Schwerfällig

Der Live-Modus von Mandriva 2011 entpuppte sich selbst auf den schnellsten und leistungsstärksten Testsystemen als absolut unbrauchbar. Auf einem Quadcore mit Xeon-E3-1245-CPU und 3,3 GHz Taktfrequenz benötigte das Betriebssystem geschlagene vier Minuten vom Einschalten des Rechners bis zum vollständig aufgebauten Desktop. Auch der Aufruf von Programmen im Live-Betrieb gestaltete sich äußerst zähflüssig, wobei ein Blick in die Systemüberwachung zeigte, dass die vier CPU-Kerne gut ausgelastet waren – trotz der Aufteilung auf acht Threads (Abbildung 1).

Abbildung 1: Bei Aktivität lastet Mandriva im Live-Betrieb auch aktuelle Rechner gut aus.

Auch die ansonsten in Sachen Arbeitsgeschwindigkeit nicht gerade unterbelichtete IBM Intellistation Z pro brachte trotz zweier Xeon-Prozessoren mit jeweils 3,4 GHz Taktfrequenz und vier Threads kein ansprechendes Arbeitstempo mit Mandriva 2011 Live zustande. Hauptursache für diese inakzeptable Trödelei ist nicht etwa das Betriebssystem selbst, sondern der KDE-Desktop: Er belegt in der von Mandriva genutzten Version 4.6.5 ohne zusätzlich geladene Programme bereits über 300 MByte Arbeitsspeicher und reagiert extrem träge. Wir nahmen daher von weiteren Tests im Live-Modus Abstand und begannen mit der Platteninstallation des Systems.

Langsam auf die Platte

Mandriva 2011 bringt als eine der wichtigeren Neuerungen einen gestrafften Installer mit. Die bisherige, optisch bereits etwas in die Jahre gekommene Routine hat der Distributor um mehrere Arbeitsschritte entschlackt, vereinfacht und optisch neu gestaltet. So erhalten Sie jetzt nach Auswahl der Installationsparameter keine Zusammenfassung mehr, in der Sie noch Optionen ändern könnten. Auch die Konfiguration von Systemdiensten schon bei der Installation entfällt, sodass eigentlich gegenüber dem alten, deutlich aufwendigeren Prozedere Geschwindigkeitsvorteile zu erwarten wären.

Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Trotz der wesentlich einfacher gehaltenen, in Pastelltönen gehaltenen neuen Oberfläche benötigt Mandriva 2011 selbst auf einem aktuellen Core-2-Duo-Notebook mit 2,66 GHz Taktfrequenz und SATA-SSD-Laufwerk sage und schreibe 25 Minuten zum vollständigen Einrichten des Systems. Auf dem betagten IBM-Netvista-PC mit einer PATA-Festplatte und einem mit 933 MHz getakteten Pentium-III trödelte Mandriva nahezu zwei Stunden vor sich hin, bis das System betriebsbereit installiert war.

Einen weiteren unerfreulichen Fehler präsentierte das System noch beim Abschluss der Installation: Entgegen sonstiger Gepflogenheiten ließ sich beim anschließenden Warmstart des Rechners die Betriebssystem-DVD bei einigen Testsystemen nicht aus dem Laufwerk entnehmen. Mandriva blockiert das, sodass ein Kaltstart fällig wird. Anschließend stehen noch die Lokalisierung des Systems und das Einrichten von Benutzerkonten an, was Mandriva problemlos absolvierte.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • OpenMandriva LX 2013.0
    Nach erheblichen Turbulenzen beim Distributor und einer organisatorischen Neuaufstellung ist jetzt OpenMandriva LX 2013.0 erschienen. Wir haben uns die Distribution näher angesehen.
  • Mandriva-Derivat ROSA Marathon 2012 EE im Test
    Nach dem Fork Mageia ist jetzt auch vom russischen Hauptanteilseigner ROSA Lab eine auf Mandriva basierende eigene Distribution erschienen.
  • Neues Spiel, neues Glück
    Wenige Wochen nach dem Erscheinen von Mageia 5 gaben die Entwickler von OpenMandriva ebenfalls eine neue Version ihres Mandriva-Nachfolgers frei. Wir zeigen, was sie kann.
  • Tickt richtig
    Mandriva Linux gilt seit jeher als besonders einsteigerfreundlich. Die neue Version 2008 verspricht darüber hinaus eine bessere Energieeffizienz und kommt gleich mit zwei 3D-Managern.
  • Maintenance-Release Mandriva 2010.2
    Mandriva ist im Linux-Umfeld seit mehr als einem Jahrzehnt ein fester Begriff. Jetzt steht die bereits dritte Version des Jahres 2010 mit über 5.000 aktualisierten Paketen zum Download bereit.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 09/2016: Ciao, Windows!

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Scannen nicht möglich
Werner Hahn, 19.08.2016 22:33, 3 Antworten
Laptop DELL Latitude E6510 mit Ubuntu 16,04, Canon Pixma MG5450. Das Drucken funktioniert, Scann...
Wie kann man das berichtigen
Udo Muelle, 17.07.2016 20:39, 1 Antworten
Fehlschlag beim Holen von http://extra.linuxmint.com/dists/rosa/main/binary-i386/Packages Hash-S...
Installation Genimotion
Horst Müller, 15.07.2016 17:00, 1 Antworten
Hallo, ich kann Genimotion nicht installieren. Folgende Fehlermeldung habe ich beim Aufruf erh...
Probleme beim Hochfahren der Terastaion 5400 mit Unix-Distrib
Sheldon Cooper, 10.07.2016 09:32, 0 Antworten
Hallo ihr lieben, habe seit zwei Tagen das Problem, das das NAS (Raid5) nicht mehr sauber hoch...
Mit Firewire Videos improtieren?
Werner Hahn, 09.06.2016 11:06, 5 Antworten
Ich besitze den Camcorder Panasonic NV-GS330, bei dem die Videos in guter Qualität nur über den 4...