Tux am Steuer
Das AutoNOMOS-Projekt der FU Berlin
Ein schöner Oktobermorgen in Berlin, am strahlend blauen Himmel schiebt sich nur ab und an ein Wölkchen vor die Sonne. Noch bleibt der Verkehr zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule überschaubar, nimmt aber stetig zu. Mit jeder Grünphase strömen mehr Fahrzeuge von Ost nach West und andersherum. Da fahren Kleinwagen, Mittelklasse-Limousinen und ab und an auch mal eine Luxus-Karosse. So sehr sich all die Autos unterscheiden, die an uns vorbei rollen, eines haben sie alle gemeinsam: Am Steuer sitzt ein Mensch und sorgt für – hoffentlich – sichere Fahrt.
Wir stehen auf der Straße des 17. Juni und warten. Nach ein paar Minuten wendet ein entgegen kommender Kombi rasant und bleibt kurz vor uns auf dem Parkstreifen stehen. Auf den ersten Blick sieht der Wagen aus, wie Kombis nun einmal aussehen – doch halt, irgend etwas ist anders: Auf einem Gestell auf dem Dach des Autos rotiert ein Zylinder, etwas größer als eine Getränkedose. An verschiedenen Stellen der Karosserie finden sich seltsame schwarze Kästchen montiert, zudem sitzt am Hinterrad ein Gestell, wie man es sonst nur von Autos beim Crash-Test kennt.
Geisterauto
Der geheimnisvolle Kombi parkt ein, allein. Der Fahrer, Tinosch Ganjineh, winkt uns währenddessen fröhlich aus dem Fenster zu (Abbildung 1). Er sitzt im MadeInGermany, dem wohl ersten Auto in Berlin, das alleine fahren kann: Das autonome Fahrzeug, sozusagen ein Roboter, fährt von selbst, lenkt alleine, erkennt Ampeln und Hindernisse und entscheidet (in Maßen) eigenständig.
Der MadeInGermany ist bereits das zweite Auto seiner Art und wurde im Rahmen des AutoNOMOS-Projekts [1] an der freien Universität Berlin entwickelt. Dessen technischer Leiter, der freundlich
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