Schätze im Blick
Sammlungen mit GCStar verwalten
Tassen, Briefmarken, Kaffeemühlen, Ü-Ei-Figuren, Münzen, Bücher, CDs, DVDs … im Laufe eines Sammlerlebens häuft sich so einiges an. Überschreiten die gehorteten Schätze eine kritische Menge, fällt es zunehmend schwer, den Überblick zu behalten. Profi-"Sammler" wie Bibliotheken und Museen helfen sich da mit aufgefeilten Kataloganwendungen wie CollectiveAccess, KoHa oder Evergreen – Solche Programme sind für den Hobby-Sammler in den meisten Fällen zu umfangreich. Doch unter Linux laufen auch viele einfachere Programme, die Jäger und Sammler dabei unterstützen, ihre Bestände zu katalogisieren und so den Überblick zu bewahren. Zu dieser Riege zählt auch GCStar [1].
GCStar eignet sich als Verwaltungsassistent für eine Vielzahl von Leidenschaften, bei denen man Dinge anhäuft. Neben Sammelklassikern wie Büchern, CDs und Videos lässt es sich auch für Brettspiele, Weine, Stempel oder Modellautos nutzen. Sammler, die sich auf andere Gegenstände konzentrieren, legen dazu eigene, angepasste Kataloge an. Falls Sie bereits eine Sammlungsverwaltung wie Tellico ([2],[3]), Alexandria [4] oder MyMovies [5] genutzt haben, können Sie entsprechende Sammlungen in GCStar importieren. Das Programm hilft nicht nur, Bestandteile einer Sammlung zu verwalten, sondern lässt sich auch nutzen, um zu dokumentieren, wenn Sie etwas verleihen.
GCStar einrichten
GCStar steht unter der GPL und basiert auf Perl und Gtk2. Die Software lässt sich in vielen Fällen mit Hilfe der distributionseigenen Paketverwaltung einspielen. Möchten Sie jedoch die aktuellste Version 1.6.2 einsetzen, kommen Sie nicht um die Installation aus den Quellen herum. Dazu laden Sie den Tarball [6] herunter und entpacken ihn mittels
$ tar -xzf gcstar-1.6.2.tar.gz
in ein beliebiges Verzeichnis. An Abhängigkeiten benötigt das Programm Gtk2, Perl und Gtk2-perl. Zum Einrichten stehen drei verschiedene Installationswege zur Auswahl – Grafik- (./install) und Textmodus (./install --text) sowie eine automatische Installation:
# ./install --prefix=/Ziel
Bei letzterer bestimmen Sie mit dem Parameter --prefix das Zielverzeichnis. Läuft die Installation fehlerfrei durch, starten Sie die Sammlungsverwaltung anschließend mit /Ziel/bin/gcstar.
Erste Schritte
Nach dem Start bietet GCStar Vorlagen für verschiedene Sammelgebiete an (Abbildung 1). Alternativ importieren Sie eine bestehende Sammlung oder legen einen Sammlungstyp nach eigenen Vorstellungen an. Um eine private Bibliothek zu verwalten, bietet sich die Büchersammlung an. Der Sammlungstyp enthält bereits alle relevanten Datenfelder für Titel, ISBN-Nummer, Autoren und so weiter, sodass Sie keine weiteren Anpassungen vornehmen müssen.
Haben Sie den Sammlungstyp ausgewählt, öffnet GCStar bereits eine Eingabemaske, in die Sie alle erforderlichen Informationen eingegeben können (Abbildung 2). In einer Büchersammlung sind die ersten beiden unbeschrifteten Felder des Reiters Allgemein für ISBN und Titel vorgesehen, bei allen anderen Feldern gibt GCStar an, welche Daten es erwartet. Das Erscheinungsdatum geben Sie entweder direkt im Format TT/MM/JJJJ ein oder nutzen dazu den grafischen Dialog Wählen Sie ein Datum. Die Cover-Ansicht eines Buchs hinterlegen Sie, indem Sie das zugehörige Feld mit der rechten Maustaste anklicken.
Neben dem Reiter Allgemein, der außer Titel und ISBN auch Genre, Autoren, Sprache, Seitenanzahl und Beschreibung eines Werkes abfragt, existieren noch Tabs für Details, Bemerkungen zu einem eventuellen Verleih und Markierungen. In der Detailansicht hinterlegen Sie Daten zur Auflage des Werks sowie, wann Sie das Buch erworben haben und wie es Ihnen gefallen hat. Die Markierungen dienen der Verschlagwortung, sodass später auch thematisch nach einem Buch sucht können. Für Werte, die häufiger auftreten, bietet GCStar beim Erfassen Dropdown-Listen an, die sich mit der Zeit füllen. So sparen Sie jede Menge Tipparbeit, beispielsweise bei Autoren, Verlagen, Genres und Markierungen.



