Grenzen setzen

Ulimit bietet zahlreiche Optionen, die auf Systemen mit knappen Ressourcen von Interesse sind. Bei knappem Festplattenspeicher beschränken Sie beispielsweise über die Option -c die Größe der Coredumps sowie über -f die maximale Dateigröße, die eine Shell und ihre Kindprozesse schreiben.

Testen einzelne Benutzer experimentelle Software, ist es mitunter sinnvoll, das System zu schützen, indem Sie die maximale Anzahl an Prozessen (-u), den CPU-Verbrauch (-t) und den maximale Anteil am Arbeitsspeicher (-m) beschränken, damit keine wild gewordenen Prozesse den Rechner überlasten.

Um die aktuellen Beschränkungen aufzulisten, verwenden Sie den Befehl ulimit -a (Listing 7). In der linken Spalte sehen Sie für jede Option eine kurze Beschreibung, die dafür zuständige Option steht in der Mitte, und die aktuelle Grenze rechts. Um sowohl ein hartes als auch ein weiches Limit zu setzen, verwenden Sie ulimit Optionen Grenze. Um nur ein hartes Limit zu setzen, reicht -H, für weiche Limits entsprechend -S.

Listing 7

$ ulimit -a
core file size          (blocks, -c) 0
data seg size           (kbytes, -d) unlimited
scheduling priority             (-e) 0
file size               (blocks, -f) unlimited
pending signals                 (-i) 32768
max locked memory       (kbytes, -l) unlimited
max memory size         (kbytes, -m) unlimited
open files                      (-n) 1024
pipe size            (512 bytes, -p) 8
POSIX message queues     (bytes, -q) 819200
real-time priority              (-r) 0
stack size              (kbytes, -s) 8192
cpu time               (seconds, -t) unlimited
max user processes              (-u) 32768
virtual memory          (kbytes, -v) unlimited
file locks                      (-x) unlimited

Ausmisten

Benutzerkonten unterliegen einem Lebenszyklus: Früher oder später müssen Sie unter Umständen Benutzerkonten aus einem System wieder entfernen, und oft ist es für alle Beteiligten wünschenswert, wenn dabei keine Spuren zurückbleiben. In einem Unternehmen sollten Sie sich vorab darüber informieren, welche Richtlinien bezüglich des Aufbewahrens von Firmendaten gelten, und sicherstellen, dass Sie alle nötigen Sicherheitskopien von den Benutzerdaten anfertigen, bevor Sie diese aus dem System löschen.

Falls Sie vorhaben, die Daten aufzubewahren, gilt es, eine Entscheidung zu treffen, wer die Daten erhält und in welcher Form Sie sie übergeben – dass heißt, ob es ausreicht, lediglich den Eigentümer im System zu ändern oder ob ein Auslagern auf einen Datenträger und die physische Übergabe erforderlich sind.

Haben Sie diese vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen, ermitteln Sie im ersten Schritt die UID und die Gruppenmitgliedschaften des Benutzers. Am einfachsten erledigen Sie das mit dem Befehl id:

# id msimmons
uid=1002(msimmons) gid=1004(msimmons) groups=1004(msimmons),37(operator)

Mithilfe dieser Informationen spüren Sie die Dateien, die sich im Besitz des Nutzers befinden, auf allen Dateisystemen auf und weisen Sie gegebenenfalls anderen Benutzern zu. Zum Aufspüren der Daten verwenden Sie find in Kombination mit der fraglichen UID:

# find / -uid 1002

Sobald Sie das Schicksal der Dateien des Benutzers geklärt haben, entfernen Sie das Konto selbst mit dem Befehl

# /usr/sbin/userdel Benutzername

aus dem System. Mit dem Parameter -r löschen dabei Sie automatisch das dazugehörige Benutzerverzeichnis. Das Entfernen der Gruppe des Benutzers klappt über

# /usr/sbin/groupdel <I>Gruppe<I><C>

Dieser Befehl entfernt die entsprechende Zeile in /etc/group, löscht aber keine Dateien, die mit dieser Gruppe verknüpft sind. Die bessere Alternative zum Handhaben der Dateien stellt der bereits erwähnte Find-Befehl dar, bei dem Sie dieses Mal statt -uid den Parameter -gid nutzen.

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