LSO-Cookies

LSO-Cookies gehören zum letzten Schrei, um das Surf-Verhalten von Internetnutzern auszuspähen. Diese auch als Flash-Cookies bezeichneten Dateien bergen gegenüber herkömmlichen Cookies erheblich mehr Gefahrenpotenzial: Wie der Name bereits andeutet, verwaltet nicht mehr der Webbrowser diese Cookies, sondern der Flashplayer.

Flash-Cookies setzen also ein installiertes Flashplayer-Plugin auf dem Client voraus. Im Vergleich zu den älteren HTTP-Cookies nehmen die LSO-Cookies mitunter enorme Datenmengen auf: Während bei herkömmlichen Cookies die Grenze bei 4 KByte Text lag, enthalten die LSO-Varianten mitunter mehr als 100 KByte an Daten.

Obendrein besitzen Flash-Cookies kein Verfallsdatum. Da sie unabhängig vom Browser ins System gelangen, gehen alle Versuche ins Leere, sie mithilfe der inzwischen bei allen Browsern enthaltenen Cookie-Verwaltung zu löschen. Nach dem Willen des von Adobe, Hersteller des gleichnamigen Flashplayers, gilt es, die Cookies stattdessen online [3] mithilfe der entsprechenden Software zu löschen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Flash-Cookies nur online managen? Das glaubt auch nur Adobe.

Einfacher und weniger zeitraubend entledigen Sie sich dieser Quälgeister mithilfe des Addons Better Privacy: Sie finden es wie gewohnt auf der Mozilla-Website und installieren es auf dem altbekannten Weg. Die detaillierte Konfiguration erreichen Sie über das Menü Extras | Add-ons | Erweiterungen und darauf folgend über die Schaltfläche Einstellungen des entsprechenden Eintrags.

Per Checkbox wählen Sie anschließend die gewünschten Optionen aus und bestätigen mit einem Klick auf Ok die Modifikationen (Abbildung 6). Ab diesem Zeitpunkt räumt Better Privacy alle neuen Flash-Cookies zuverlässig beim Verlassen des Browsers von der Festplatte.

Abbildung 6: Das Addon Better Privacy löscht lästige Flash-Cookies.

Unter Chrome steht das Addon noch nicht bereit. Der Browser bietet bislang nur globale Optionen zum Löschen. Es empfiehlt sich daher, das Verzeichnis, in dem Flash-Cookies landen, gegen Schreibzugriffe zu schützen. Die Cookie-Dateien tragen die Endung .sol und liegen unterhalb von ~/.macromedia/Flash_Player/#SharedObjects im Home-Verzeichnis des aktuell am System angemeldeten Benutzers.

Um das Speichern der Cookies zu verhindern, wechseln Sie im Terminal als Administrator in das jeweilige Nutzerverzeichnis ~/.macromedia/Flash_Player/ und geben anschließend den Befehl chmod -R 444 * ein. Das beendet das Ausspähen von persönlichen Daten mithilfe von Flash-Cookies.

Fazit

Das Internet hält eine Menge unerwarteter und unangenehmer Überraschungen bereit, wenn es um kommerzielle Interessen geht. Dabei gehen Marketingagenturen und Online-Werbedienste immer raffinierter vor, um – meist ohne das Einverständnis des Betroffenen – an Daten zu gelangen.

Mit geeigneter Software schieben Sie Datenklau und Online-Schnüffelei einen Riegel vor: Die beiden beliebten Webbrowser Firefox und Chrome bieten nach dem Aufrüsten mit nur wenigen Addons die Möglichkeit, unerwünschten Ballast gleich dorthin zu befördern, wo er hingehört: in die virtuelle Abfalltonne. 

Glossar

LSO

Local Shared Objects. Dateien zum Speichern von benutzerspezifischen Daten beim Einsatz von Flash-Animationen in Webseiten.

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