Wartung

Obwohl die Speicherkapazität der Festplatten jedes Jahr zunimmt, scheint es, als füllten sich die Platten noch schnell, als man sie nachkaufen kann. Wahrscheinlich kommt dieses Problem auch von Zeit zu Zeit auf Sie zu. Zu wenig Speicherplatz auf der Platte ist aus verschiedenen Gründe unangenehm: Beispielsweise erstellt das Betriebssystem eine ganze Reihe temporärer Dateien, was dazu führen kann, dass ein Root-Dateisystem auf einer vollen oder fast vollen Partition die Performance des Rechners beeinträchtigt.

Bei Bedarf prüfen Sie den Speicherplatz mit dem Befehl df ("disk free"). Falls Sie keine Parameter setzen, gibt Df eine Tabelle zurück, in der das Programm den Speicherplatzverbrauch aller eingebundenen Dateisysteme darstellt, und zwar in KByte sowie als Prozentsatz der Gesamtgröße jedes Dateisystems. Geben Sie den Parameter -a an, bezieht Df virtuelle Dateisysteme wie /proc in die Auswertung mit ein (Abbildung 2).

Abbildung 2: Df stellt den Speicherplatzverbrauch im laufenden Betrieb dar. Mit dem Parameter -a zeigt es auch virtuelle Dateisysteme wie /proc an.

Einen Bericht für eine bestimmte Partition erhalten Sie, indem Sie diese als Argument verwenden, wie zum Beispiel df /dev/sda1. Übergeben Sie einen Dateinamen als Argument, so analysiert Df diejenige Partition, welche die angegebene Datei enthält. Außerdem kennt Df einige weitere nützliche Parameter:

  • Mit -i listet es die Anzahl der belegten Inodes auf, statt jene der Blocks.
  • Mit -l beschränken Sie den Bericht auf lokale Dateisysteme.
  • Die Optionen --type=Typ und --exclude-type=Typ ermöglichen es, die Ausgabe auf einen bestimmten Dateisystem-Typ zu beschränken beziehungsweise einen solchen bei der Anzeige auszuschließen.
  • Der Parameter -h liefert die Ergebnisse "human-readable" in KByte, MByte, GByte oder TByte.

Stellen Sie fest, dass auf einer Partition nur noch wenig freier Speicher verbleibt, bietet sich als Erstes eine Analyse des Platzverbrauchs mittels du an. Der Aufruf du /Verzeichnis liefert eine Liste des Ordners samt aller seiner Unterverzeichnisse inklusive des jeweiligen Speicherplatzverbrauchs in KByte. Fügen Sie den Parameter -a hinzu, listet Du zusätzlich zu den Verzeichnissen noch den Speicherplatz auf, den die Dateien verbrauchen, beides rekursiv. Geben Sie Du kein Verzeichnis als Argument mit, verwendet es das aktuelle Verzeichnis als Ausgangspunkt. Die Option -c gibt zusätzlich zu den Statistiken der einzelnen Dateien und Verzeichnissen noch eine Gesamtsumme an.

Andere Optionen dienen dazu, verirrte große Dateien ausfindig zu machen, wie zum Beispiel -L, das allen symbolischen Links folgt, oder -x, mit dessen Hilfe Sie die Suche auf das aktuelle Dateisystem einschränken. Über --max-depth=N begrenzen Sie die Anzahl der Rekursionen, mit denen das Programm in Unterverzeichnisse abtaucht – eine äußerst hilfreiche Option, wenn Sie es mit einer umfangreichen Dateisammlung zu tun haben. Wie bei Df liefert auch bei Du der Parameter -h die Ergebnisse als KByte, MByte, GByte oder TByte.

Tuning

Es gibt einige Tools, die die Möglichkeit bieten, die Leistung von Dateisystemen zu verbessern. So verändern Sie beispielsweise mit dem Programm tune2fs viele Einstellungen von Ext-Dateisystemen. Mit tune2fs -c N legen Sie beispielsweise die Anzahl der Mounts zwischen automatischen Integritätsüberprüfungen festlegen. Den maximalen zeitlichen Abstand zwischen Überprüfungen bestimmen Sie mit tune2fs -i Zeitraum. Dabei bezeichnen die Buchstaben d, m und w jeweils Tage, Monate und Wochen. Bei Bedarf fügen Sie mit dem Befehl tune2fs -j einem Ext3-Dateisystem ein Journal hinzu. Bei Bedarf passen Sie zudem die RAID-Parameter, Journal-Einstellungen und das Verhalten in Bezug auf die reservierten Blöcke an.

Sämtliche Tools zum Modifizieren der Größe von Dateisysteme beherrschen sowohl das Vergrößern als auch Verkleinern. Das Vergrößern eines Dateisystems setzt aber voraus, dass auf der darunter liegenden Festplattenpartition genügend Platz frei ist – schließlich können Sie das Dateisystem nicht über die Grenzen der Partition hinaus vergrößern.

Das Dateisystem XFS bringt eine eigene Palette an Tools mit, die viele der bereits genannten Optionen ebenfalls abdecken. Mit dem Befehl xfs_growfs bearbeiten Sie beispielsweise die Größe. Darüber hinaus gibt es einige weitere Aktionen, die das Programm beherrscht: Verwenden Sie die Option -m, modifizieren Sie mithilfe des Befehls xfs_growfs den Wert des Speicherplatzs, den das System für Inodes reserviert. Die Optionen -l und -L ermöglichen es, Änderungen am Journal vorzunehmen – beide Funktionen sind auch in den anderen Tools der anderen Dateisysteme enthalten. XFS stellt darüber hinaus ein Tool zum Defragmentieren namens xfs_fsr bereit – so etwas existiert für Ext-Dateisysteme nicht.

Darüber hinaus legen Sie bei Bedarf Sicherheitskopien und Dateisystem-Snapshots unter XFS an. Das Tool xfs_freeze friert das Dateisystem ein: Kein Programm darf Dateien lesen oder schreiben. xfsdump erstellt eine Sicherheitskopie eines Dateisystems (in Inode-Abfolge, was den Einsatz bei einem gemounteten Dateisystem ermöglicht). Mit xfsrestore spielen Sie eine vorher angefertigte Sicherheitskopie ein.

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