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© Benjamin Haas, 123rf.com

Sechs Cloud-Storage-Anbieter im Vergleich

Datenwolke

Gratis-Filehoster gibt es inzwischen wie Sand am Meer, doch bei der nativen Unterstützung für Linux wird die Auswahl schnell übersichtlich. Zwar kann der Marktführer Dropbox hier mithalten, doch die Konkurrenz klebt ihm bereits an den Fersen.

In der letzten Jahren schießen Filehosting-Lösungen wie Pilze aus dem Boden. Dropbox und Wuala haben vorgemacht, was geht, wie man es macht und wo noch Verbesserungspotenzial liegt. Beim bloßen Online-Speicherplatz ist noch lange nicht Schluss: Die Online-Festplatten beherrschen nicht nur Backup und Datensicherung, sondern bieten auch eine elegante Möglichkeit, Dateien und Ordner über mehrere Rechner mit unterschiedlichen Betriebssystemen synchron zu halten. Idealerweise binden sie auch Smartphone mit ins Speicherkonzept ein, sodass Sie Daten jederzeit von überall aus einbinden können.

Für das Testfeld haben wir und auf solche Anbieter beschränkt, die zum einen nativen Linux-Client zur Verfügung stellen und zum anderen über ein kostenloses Einstiegsangebot einen ausführlichen Probelauf ermöglichen. Da die Idee des Synchronisierens gerade darauf abzielt, mehrere Systeme abgleichen zu können, legten wir auch Wert darauf, dass Clients für Windows, Mac OS X oder Smartphones existieren. Wer seine Daten auch mit anderen teilen möchte, kann das mit den meisten Online-Festplatten im Testfeld ebenfalls tun.

Wir haben uns für Sie Ubuntu One, Dropbox, Teamdrive, Spideroak, Wuala und Zumodrive angesehen. Eine Zusammenfassung der technischen Daten dieser Anbieter finden Sie in der Tabelle "Cloud-Storage-Anbieter mit Linux-Client".

Cloud-Storage-Anbieter mit Linux-Client

  Ubuntu One Dropbox Teamdrive Spideroak Wuala Zumodrive Min.us
URL https://one.ubuntu.com http://www.dropbox.com http://www.teamdrive.com https://spideroak.com http://www.wuala.com http://www.zumodrive.com http://minus.com
Gratis-Speicher 5 GByte 2 GByte 2 GByte 2 GByte 1 GByte 1 GByte 5 GByte
Linux-Client ja ja ja ja ja ja ja
Mac-Client nein ja ja ja ja ja ja
Windows-Client in Entwicklung ja ja ja ja ja ja
Mobil-Client Android, iPhone Android, iPhone, Blackberry nein Android, Maemo, iPhone Android, iPhone Android, iPhone Android, iPhone, Windows Phone
Sync / Backup ja / nein ja / ja ja / nein ja / ja ja / ja ja / nein nein / nein
Web-GUI / WebDAV ja / ja ja / nein ja / ja ja / nein ja / nein ja / nein ja / nein
Sharing / Multi-User ja / nein ja / nein ja / ja ja / ja ja / nein ja / nein ja / nein
Lokalisierung ja ja ja nein ja nein nein
Vorteile Client in Ubuntu bereits enthalten, Integration mit anderen Canonical-Cloud-Diensten großer Funktionsumfang, weit verbreitet, viele Clients, externe Zusatztools, Webinterface, preiswert bei kostenpflichtigen Versionen optional eigener Server, lokaler Ordner als Online-Speicher deklarierbar, guter Client, WebDAV Hervorragendes Sicherheitskonzept, leistungsfähiger Linux-Client, Clients für Android und Maemo ungewöhnliches Konzept mit verteilter Speicherung, kostenlose und flexible Speichererweiterung mit Option Festplatte tauschen möglich, vorbildlicher Client Online-Festplatte als Netzwerklaufwerk einfaches Konzept für einfache Datei-Uploads ohne vorherige Registrierung, Zugriff und Sharing über generische URLs
Nachteile durchschnittlicher Funktionsumfang, teuer relativ umständlich keine Mobil-Clients, kein Backup nur in Englisch verfügbar hohe Systemlast geringer Funktionsumfang schwaches Sicherheitskonzept, keine echte Online-Festplatte

Ubuntu One

Ubuntu One, der Filehosting-Dienst von Canonical, steht trotz des suggestiven Namens nicht nur für Ubuntu zur Verfügung, sondern lässt sich aber auch mit anderen Distributionen, Betriebsystemen und Mobiltelefonen nutzen. Einen Mac-Client gibt es jedoch nicht, und die Windows-Version des Clients befindet sich noch im Beta-Stadium. Neben der proprietäre Client-Software gibt es für den Dienst auch ein Web-Interface, der reine Dateitransfer funktioniert auch via WebDAV.

Ubuntu One bietet neben dem einfachen Synchronisieren von Dateien unter anderem auch das Synchronisieren spezieller vorher ausgewählter Daten, etwa Profil-Einstellungen von Thunderbird oder Kontakte aus dem KDE-Adressbuch. Daneben verknüpft Canonical den Dienst auch mit seinem Online-Streaming-Angebot Ubuntu One Music Streaming, das Sie inklusive 20 GByte Speicherplatz für 3,99 US-Dollar monatlich zukaufen können. Auf der Ubuntu-One-Launchpad-Seite [1] finden sich eine Reihe interessanter Zusatztools, wie etwa ein Android- und ein iPhone-Client zum Music-Store.

Zur Synchronisation legt der Dienst im Home-Verzeichnis einen Ordner Ubuntu One an. Sämtliche dort abgelegten Dateien und Verzeichnisse lädt Ubuntu One auf Ubuntus Cloud-Server hoch. Melden Sie sich mit gleichem Benutzer-Account an einem anderen Rechner an, greifen Sie auch von dort auf den Datenbestand zu.

Ubuntu Linux enthält die Client-Software (Abbildung 1) seit Oktober 2009 offiziell in Ubuntu im Menü Anwendungen. Vor dem ersten Benutzen legen Sie ein Single-Sign-On-Konto an, indem Sie auf Registrieren klicken. Nach Eingeben von E-Mail-Adresse, Passwort und Captcha-Code erhalten Sie per Mail einen Bestätigungscode, den Sie im Folgeschritt eingeben. Die Anmeldung funktioniert analog auch über das Webinterface https://one.ubuntu.com.

Abbildung 1: Ubuntu liefert den Client zu seinem Cloud-Dienst in seinem Betriebsystem gleich mit. Wie Sie hier sehen, lässt sich Ubuntu One auch unter KDE gut nutzen.

Nach der Anmeldung startet das Dashboard und zeigt alle in der Ubuntu Cloud-Plattform verfügbaren Dienste. Daneben gibt es die Reiter Files, Notes und Contacts, wobei nur der Reiter Files dem eigentlichen Synchronisieren der Daten dient. Unter Notes hinterlegen Sie persönliche Notizen, der Reiter Contacts beherbergt eine Online-Kontaktverwaltung. Im Dashboard leiten Sie bei Bedarf mit einem Klick auf Buy more storage space auch ein kostenpflichtiges Speicher-Upgrade ein.

Bislang präsentiert sich Ubuntu One vom Funktionsumfang her damit als bestenfalls Mittelmaß. Allerdings steht zu erwarten, dass Canonical den Dienst künftig sukzessive weiter ausbaut.

Dropbox

Dropbox kam bereits 2008 als einer der ersten Anbieter mit einem serienreifen Produkt auf den Markt. Dementsprechend bekannt, positioniert Dropbox heute als Marktführer in diesem Segment.

Auch Dropbox bietet wie alle Kandidaten im Test einen nativen Linux-Client, kostenlos stellt der Dienst 2 GByte Speicherplatz zur Verfügung. Beim Funktionsumfang residiert Dropbox ganz vorne und bietet neben der Datensynchronisation auch die Möglichkeit zum Teilen von Daten mit Dritten. Zudem unterstützt Dropbox eine umfangreiche Liste an Clients. Neben optimierten Web-Zugriffsseiten für Mobiltelefone gibt es auch Apps für Android und iPhone.

Nach dem Installieren der Software synchronisiert Dropbox permanent sämtliche Daten mit der Internet-Festplatte. Sie können außerdem Links zu einzelnen Ordnern per E-Mail versenden oder aus einem Bilder-Ordner eine Online-Fotogalerie erstellen. Außerdem lassen sich in der Benutzeroberfläche neue Computer sehr einfach anmelden.

Den Linux-Client für Dropbox gibt es in 32- und 64-Bit-Varianten für Fedora und Ubuntu, die ein eigener Installer einrichtet. Daneben existiert auch ein Quell-Paket, das jedoch lediglich dazu dient, den Installer manuell zu bauen: Bei der Client-Software handelt es sich um Closed Source, die der Installer jeweils generisch baut. Über eine von der Community dokumentierte CLI-Schnittstelle für Dropbox lässt sich der Dienst auch auf Linux-Rechnern ohne GUI einrichten.

Nach dem Start des Installers meldet sich dieser nach kurzer Zeit mit dem Assistenten zum Einrichten eines Dropbox-Accounts. In dessen Verlauf wählen Sie zwischen der kostenlosen 2 GByte-Variante oder 50 GByte für 9,99 US-Dollar pro Monat beziehungsweise 100 GByte für 19,99 US-Dollar pro Monat aus. Ein Klick auf Preise ganz unten im Installer öffnet die Dropbox-Preisübersicht mit weiteren Optionen im Browser.

Im weiteren Verlauf der Einrichtung bestimmen Sie über Erweitert, wo Dropbox den Dropbox-Ordner anlegt, die Vorgabe lautet $HOME/Dropbox. Im erweiterten Setup haben Sie die Möglichkeit, das Synchronisieren für erweiterte Dateiattribute zu erzwingen. Hier geben Sie auch an, ob Dropbox alle Ordner im Dropbox-Ordner synchronisiert oder Sie dies für den Einzelfall entscheiden wollen. Abschließend bietet der Installer eine Einführungstour an und startet den Client schließlich automatisch. Haben Sie sich für das Synchronisieren erweiterter Attribute entschieden, müssen Sie beim ersten Start des Clients das administrative Passwort angeben.

Der Dropbox-Linux-Client selbst ist als Erweiterung für Nautilus realisiert – was zunächst etwas verwirrend, gerade weil es vollkommen unspektakulär ist. Sie müssen nichts weiter tun, als Dateien in den Dropbox-Ordner kopieren oder von dort wieder löschen. Damit synchronisieren Sie den Inhalt automatisch zwischen allen Linux-, Mac- und Windows-PCs, auf denen Sie den Dropbox-Client installiert haben.

Die gesamte Konfiguration erfolgt im Web-Interface (Abbildung 2), das mit den während der Installation erzeugten Account-Daten unter https://www.dropbox.com/gs in deutscher Sprache zur Verfügung steht. Hier legen Sie etwa unter Freigaben Ordner an, die Sie zur Nutzung durch Dritte bereitstellen wollen – etwa, wenn mehrere Personen an einem Projekt arbeiten.

Abbildung 2: Der eigentliche Dropbox-Ordner im Dateisystem des lokalen PCs ist unspektakulär und auch relativ umständlich. Besser funktioniert der Umgang mir der Dropbox mit Hilfe des Webinterfaces.

Die Bedienung von Dropbox im Stil von Apples iDisk ist zwar sehr einfach, allerdings bietet der Client im Gegensatz anderen Produkten auch kaum Handlungsmöglichkeiten. Zudem hinterlässt die Bedienung keinen wirklich runden Eindruck, einen WebDAV-Zugriff gibt es ebenfalls nicht. Hervorragend schneidet Dropbox allerdings bei der Preisstaffelung der kostenpflichtigen Versionen ab.

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