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Rockiger Satchbook mit vorinstalliertem Ubuntu 11.04

Haptik und Ergonomie

Laptops in der Preisklasse jenseits der 500 Euro sind im Normalfall immer ausreichend schnell und umfangreich ausgestattet, sodass sie eigentlich jeden Ansprüchen genügen. In den gehobenen Preisklassen zählt daher nicht nur die schiere Leistung des Notebooks, sondern auch die Haptik, die Anmutung und Ergonomie des Laptops. Kreischende Lüfter, klapprige Tasten und billige Plastikgehäuse finden sich weder beim Macbook noch einem Dell XPS. Da sich das Satchbook explizit an diesen Geräten messen möchte und in Anbetracht seines nicht eben günstigen Preises auch gehobenen Ansprüche angebracht sind, liegt die Hürde hier entsprechend hoch.

Das Satchbook steckt in einem Barebone-Gehäuse des ODM Quanta [7], das Rockiger zusätzlich mit einem Alu-Label auf dem Deckel versehen hat. Auf der Super-Taste klebt ein Ubuntu-Logo (Abbildung 3). Das vollständig aus Plastik gefertigte Gehäuse erweckt zwar einen soliden Eindruck, bleibt jedoch weit entfernt von der Haptik und Optik eines vollständig aus Alu gefertigten Apple-Laptops. Die preislich vergleichbaren Mittelkasse-Modelle der gängigen Hersteller verfügen über Gehäuse, die einen deutlich höherwertigen Eindruck hinterlassen. Mit 2,5 Kilogramm bringt das Satchbook ebenso viel auf die Waage wie die 15-Zoll-Notebooks anderer Hersteller.

Abbildung 3

Abbildung 3: Mit einem einfachen Aufkleber verbirgt Rockiger das Windows-Logo auf der Tastatur, die im Test durch den geringen Abstand zwischen den Tasten unangenehm auffiel.

Unangenehm fällt der Lüfter des Satchbook auf: Er läuft mit einem deutlichen Geräusch permanent durch, auch wenn sich auf den Notebook rein gar nichts tut. Zudem handelt es sich beim Geräusch des Lüfters nicht um ein gleichmäßiges Hintergrundrauschen, stattdessen "sägt" etwas in einer bestimmten Frequenz im Lüfter. Lasten Sie das System komplett aus, mutiert der Lüfter zwar nicht direkt zum lautstarken Föhn, doch der Lärmpegel liegt deutlich höher, als er bei einem System dieser Preisklasse sein dürfte.

Die Wahl des Displays erscheint auf den ersten Blick schlüssig: Eine Auflösung von 1366x768 Pixeln bei einer Diagonale von 39,6 Zentimeter ergibt große Symbole und Schriften. Doch bei einem bis zu 1600 Euro teueren Laptops sollte auch ein hochauflösendes Display zur Auswahl stehen. Minuspunkte kassiert das Satchbook zudem für die Tastatur, deren Tasten ohne Abstand und spürbaren Übergang dicht an dicht nebeneinander liegen – das Tippen gerät so zur Glückssache.

Fazit

Rockiger geht mit dem Satchbook prinzipiell in die richtige Richtung. Ein kleiner Vertrieb kann den großen Herstellern nur schwer preislich Paroli bieten. Der Ansatz, hochwertige Systeme mit vorinstalliertem Linux zu vertreiben, erscheint aus dieser Sicht schlüssig. Unglücklicherweise erfüllt das Satchbook den hauseigenen Anspruch nur zum Teil. So bekommen Sie bei Dell für weniger als 600 Euro ein ähnlich ausgestattetes Gerät der XPS-Serie, bei dem jedoch Gehäuse und Tastatur einen wesentlich besseren Eindruck machen. Einen Vergleich mit Apples Hardware stellt man lieber erst gar nicht an.

Die verbaute Hardware im Satchbook ist ohne Frage sehr leistungsfähig und nicht billig im Einkauf. Doch die inneren Werte sollten sich in der äußeren Schale widerspiegeln, und an dieser Stelle geht das Konzept des Satchbooks schlicht nicht auf. Zudem fehlt eine Option für ein hochauflösendes Display gänzlich.

Diese Kritikpunkte in einer Kleinserie zu beheben und dennoch ein preislich halbwegs konkurrenzfähiges Notebook anzubieten, stellt offensichtlich die Quadratur des Kreises dar: Ohne hohe Stückzahlen hat der Vertrieb nicht genügend Einfluss auf Hersteller; ohne Einfluss auf die Produktion finden sich nur schwer Komponenten, die direkt den Ansprüchen genügen.

Rockiger plant für die Zukunft, ein kleineres Notebook mit 13,3-Zoll-Display und ohne optisches Laufwerk anzubieten. Man darf gespannt sein, ob Rockiger mit diesem Laptop dann wirklich Linux rockt. 

Glossar

Sandy Bridge

Architektur von Intel, die CPU und GPU in einem Chip vereint. Diese Core-Prozessoren der zweiten Generation versprechen mehr Datendurchsatz zwischen Prozessor und Grafikeinheit, also mehr Leistung und das bei geringerem Stromverbrauch.

ODM

Original Design Manufacturer. Auftragsfertiger, der auch die Planung und Konstruktion der produzierten Teile für den Kunden übernimmt.

Infos

[1] Cirrus7 One: Christoph Langner, "Tux in der Schachtel", LU 05/2011, S. 80, http://www.linux-community.de/22710

[2] Rockiger Satchbook: http://rockiger.com

[3] Rockiger-Blog: http://rockiger.com/de/blog/view/wir-stellen-vor-das-satchbook

[4] Faenza-Icons für Gnome: http://tiheum.deviantart.com/art/Faenza-Icons-173323228

[5] Shortcuts für Unity: http://rockiger.com/de/blog/view/ubuntu-11.04-shortcuts

[6] Clonezilla: http://clonezilla.org

[7] Quanta: http://www.quantatw.com/Quanta/english/product/qci_nb.aspx

Der Autor

Christoph Langner arbeitet für die PTV AG Karlsruhe in Karlsruhe im Testmanagement und ist seit Jahren im der Open-Source-Szene aktiv. Unter http://linuxundich.de finden Sie sein Blog rund um GNU/Linux.

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Kommentare
Insgesamt dennoch Positiv
Ulf B., Samstag, 22. Oktober 2011 00:38:24
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Hi Christoph,

interessante Hardware gut beschrieben.

Dennoch ein paar Anmerkungen von mir dazu. In seriösen Tests von Linux Hardware, wird die meist schlechte Unterstützung der Hardware moniert. Diese ist hier eindeutig besser (wenn man Deinem Beitrag liest). Auch gefällt mir, dass an ein Mattes Display gedacht wurde - hier wäre noch interessant - ob es hell genug ist, dass man es auch draußen noch einigermaßen benutzen kann.

Ansonsten geht das Preis - Leistungsverhältnis für mich in Ordnung. Einzig den hörbaren Lüfter - würde ich als echtes Manko sehen - so was darf es nicht geben - wenn man ein System sauber Konfiguriert!

Aber leider ist hier Rockiger zu spät dran. Mein nächstes System wir ein Tablett mit "echten" Linux sein - koste es was es wolle! Leider hat das WeTab - trotz meiner Ansicht nach fortschrittlichem Bedienkonzept kein HW Update mehr erfahren. Ich erwarte heute neben BT + WLAN a/b/g/n in 2,4 GHz und 5GHz. Eine echte Ethernet Buchse, reichlich USB Buchens, sowie mindestens ein Full HD tauglichen HDMI Ausgang in Verbindung mit einem auch Draußen gebrauchbaren matten Display mit min. HD 720p oder gar 1080p. Alternativ geht natürlich auch die Höhe auf ein verwendbares Maß aufzubohren.

Gruß
Ulf


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Re: Insgesamt dennoch Positiv
Christoph Langner, Freitag, 28. Oktober 2011 03:45:44
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Hallo Ulf, ich persönlich könnte mit dem Lüfter eher leben, als mit der Tastatur. Ich hab dazu noch ein bisschen was in meinem Blog geschrieben, dort gibts auch ein kleines Video. Siehe http://linuxundich.de/de/ha...atchbook-von-rockiger-im-test/

Grüße
Christoph


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Re: Insgesamt dennoch Positiv
Ulf B., Samstag, 29. Oktober 2011 17:34:42
Ein/Ausklappen

OK, Danke für den Link.

Ciao
Ulf


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