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16.11.2011

Mit Kiwix Wikis offline lesen

Hinter Kiwix verbirgt sich nicht etwa eine neuseeländische Linux-Distribution, sondern ein Programm zum Lesen von Dateien im ZIM-Format. Entwickelt wurde ZIM mit der Absicht, den Inhalt von Wikis offline bereitzustellen – unter anderem auch den der Wikipedia. Wie bei Wiki-Artikeln erlaubt auch ZIM das Verlinken von Begriffen mit anderen Beiträgen innerhalb der ZIM-Datei. Mit einem ZIM-Betrachter wie Kiwix navigieren Sie bequem in den Beiträgen oder suchen nach bestimmten Schlüsselworten. Von Wikis haben die Entwickler auch die Funktion der zufälligen Artikelauswahl übernommen: Klicken Sie auf diesen Eintrag im Werkzeugmenü, dann präsentiert Kiwix einen beliebigen Beitrag aus der geöffneten ZIM-Datei. Falls Sie regelmäßig die selben Beiträge konsultieren, können Sie diese auch durch Lesezeichen markieren, die Sie außerdem jeweils mit einer Bemerkung versehen. Alle Informationen speichert Kiwix in einer XML-Datei. Die geladenen Lesezeichen erscheinen in einer Navigationsleiste am linken Fensterrand. Kiwix ist in der Lage, mehrere Lesezeichendateien gleichzeitig bereitzustellen. Das ermöglicht ein besseres Strukturieren der Lesezeichen sowie eine separate Lesezeichenstruktur jede geöffnete ZIM-Datei. Öffnen Sie parallel mehrere ZIM-Dateien, stellt Kiwix den Inhalt jeweils in einem eigenen Reiter dar. Neben der Anzeige von ZIM-Dateien unterstützt das Tool Sie auch bei der Verwaltung der Dateien: Eine Bibliotheksfunktion listet alle bekannten lokalen ZIM-Dateien auf. Die Funktion Get New Files erfragt außerdem bei Kiwix.org, welche ZIM-Dateien zum Download bereitstehen. Möchten Sie einzelne Artikel aus der ZIM-Datei herauslösen, speichern Sie diese via Kiwix wahlweise als PDF-Dokument, HTML-Seite oder Textdatei.

Kiwix 0.9 beta3

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.kiwix.org

Wertung

Mit Kiwix haben Sie ihr Lieblings-Wiki immer dabei, egal, ob unter Linux, Mac OS X oder Windows. Die Webseite des Projekts beschreibt, wie Sie auch aus dem eigenen Wiki eine passende ZIM-Datei erzeugen.

Rodent, die kompakte Alternative zu Nautilus

Der kompakte Dateimanager Rodent findet sich unter dem Namen XFFM auch in der grafischen Oberfläche XFCE wieder. Das Tool versteht sich als grafische Oberfläche für klassische GNU-Tools wie beispielsweise Cp, Mv, Ln oder Mount und greift zum Erfüllen seiner Aufgaben auch auf diese zurück. Der Entwickler beschreibt das Tool als eine Kreuzung von Line-Terminal, Symbolbetrachter und Dateimanager. Beim Start von Rodent legt sich dessen "Desk" als festes Fenster in den Root-Hintergrund der grafischen Oberfläche. Wer mag, kann sein eigenes Hintergrundbild in der Rodent-Konfiguration hinterlegen. In der oberen linken Ecke erscheint sogleich ein Rodent-Symbol. Durch Anklicken öffnen Sie ein Dateimanager-Fenster, in dem Sie wie gewohnt agieren. Das Umbenennen von Dateien oder Ordnern ist ebenso möglich wie das Verschieben ganzer Verzeichnisse oder das Vergleichen von Files und Ordnern. Zur besseren Übersicht lassen sich die Objekte im Dateifenster auch sortieren. Möchten Sie auf das CLI zurückgreifen muss, aktivieren Sie via [Strg]+[E] eine einzeilige Befehlszeile, die auch die Vervollständigungsfunktion der Bash unterstützt. Sowohl für Bilder als auch Dokumente bietet Rodent eine Vorschaufunktion: Verweilt der Mauszeiger einige Sekunden über einem Dateisymbol, zeigt Rodent den Inhalt des Files in einer Miniaturansicht an. Der Funktionsumfang von Rodent lässt sich über Plugins erweitern. Im Quellarchiv finden sich bereits Plugins für das Auswertung der Prozessliste und der Fstab. Das Ps-Plugin zeigt alle laufenden Prozesse als übersichtliche Symbole an, über das jeweilige Prozesssymbol fragen Sie weitere Informationen zum Prozess ab oder senden diesem Signale wie SUSPEND oder KILL. Das Fstab-Plugin bietet die Möglichkeit, Geräte ein- und auszuhängen. Eine interessante Neuerung seit Version 4.7.0 ist der sogenannte Rodent-Dotdesk: Er ermöglicht das Anlegen von Starter-Symbolen auf dem Rodent-Desk, über die Sie regelmäßig genutzte Programme einfach per Mausklick starten.

Rodent 4.7.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://rodent.xffm.org/

Wertung

Der Dateimanager Rodent alias XFFM präsentiert sich als schnelle und leistungsfähige Alternative zu Nautilus und Co.

Ssvnc ermöglicht den sicheren Remote-Zugriff auf eine GUI

Anwender, die in heterogenen Umgebungen auf die grafische Oberfläche eines Remote-Systems zugreifen möchten, nutzen dazu gerne das Virtual Network Computing Protocol VNC. Da es aber von Haus aus keine Verschlüsselung anbietet, behelfen sich viele damit, vorher eine SSH- oder SSL-Verbindung aufzubauen und VNC darüber zu tunneln. Mit dem Enhanced Tight VNC Viewer oder kurz Ssvnc steht nun ein VNC-Client zur Verfügung, der von vorne herein SSH- und SSL-verschlüsselte Kommunikation erlaubt. Seine komfortable Oberfläche erlaubt es, alle für die Verschlüsselung notwendigen Daten bequem einzugeben. Die Windows-Version enthält unter anderem Zusatzprogramme wie Putty und Stunnel, um eine Verschlüsselung aufzubauen. Zum Aufbau einer Verbindung haben Sie die Wahl zwischen SSH, SSL und – für extrem Sicherheitsbewusste – einer SSH-getunnelten SSL-Verbindung. Wollen Sie auf einen Windows-Rechner zugreifen, empfehlen wir eine SSL-Verschlüsselung: Im Test funktionierte eine Verbindung via SSH mit Freesshd auf der Windows-Seite nicht. Darüber hinaus gilt es hier die Local-Port-Protection in der Ssvnc-Konfiguration zu deaktivieren. Auf der Windows-Seite muss zudem eine Stunnel-Instanz aktiv sein und VNC den Zugriff über die Loopback-Schnittstelle erlauben. Zum Zugriff auf entfernte Unix-Systeme genügt dagegen ein schlichter SSH-Tunnel, was den Verbindungsaufbau sehr vereinfacht. Eine solche SSH-Verbindung erlaubt außerdem, auf Cups- und SMB-Geräte des Remote-Systems zuzugreifen sowie zusätzliche Ports weiterzuleiten. Neben den verschiedenen Verschlüsselungsoptionen können Sie auch VNC-spezifische Settings vornehmen. Hierzu zählen unter anderem die Farbeinstellungen oder der Vollbildmodus. Kompressions- und Quality-Level-Einstellungen nimmt der Ssvnc-Client abhängig von der Netzwerk-Latency selbstständig vor. Auf Wunsch nutzen Sie auch ein anderen VNC-Viewer als den von Ssvnc.

Ssvnc 1.0.29

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.karlrunge.com/x11vnc/ssvnc.html

Wertung

Ssvnc implementiert clientseitig die höchst wünschenswerte Verschlüsselung des VNC-Protokolls und erleichtert dabei durch seine Oberfläche die Konfiguration. Den VNC-Server müssen Sie jedoch nach wie vor mit Stunnel oder OpenSSH selbst absichern.

Der Terminator hält das Terminal im Griff

Beim Terminator handelt es sich trotz des martialischen Namens nicht um ein destruktives Tool in Schwarzenegger-Manier, sondern um einen leistungsfähigen Terminal-Multiplexer. Das Tool erlaubt es, zahlreiche Terminal-Fenster zu öffnen, die sich zu logischen Gruppen zusammenfassen lassen. Durch vertikales und horizontales Aufteilen des Terminator-Fensters lassen sich weitere Terminals unterbringen. Tastenkürzel ermöglichen dabei den schnellen Fokuswechsel zwischen den einzelnen Sitzungen, das schrittweise Vergrößern oder Verkleinern der Schrift, das Öffnen eines neuen Terminals oder den Wechsel in den Vollbildmodus. Eine Übersicht aller vordefinierten Tastenkürzel liefert die Manpage. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, eigene Tastenkürzel zu definieren. Eine besonders für Administratoren nützliche Funktion stellt die Möglichkeit dar, mehrere Terminals zu Gruppen zusammenzufassen. In einer solchen Terminalgruppe führt Terminator den in einer Sitzung eingegebenen Befehl in allen zur Gruppe gehörenden Terminals aus. Auf diese Weise warten Sie beispielsweise komfortabel identische Systeme oder entrümpeln unterschiedliche Verzeichnisbäume im lokalen System. Eine andere praktische Eigenschaft stellen die Funktionen watch silence und watch activity dar, die Sie für jedes Terminal einzeln einstellen. Während watch silence ein Popup-Fenster auf der Oberfläche erzeugt, sobald in einem Terminal keine Aktivität mehr erfolgt, generiert watch-activity einen Hinweis, sobald sich im überwachten Terminal etwas tut. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden, was sich in den einzelnen Sitzungen tut. Darüber hinaus bietet Terminator alle klassischen Möglichkeiten eines Terminals. So passen Sie unter anderem die Schrift, die Farben oder das Maus-Fokus-Verhalten ganz nach Wunsch an. Sämtliche Einstellungen legt Terminator als Profil in seiner Konfigurationsdatei ab. Diese befindet sich im .config-Verzeichnis des jeweiligen Benutzers.

Terminator 0.96

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.tenshu.net/p/terminator.html

Wertung

Der Terminal-Multiplexer Terminator bringt viele besonders für Wartungsaufgaben nützliche Funktionen mit, wie das Aufteilen des Emulatorfensters sowie eine Funktionen zur Gruppierung von Terminals und zur Aktivitätsüberwachung.

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