teilt sich in drei Bereiche auf, die Sie durch Verschieben der Trennlinien in der Größe verändern oder ganz verstecken.

Auf der linken Seite befinden sich ein Kalender, ein Suchfeld sowie die etwas ungewöhnlich übersetzte Funktion Wortwolken, neudeutsch Tag Cloud. Tage, zu denen ein Eintrag existiert, hebt Rednotebook im Kalender durch Fettdruck hervor. Beim ersten Start legt das Programm automatisch für die kommenden vier Tage Beispieleinträge an, die als praktische Anleitung für die Funktionsweise des Programms dienen.

Die Navigation im Kalender erfolgt wie gewohnt – einzelne Tage klicken Sie direkt an, und zwischen Jahren und Monaten navigieren Sie mit den entsprechenden Pfeilen. Aufklappbare Listen zur Direktwahl bietet das Programm nicht, dafür bringt Sie der Button Heute in der Symbolleiste stets zum aktuellen Datum zurück, wenn Sie sich gedankenverloren in den Tiefen des Kalenders verirrt haben.

Abbildung 2: Dank der übersichtlichen Oberfläche und der mitgelieferten Beispiele fällt der Einstieg in Rednotebook leicht.

Die integrierte Suchfunktion bietet dreierlei Modi: die Suche nach Inhalten, Metadaten und das Anzeigen aller Einträge einer Kategorie. Die Tag Clouds, die sich auf dem zweiten Tab verbergen, zeigen die am häufigsten benutzten Begriffe an.

Ein Klick darauf fördert ebenfalls die Suchfunktion zutage, welche die einzelnen Vorkommnisse im Text gelb unterlegt. Möchten Sie bestimmte Worte von der Tag Cloud ausschließen, weil sie beispielsweise zu banal sind, führt ein Rechtsklick auf das jeweilige Wort zur gewünschten Funktion.

Kategorien

Der Name Kategorien auf der rechten Seite bezeichnen selbst die Programmautoren als etwas unglücklich gewählt: Streng genommen handelt es sich um eine Funktion, um Notizen zum Tag anzufertigen und diese in Kategorien zu unterteilen. Es geht also um zusätzliche Informationen zu einem Journaleintrag, die Sie in Kategorien verpacken.

Ein Beispiel macht das Ganze verständlicher: Tragen Sie in die Kategorie Essen alle Lebensmittel ein, die Sie an einem bestimmten Tag verzehrt haben. Im Journal erscheinen dann rechts im Fenster für jeden Tag die von Ihnen eingegebenen Gerichte.

Um sich nun einen Überblick über Ihre Essgewohnheiten der letzten Wochen zu verschaffen, greifen Sie wiederum auf die Suchfunktion zurück: Nach Auswahl der entsprechenden Kategorie in der Dropdown-Liste listet die Software die Einträge chronologisch auf (Abbildung 3). Ärgerlich war, dass wir im Test das Programm nach Anlegen einer neuen Kategorie erst schließen und wieder öffnen mussten, ehe diese in der Dropdown-Box zur Verfügung stand.

Abbildung 3: Mit der Suchfunktion listen Sie die Einträge einzelner Kategorien nach Datum sortiert auf.

Eine weitere Funktion der Kategorien liegt im Verwalten von Todo-Listen, denn neben bloßem Text weisen Sie den einzelnen Einträgen auch mühelos bestimmte Formatierungen zu. Um eine Todo-Liste zu erstellen, klicken Sie auf das Symbol Kommentieren. Daraufhin öffnet sich ein Dialog, in der Sie die Kategorie – in unserem Beispiel Todo – eintragen (Abbildung 4) und eine entsprechende Aufgabe, beispielsweise Einkaufen gehen.

Abbildung 4: Das Verwalten von Notizen und Todo-Listen ist eher rudimentär gehalten.

Sinnvollerweise tragen Sie die Notiz an dem Tag ein, an dem Sie die Aufgabe erledigen wollen, denn Rednotebook sieht keine Möglichkeit vor, ein Fälligkeitsdatum einzugeben. Wenn Sie nun nach dem gleichen Prinzip wie im vorigen Beispiel (dem Essensplan) die Suchfunktion bemühen, erhalten Sie eine Liste aller Aufgaben, geordnet nach Fälligkeitsdatum.

Anhand zweier Auszeichnungen weisen Sie den einzelnen Einträgen noch zusätzliche Attribute zu. Wenn Sie den Text durch jeweils zwei Sternchen umranden (**Einkaufen gehen**) markiert das Programm durch den Einsatz von Fettschrift den Eintrag als wichtig. Erledigte Einträge markieren Sie mit jeweils zwei Strichen (--Einkaufen gehen--). Dadurch erscheinen sie in der Liste durchgestrichen dargestellt.

Klicken Sie auf Eintrag, gruppiert Rednotebook die Todos nach offen, wichtig und erledigt. Auch in diesem Fall fällt auf, dass das Aktualisieren der Suche nicht immer zuverlässig funktioniert. Um die Markierungen in der Liste zu sehen, war es im Test notwendig, erst auf eine andere Kategorie und dann wieder zurück u wechseln.

Probleme gab es auch mit den Metadaten. Laut Anleitung sollte die Software die Kategorie gleichen Namens darauf abbilden, im Test funktionierte das jedoch nicht – trotz ausgefüllter Kategorie blieb die Suche ohne Ergebnis. Vermutlich liegt der Fehler in der Lokalisierung, denn die englischsprachige Kategorie Tags führte im Test schließlich doch zum gewünschten Resultat.

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