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© Eduardo Rivero, 123rf.com

Doppeldecker

Dual-SIM-Handy mit Android 2.2

23.09.2011
Zwei SIM-Karten in einem Phone sparen nicht nur beim Reisen den lästigen Wechsel, sondern auch bei Anwendern, die ein Handy privat und eines beruflich nutzen.

Ein Telefon, das zwei SIM-Karten verwaltet, erleichtert das Leben in vielen Fällen ungemein: Im Ausland etwa nutzen Sie zum Surfen die landeseigene Karte und bleiben mit der anderen trotzdem erreichbar, als Nutzer eines Firmenhandys benötigen Sie nur noch ein Telefon, um auf beiden Anschlüssen erreichbar zu sein.

Der Versandanbieter Pearl Agency [1] offeriert das Dual-SIM-Phone Simvalley SP-60 [2] zum attraktiven Preis von 129 Euro an. Die baugleiche Variante SP-40 [3] ohne GPS-Modul kostet 99 Euro. Wie das Gerät das Verwalten der zwei Karten auf die Reihe bekommt und was es technisch im Vergleich Smartphones der gleichen Preisklasse bietet, zeigt der Test.

Technik

Die technischen Daten des SP-60 (Abbildung 1) entsprechen in etwa denen der Einsteiger-Smartphones LG P 500 Optimus und Sony Ericsson Xperia X8, die Amazon in der Preiskategorie um die 150 Euro anbietet.

Abbildung 1: Pearls Simvalley SP-60 wirkt durchaus schick, hat aber bis auf das Verwalten von zwei SIM-Karten nicht viel zu bieten.

Allerdings muss das Pearl-Phone mit einer 420-MHz-CPU auskommen, während die genannte Konkurrenz 600 MHz Rechenpower mitbringt. Im Antutu-Benchmark [4] erreicht das SP-60 entsprechend magere 467 Punkte, wogegen der Konkurrent von Sony mit 767 Zählern punktet und der Rivale von LG sogar mit 939. Auch beim Akku kocht das Simvalley-Smartphone mit einem 1100-mAh-Akku eher auf Sparflamme: Sony und LG spendieren ihren Smartphones Energiespeicher mit 1200 respektive 1500 mAh Kapazität.

Ähnlich mager sieht es bei Datentransfers übers mobile Netz aus. Während die beiden Vergleichskandidaten via UMTS/HSDPA eine maximale Transferrate von 7,2 Mbit/s anbieten, begnügt sich das Simvalley SP-60 auf EDGE mit einer theoretisch möglichen maximalen Bandbreite von 473,6 kbit/s. In der Praxis liegt die Transferrate jedoch deutlich niedriger: Ein Test im E-Plus-Netz ergab einen Durchsatz von 179 kbit/s, das entspricht 22 kByte/s.

An Speicher bietet das Pearl-Smartphone 190 MByte verfügbaren Arbeitsspeicher und 271 MByte Speicherplatz für Apps. Möchten Sie das Gerät auch zum Aufbewahren von Multimedia-Dateien nutzen, kommen Sie um den Einsatz einer Micro-SD-Karte (maximal 16 GByte) nicht herum. Diese gehört jedoch nicht zum Lieferumfang. Den Einschub finden Sie an der rechten Gehäuseseite, ein Wechsel im laufenden Betrieb ist möglich.

Das kapazitive Display des SP-60 besitzt eine Diagonale von 3,2 Zoll mit einer Auflösung von 320x480 Pixeln. Die integrierte Kamera erstellt Bilder bis zu 2 Megapixeln, allerdings fehlt ihr sowohl der Autofokus als auch ein LED-Blitz. Eine Zusammenfassung zeigt die Tabelle "Technische Eckdaten"

Technische Eckdaten

Vertrieb Pearl Agency
Modell Simvalley SP-60 GPS
OS Android 2.2 "Froyo"
Display 3,2 Zoll, Auflösung 320x480 Pixel
Speicher 512 MByte ROM, 256 MByte RAM
Anschlüsse
Erweiterung Micro-SD bis 16 GByte
Anschlüsse 3,5 mm Klinke, Micro-USB 2.0
Datenaustausch WLAN 802.11b/g, Bluetooth 2.1 EDR, EDGE
Kamera
Kamera 2 Megapixel, ohne Blitz, Fixfokus
Bildgröße max. 2048x1536 (interpoliert)
Videogröße max. 720x480 / 10 fps
Formate
Video(1)(2) MPEG4, H.263, H.264, WMV
Audio(1) MP3, MIDI, AAC, eAAC+, WMA, PCM
Sonstiges
GSM-Frequenzen(1) 850/900/1800/1900
Akku 1100 mAh
Standzeit(1) Standby bis 200 h, Sprechen bis 4 h
Maße 119x57x14 mm
Lieferumfang Telefon, Akku, Ladegerät, Headset, USB-Kabel, Bedienungsanleitung
Preis 129,90 Euro
(1) Herstellerangabe; (2) im Test nicht möglich

Doppelpack

Die Einschübe für die SIM-Karten befinden sich auf der Rückseite unter dem Akku. Der mit A gekennzeichnete rechte Slot repräsentiert die erste Karte, B auf der linken die zweite. Zum Öffnen der Metallabdeckung gilt es, diese zunächst ein Stück zurückzuschieben und danach aufzuklappen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Unter dem Akku finden Sie die zwei Einschübe für die SIM-Karten. Der rechte beherbergt Karte 1, der linke Karte 2.

Nach dem Booten erfolgt die Abfrage nach den PINs beider Karten, die das Gerät im Anschluss aktiviert. Entsprechend empfängt das Telefon Gespräche von beiden Karten gleichermaßen. Das Modul für abgehende Gespräche zeigt am unteren Rand zwei Buttons, mit denen Sie festlegen, über welche Karte Sie das Gespräch führen möchten (Abbildung 3).

Abbildung 3: Über welche Karte Sie ausgehende Anrufe führen, wählen Sie mit den Buttons unter dem Ziffernblock.

Die grundlegende Konfiguration der SIMs erreichen Sie in den Einstellungen unter Dual-SIM-Einstellungen (Abbildung 4). Hier aktivieren oder deaktivieren Sie auf Knopfdruck die Karten und legen die Standard-Karte fest.

Abbildung 4: In den "Dual-SIM-Einstellungen" aktivieren und deaktivieren Sie die Karten.

Als Standard für die Datenübertragung legt das Telefon Karte 1 fest. In den Android-Einstellungen unter Drahtlos und Netzwerke | Datenverbindungs-SIM ändern Sie diese Zuordnung gegebenenfalls. Der Punkt Mobile Netzwerke enthält die Konfiguration der Zugangspunkte und des Netzbetreibers für jede Karte getrennt. Welche Karte gerade welchen Dienst anbietet, sehen Sie an den Ziffern in den Symbolen für Datenübertragung und Signalstärke in der Leiste oben.

Ein schnelles Ab- und Umschalten der GPRS/EDGE-Verbindung erreichen Sie im Auswahlmenü, das erscheint, wenn Sie den Ein/Aus-Schalter oben rechts länger betätigen. Welche Alternativen es derzeit zum Einsatz von zwei SIM-Karten in einem Android-Smartphone gibt, zeigt der Kasten "Alternativen".

Alternativen

Androidbasierte Alternativen an Dual-SIM-Smartphones sind derzeit in Deutschland dünn gesät. Lediglich der Anbieter Viewsonic kündigt für den Oktober 2011 ein Gerät an, das allerdings mehr als 250 Euro kosten soll [5]. Die inneren Werte – eine 600-MHz-CPU, 512 MByte RAM und ein 3,5-Zoll-Display mit einer Auflösung von 480x320 Pixeln – überzeugen aber genausowenig wie die des SP-60.

Eine weitere Möglichkeit bieten Dual-SIM-Adapter [6]. Dabei handelt es sich um eine Pseudo-SIM-Karte, in die Sie zwei zurechtgeschnittene SIMs einpassen. Diese Technik ist jedoch nicht durchgängig in der Software des Smartphones umgesetzt, weswegen die Nutzung der zwei Karten eher umständlich ausfällt. Ferner erlaubt diese Technik nur beschränkt das gleichzeitige Nutzen beider Karten. Anrufe empfängt beispielsweise jeweils nur eine.

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