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© Thomas Sztanek, 123rf.com

Tunnelmeister

Firewall-Distribution IPFire

15.10.2011
Als markanteste Änderung an Version 2.11 von IPFire integrierten die Entwickler eine stark erweiterte VPN-Funktionalität in die Firewall-Distribution. Der Artikel zeigt, wie Sie diese nutzen.

Vier Ziele stehen den bei Entwicklern der auf Linux basierende Firewall-Distribution IPFire [1] im Vordergrund: Sicherheit, Zuverlässigkeit, Schlankheit und Modularität. Diese Grundsätze erlauben es, IPFire in den unterschiedlichsten Szenarien einzusetzen. Das häufigste davon ist der Betrieb als DSL-Router oder Internet-Gateway, mittels nachinstallierter Module eignet es sich aber auch als Small-Business- oder Home-Server.

Modularitität und Vielseitigkeit gewinnt das System durch seinen Paketmanager, der es erlaubt, zusätzliche Funktionen im Handumdrehen nachzuinstallieren. Darüber hinaus kümmert er sich auch um das Einspielen der Updates. Das Repertoire der Distribution umfasst unter anderem Proxy-, Datei- und Druckdienste, ein Intrusion-Detection- und Intrusion-Prevention-System, einen WLAN-Access-Point, einen Streaming-Server, VoIP-Software sowie verschiedene VPN-Technologien.

Ursprünglich startete IPFire mit dem Code des IPCop-Projekts. Die aktuelle Version verbinden nur noch Teile der Bedienoberfläche und der Installationsvorgang mit dem Ursprungsprojekt. Unter der Haube wurde das System von Grund auf neu entwickelt und regelmäßig aktualisiert.

Auf der DVD dieses Heftes finden Sie exklusiv IPFire in Version 2.11 als LinuxUser-Edition, die unter anderem mit überarbeiteten VPN-Funktionen ausgestattet wurde, worauf sich dieser Artikel hauptsächlich bezieht.

Installation von IPFire

Voraussetzung für die Installation von IPFire ist ein System, das die Hardware-Anforderungen [2] erfüllt und mindestens zwei Netzwerkkarten mitbringt. Aufgrund seines geringen Ressourcenbedarfs reicht dafür beispielsweise ein Mini-ITX-Rechner.

Nach Einlegen der Heft-DVD wählen Sie aus dem Bootmenü IPFire 2.11 LU-Edition aus, um die Installationsroutine zu starten. Nach Anwahl der Sprache erscheint das Partitionierungsmodul, das stets die komplette Festplatte formatiert und damit die darauf enthaltenen Daten löscht. Die folgende Installation dauert nur wenige Momente. Danach startet das System neu, um mit der Zuweisung der Netzwerkkarten zu beginnen.

IPFire verwendet dafür ein mittels Farben aufgeschlüsseltes Zonenmodell. Das LAN erhält die Farbe Grün, die stellvertretend für die vertrauenswürdigen Systeme im Netz steht. Dagegen umfasst die rote Zone das Internet. Diese beiden Zonen bilden die Voraussetzung dafür, dass der Router arbeiten kann. Optional ergänzen Sie noch eine DMZ sowie ein WLAN. Diese Anleitung verwendet die IP-Adresse 192.168.0.1/24 für die grüne Schnittstelle, sodass Sie die webbasierte Konfigurationsoberfläche beispielsweise über https://192.168.0.1:444 erreichen. Nähere Informationen zum Einrichten des Netzwerks lesen Sie bei Bedarf im IPFire-Wiki [3] nach.

Finden und gefunden werden

Für den dauerhaften Betrieb eines VPN-Tunnels benötigt der Rechner einen gültigen DNS-Namen, über den er zu erreichen ist. Im Webinterface finden Sie unter Dienste | Dynamischer DNS (Abbildung 1) das Konfigurationsmodul, um IPFire mit Diensten wie Dyndns.org zu verknüpfen. Beim Wechsel der IP-Adresse sendet das System nach erfolgreicher Konfiguration automatisch die neue an den Dienst, der Sie mit einem statischen Domainnamen, etwa ipfire.dyndns.org verbindet. Unter aktuelle Hosts erscheint der eingegebene Eintrag grün unterlegt, sobald IPFire die Daten beim Anbieter abgleicht.

Abbildung 1: Um IPFire auch nach einem IP-Wechsel erreichbar zu halten, gilt es, ihm einen festen Domainnamen zuzuweisen.

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