Flexible Beschriftung

Bisher stand der Schriftzug direkt im Skript. Für einen anderen Text müssten Sie dieses jedes Mal verändern oder den Text als zusätzlichen Parameter übermitteln. Mit einem kleinen Kniff gelingt es aber, den Text aus einer Datei auszulesen. Die Annotate-Methode erlaubt die Angabe eines Dateinamens – in dieser angegebenen Datei legen Sie die Zeile einfach ab. Dazu ändern Sie den Aufruf in Zeile 14 von Listing 4 wie folgt:

$text = '@beschriftung.txt'

Bei jedem Aufruf des Skriptes liest das Magick-Objekt die Datei beschriftung.txt und versieht das Foto mit dem dort gespeicherten Text. Um den Inhalt der Datei festzulegen, genügt ein Texteditor.

Individuelle Beschriftung

Manchmal möchten Sie nicht alle Bilder identisch beschriften, sondern jedes mit einem anderen Text versehen. Dafür müssen Sie aber das Perl-Skript wieder etwas verändern (Listing 5). Sie erstellen zunächst eine Textdatei, in der Sie für jede Abbildung den gewünschten Text hinterlegen. Die Angaben für die jeweilige Datei legen Sie in einer eigenen Zeile ab – zuerst den Name der Bilddatei, danach den Text. Als Trennzeichen fungiert ein Doppelpunkt, gefolgt von einem Leerzeichen:

foto156.png: Berlin, Funkturm am Messegelände
foto159.png: Berlin, Alexanderplatz mit Weltzeituhr
...

Das Perl-Skript aus Listing 5 rufen Sie danach mit dem Namen der Textdatei auf:

$ ./beschriftung.pl bilderliste.txt

Nach den bekannten Anweisungen zu Beginn gilt es, die Datei mit der Bilderliste zu öffnen (Zeile 13) und danach in einer Schleife zeilenweise zu verarbeiten. Jede gelesene Textzeile zerlegt das Skript mit Hilfe eines regulären Ausdrucks und der Funktion split am Trennzeichen : in zwei separate Teile (Zeile 16), die im Array @zeile landen.

Danach gibt das Skript die Werte einmal aus, um Ihnen die Gelegenheit zu geben, diese noch einmal zu kontrollieren. In den folgenden Zeilen operiert das Skript auf der Bilddatei: Es erzeugt das Bildobjekt, liest die Datei ein, beschriftet sie mit der Annotate-Methode, schreibt die geänderte Bilddatei und schließt diese – alles wie gehabt. Zu guter Letzt schließt das Skript die Datei mit der Bilderliste wieder.

Listing 5

#!/usr/bin/perl -w
# beschriftung.pl - Bilder flexibel beschriften
# graphicsmagick-Modul einbinden
use Graphics::Magick;
# Abbrechen, falls keine Parameter übergeben wurden
exit unless @ARGV;
my (@zeile, $dateiname, $bild);
$dateiname = $ARGV[0];
open (DATEILISTE, $dateiname);
while (<DATEILISTE>) {
  @zeile = split(/:\s+/, $_, 2);
  print "Datei: $zeile[0]\n";
  print "Text: $zeile[1]\n";
  $bild = Graphics::Magick->new;
  $bild->Annotate (font=>'font.ttf', pointsize=>40, fill=>'red', text=>$zeile[1], x=>100, y=>100);
  $bild->Write(filename=>$zeile[0]);
}
close (DATEILISTE);

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Bildbearbeitung mit ImageMagick
    Wer nicht 1000 Urlaubsbilder von Hand skalieren, normieren, beschneiden oder mit Wasserzeichen versehen möchte, für den führt kein Weg an der Werkzeugsammlung ImageMagick vorbei.
  • Am laufenden Band
    Kommandozeilenprogramme zur Bildbearbeitung punkten gegenüber den Tools mit grafischer Oberfläche durch einen entscheidenden Vorteil: Sie bieten vor allem beim Bearbeiten mehrerer Bilder deutlich mehr Flexibilität.
  • Profi-Funktionen von ImageMagick nutzen
    Vom Konvertieren von Negativen bis hin zum PDF fürs Fotobuch – mit ImageMagick und ein paar Zeilen Shell-Code meistern Sie jede Aufgaben ruck, zuck auf der Kommandozeile.
  • Halbautomatische Nachbearbeitung von Fotoserien
    Immer dann, wenn es um die Bearbeitung hunderter, im JPEG-Format abgelegter Fotos geht, ist GIMP nicht der Weisheit letzter Schluss. Hier spielen speziell Kommandozeilenprogramme ihre Stärken aus.
  • Bilder verarbeiten mit der Magick Scripting Language
    Die Magic Srcipting Language hilft Ihnen, Bilder mit einem fest definierten Satz an Parametern zu bearbeiten. In Verbindung mit geschickter Shell-Programmierung nutzen Sie so die Ressourcen eines Systems optimal aus.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 04/2017: SPEZIAL-DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...