Fehlersuche

Linux überprüft jedes Dateisystem in regelmäßigen Abständen und beim Systemstart. Dabei sucht ein Testprogramm nach Unregelmäßigkeiten – zum Beispiel Inodes, die zu keiner Datei gehören, Abweichungen zwischen der Zahl der Inode-Referenzen und dem Inode-Referenzzähler oder Unterschieden zwischen der Zahl der verfügbaren Blöcke in einem Dateisystem und der erwarteten Anzahl, die im Superblock gespeichert ist.

Findet das Betriebssystem Diskrepanzen, interpretiert es dies als einen Hinweis darauf, dass ein Systemabsturz oder ein anderes Problem vorliegt. Das Tool, das die Prüfungen vornimmt, heißt fsck. Wenn Sie vermuten, dass etwas im Dateisystem nicht in Ordnung sein könnte, nutzen Sie folgenden Befehl, um die Prüfung manuell anzustoßen und alle nötigen Reparaturen zu erledigen:

# fsck Gerät

Geben Sie einfach nur fsck ein, ohne ein Ziel zu präzisieren, prüft das Programm alle Dateisysteme in /etc/fstab in der dort angegebenen Reihenfolge.

Die dateisystemspezifischen Programme zum Überprüfen auf Fehler – e2fsck bei Ext-Dateisystemen und fsck.vfat bei VFAT (Abbildung 3) – unterstützen größtenteils die selben Parameter, die Syntax weicht jedoch im Detail ab. Es ist daher äußerst wichtig, die Hinweise in der Dokumentation der Prüfprogramme zu beachten.

Abbildung 3: Die Ausgabe von fsck unter Einsatz der Standardoptionen bei einem VFAT-Dateisystem. Die Option -v bewirkt die Ausgabe ausführlicher Meldungen.

Bei VFAT-Dateisystemen äußern sich Fehler in Form von anderen Symptomen – defekte Cluster und Verzeichniszeiger oder sogar defekte Dateinamen. Das Tool fsck.vfat entdeckt viele dieser Probleme und kann einige davon beseitigen. Wie die anderen Tools verfügt auch dieses Programm über einen nicht interaktiven Betriebsmodus, der den Einsatz in einem Skript ermöglicht. So kennzeichnen Sie bei Bedarf automatisch defekte Cluster, damit diese in Zukunft nicht mehr zum Einsatz kamen. Der Parameter  -V bewirkt, dass fsck.vfat einen zweiten Prüflauf startet, nachdem das Tool versucht hat, aufgetretene Fehler zu beheben.

XFS verfügt über getrennte Werkzeuge zum Prüfen und zur Reparatur: xfs_check und xfs_repair. Wie bei den anderen Dateisystemen mit Journaling-Funktion gibt es eine Option, mit deren Hilfe Sie das das Journal auf einer anderen Partition abspeichern.

Zwei hilfreiche Funktionen, die nur bei XFS existieren, erreichen Sie über die Parameter -f sowie -s: Ersterer ermöglicht das Überprüfen eines Dateisystem-Images, das als normale Datei vorliegt, wie zum Beispiel eine Sicherheitskopie eines Dateisystems, die Sie mit xfsdump angelegt haben. Die Option -s bewirkt, dass das Programm nur schwerwiegende Fehler meldet. Das Tool xfs_repair schafft es in den meisten Fällen, Datenfehler zu korrigieren, wie sie auch e2fsck behebt.

Expertenmodus

Wollen Sie ein fehlerhaftes Dateisystem mit flexibleren Mitteln untersuchen, greifen Sie auf andere Programme zurück. Bei Problemen mit Ext2/3/4 gestattet es das Tool debugfs, das Dateisystem interaktiv zu untersuchen und Fehler zu beheben. Dabei haben Sie die Möglichkeit, Schritt für Schritt vorzugehen.

Dabei stehen Ihnen ähnliche Befehle wie in einer herkömmlichen Linux-Shell bereit, zum Beispiel cd, open, close, pwd, mkdir und sogar chroot. Seine wirkliche Stärke zeigt das Tool, wenn es darum geht, Superblöcke, Blöcke und Inodes direkt zu untersuchen, Zuordnungen herzustellen und wieder aufzuheben, Blöcke freizugeben und sogar Referenzen zu erstellen. 

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