Bewerten

Handelt es sich bei den Stichwörtern schon eine höchst individuelle Angelegenheit, gilt das in einem noch weit höheren Maß für die Bewertungen. Selbst der selbe Bearbeiter fällt zu unterschiedlichen Zeiten oft ein anderes Urteil über ein Bild. Es bedarf daher einer stringent durchgehaltenen Taktik, um die Vorteile der Bewertungen richtig zu nutzen.

Ein einfaches Verfahren zum Erstellen von Bewertungen basiert auf dem Prinzip, zwischen den Mengen der Bilder in den jeweiligen Bewertungsstufen ein festes Zahlenverhältnis im Bereich von 3 bis 10 anzustreben. Wählen Sie zum Beispiel einen Faktor von 5, enthält jede untergeordnete Ebene immer nur Fünftel der Bilder der aktuellen.

Auf jedes Bild mit fünf Sternen kommen 5 Bilder mit vier Sternen und 20 mit drei Sternen. So entsteht relativ schnell eine ausgewogene Hierarchie. Bei Bedarf ließe sogar noch eine Ebene für spezielle Aufgaben abzweigen, etwa für Bilder zum Bearbeiten oder Löschen. Eine ausführliche Diskussion zu diesem Thema findet sich im Web [3].

Bilder suchen

Digikam verfügt über verschiedene Sortier- und Suchfunktionen sowie Ansichten. Sie erreichen die Funktionen über Schaltflächen im Rahmen des linken Fensterbereichs. Die Albenansicht zeigt die Bilder als Ordnerstruktur. Um die Liste einzugrenzen, geben Sie Suchfeld am unteren Rand den Namen oder Namensbestandteile ein.

In der Kalenderübersicht sehen Sie Bilder aller Alben nach Jahreszahl und Monat chronologisch sortiert. So erhalten Sie schnell einen Überblick der in einem bestimmten Zeitraum gemachten Bilder. Die Zeitleiste dagegen zeigt eine statistische Übersicht der Bilderzahlen, aufgetragen als Histogramm gegen die Zeit.

Über die Stichworte, welche die Applikation alphabetisch sortiert und hierarchisch gegliedert anzeigt, finden Sie die Aufnahmen, denen Sie die entsprechenden Tags zugeordnet haben. Ein Suchfeld am unteren Rand grenzt auch hier das Ergebnis ein.

Die Funktion der unscharfen Suche ermöglicht es, anhand eines Beispielbilds ähnliche Aufnahmen zu finden. Ein Schwellwert legt fest, wie sehr sich die Bilder gleichen müssen. Hierfür berücksichtigt Digikam den Bildinhalt (Farben und Strukturen), den es in sogenannten Fingerabdrücken speichert. Die Funktion ermöglicht es außerdem, anhand einer groben Skizze nach Bildern zu suchen.

Für die Kartensuche wertet das Programm die Geotags aus und erlaubt es, in einer stilisierten Karte via Maus in Kombination mit [Strg] ein Gebiet zu markieren, aus dem die gesuchten Bilder stammen. Das funktioniert natürlich nur für Bilder, die Sie mit Geotags ausgezeichnet haben.

Meist bietet das Bildarchiv auch eine inkrementelle Suche: Digikam zeigt dann nach Eingabe eines Buchstabens sofort alle passenden Ergebnisse. Das erweist sich insbesondere bei der Stichwortsuche als sehr effektiv.

Digikam speichert Suchanfragen und hält sie für spätere Anfragen vor. Über die Schaltfläche mit dem Fernglas im linken Rahmen öffnet sich ein entsprechender Dialog. Ein Eingabefeld oben nimmt den Suchbegriff auf. Darunter öffnen Sie über eine entsprechende Schaltfläche die erweiterte Suche. Diese erreichen Sie alternativ über einen Klick auf Extras | Erweiterte Suche... oder [Strg]+[Alt]+[F].

Hier definieren Sie eine Suche nach einzelnen EXIF-Tags, etwa nach hohen ISO-Werten (Abbildung 5). Mehrere Angaben verknüpfen Sie mit einem logischen "UND". Liefert die Suche ein befriedigendes Ergebnis, haben Sie die Möglichkeit, diese abzuspeichern. Dazu vergeben Sie einen möglichst eindeutigen Namen, der dann in der Liste darunter erscheint.

Abbildung 5: Die erweiterte Suche erlaubt zum Beispiel das Filtern nach bestimmten Werten in EXIF-Tags.

Angaben in den Feldern unterhalb des Hauptfensters schränken ein, was Digikam tatsächlich anzeigt. Drei davon (Stichwörter jeglicher Art einschließlich Dateinamen, der Auswahlknopf für den Dateityp und die Bewertung) befinden sich direkt unter dem Hauptfenster und stellen so einfache Suchmethoden bereit: Wählen Sie dafür einfach das Hauptalbum aus und nutzen Sie dann diese Felder. Falls Digikam einige Bilder nicht findet, obwohl die Datenbank diese enthält, ist wahrscheinlich die Funktion Albenunterbaum einschließen im Menü Ansicht nicht aktiviert.

Im Test sorgten diese Controls aber für Irritationen, denn Sie schränken das Ergebnis einer Suche über die Schaltflächen auf der linken Seite ein. Falls Sie also beispielsweise das Eingabefeld für die Schlagwortsuche nicht löschen und dort auch nur ein Buchstabe zurückbleibt, reduziert sich das Suchergebnis auf unerwartete Weise.

Da das Suchfeld Unicode-Zeichen akzeptiert, besteht somit die Möglichkeit, dass Sie versehentlich ein nicht sichtbares Zeichen eingeben, dass dann in jedem Fall für eine ergebnislose Suche sorgt. Einziger Hinweis auf ein zusätzliches Suchkriterium ist eine Art Lämpchen neben dem Eingabefeld, das auf rot springt, wenn die Eingabe kein Ergebnis liefert.

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