Aktuelles

Neues rund um Linux

26.08.2011

KDE 4.7: Neue Funktionen und bessere Portabilität

Mit Version 4.7 des Plasma-Desktops und der Plasma-Netbook-Workspaces versprechen die KDE_Entwickler einen großen Schritt in Richtung Touchscreens und mobile Geräte. Die Portierbarkeit ist den Arbeiten am Window-Manager Kwin zu verdanken. Er kommt nun mit Hardware zurecht, die OpenGL ES 2.0 unterstützt. Der Einsatz neuer Qt-Technologien wie Qt Quick (kurz für "Qt Quick UI creation kit") tut für die Portierbarkeit auf kleinere Bildschirme ein Übriges. Die Entwickler haben KDE 4.7 aber nicht nur an vielen Stellen aufpoliert und mit neuen Features erweitert, sondern auch rund 2000 Bugreports abgearbeitet. Ganz neu, aber noch separat zu installieren, ist die Instant-Messaging-Lösung Telepathy für KDE, die bislang lediglich als Technologievorschau gilt. Auch bei den bekannten Anwendungen finden sich viele Neuerungen Die Groupware Kontact etwa wurde nahezu vollständig auf Akonadi portiert. Insbesondere KMail 2.0 arbeitet unter der Haube die Postverwaltung komplett mit dem Akonadi-Framework ab. Dolphin sorgt mit einer versteckten Menüleiste für mehr Platz im Fenster, Marble unterstützt Sprachausgaben und bringt neben einem Assistent zur Kartenerstellung zahlreiche neue Plugins mit. Digikam 2.0 beherrscht nun Gesichtserkennung, die Versionierung von Bildern, Geotagging und vieles mehr. Weitere Details finden Sie im Release-Announcement unter http://kde.org/announcements/4.7/. (uba)

Der Plasma-Desktop des neuen KDE 4.7 samt Anwendungen (Bild: KDE).

Asus liefert EeePC R011PX mit Ubuntu

Asus erweitert seine EeePC-Serie jetzt um das Modell R011PX mit vorinstallierter Ubuntu Desktop Edition 10.10 "Maverick". Das mit 1250 Gramm relativ schwergewichtige Netbook basiert auf einem Single-Core-Atom von Intel (N455, 1,66 GHz) mit NM10-Chipsatz und integrierter GMA-3150-Grafik, das 10,1-Zoll-Display bietet eine Auflösung von 1024x600 Pixeln. Der verbaute DDR3-Arbeitsspeicher von 2 GByte lässt sich nicht erweitern, als Massenspeicher verbaut Asus eine S-ATA-Festplatte mit 320 GByte Kapazität. Der dreizellige Lithium-Ionen-Akku (4.200 mAh, 40 Watt) des EeePC R011PX weist laut Hersteller genügend Power für rund vier Stunden Büroarbeit oder Surfvergnügen auf. Die Verbindung mit dem Netzwerk nimmt das Netbook wahlweise via 10/100-Mbit/s-Ethernet oder WLAN (802.11b/g/n) auf. Die Multimedia-Ausstattung des Geräts umfasst eine 0,3-Megapixel-Webcam, integrierte Stereo-Lautsprecher und ein Mikrofon, daneben finden sich Klinkenstecker für Audio-In/Out. Daneben bringt der EeePC R011X drei USB-2.0-Ports, einen VGA-Ausgang sowie einen MMC/SDHC-Cardreader mit. Das 26,2x17,8 Zentimeter große und zwischen 25,9 und 36,5 mm hohe Netbook finden Sie ab sofort im Handel. Als Gehäusefarben stehen Mattschwarz und Mattweiß zur Auswahl, der empfohlene Verkaufspreis des Asus EeePC R011X beläuft sich auf 199 Euro. Asus verspricht zwei Jahre Garantie inklusive Pick-Up- und Return-Service.

Asus liefert sein neues Einsteiger-Netbook EeePC R011PX mit vorinstalliertem Ubuntu 10.10 "Maverick" aus.

Mageia-Projekt legt Release Cycle fest

In der Nachbereitung des ersten Releases des Mandriva-Community-Forks Mageia hat sich das Projekt nach eingehenden Beratungen auf einen künftigen Release-Zyklus von 9 Monaten festgelegt (http://tinyurl.com/lu1109-mageia). Nach Alphas im November und Dezember 2011 und Betas in den beiden Folgemonaten soll Mageia 2 nach derzeitigem Planungsstand am 4. April 2012 erscheinen. Wie alle künftigen Mageia-Versionen wollen die Entwickler es für die Dauer von 18 Monaten unterstützen. Als mittelfristiges Ziel will das Projekt später alle 18 Monate eine LTS-Version (Long Term Support) veröffentlichen, die dann 3 Jahre Support erhält. Dies machen die Entwickler aber davon abhängig, ob und wie sie mit der Pflege der laufenden Releases hinterher kommen. Das wollen sie vor der Veröffentlichung von Mageia 2 noch einmal gründlich prüfen. Wie das Projekt LinuxUser auf Nachfrage wissen ließ, hängt die entsprechende Leistungsfähigkeit beim Support nicht zuletzt auch von der Bereitschaft der Community zur Mitarbeit ab. (jlu)

Geburtstage: Linux, Slackware, Debian

Linux feiert dieser Tage seinen 20. Geburtstag, auch wenn das genaue Datum der Niederkunft im Jahr 1991 umstritten ist. Infrage kämen der 3. Juli, als Linus Torvalds das Projekt erstmals in einem Posting erwähnte, ohne das Kind zu benennen; der 25. August als Tag der ersten Namensnennung, der 17. September als Tag der 0.01-Release (für eine geschlossene Benutzergruppe) und der 5. Oktober, an dem das erste öffentliche Release 0.02 erschien. Linus selbst bevorzugt als Geburtsdatum die Termine im August und September, die er beide für valide hält – das Release von Linux 0.01 im September 1991 habe allerdings kaum jemand mitbekommen (http://tinyurl.com/lu1109-geburt).

Somit darf der 25. August quasi als offizieller Geburtstag des freien Betriebsystems gelten. In die Schar der Gratulanten reihte sich schon vorab auch Microsoft ein: Zum 20. Geburtstag von Linux stellte Microsoft bei der Linux Foundation ein Glückwunsch-Video ein (http://video.linux.com/video/2127). Das ist so nett und offenherzig gemacht, dass man Microsoft schon fast sympathisch finden könnte – gäbe es da nicht die nach wie vor ungelösten Differenzen wie vage Patentansprüche und knallharten Anti-Linux-Lobbyismus aus Redmond.

Naturgemäß etwas jünger als der Kernel, konnte dieser Tage auch die älteste noch existierende Linux-Distribution Geburtstag feiern und wurde "volljährig": Vor 18 Jahren erschien am 16. Juli 1993 auf 24 Disketten Slackware 1.0. Während Zeitgenossen wie SLS und Yggdrasil zwischenzeitlich ausstarben, erfreut sich Slackware unter seinem Projektleiter Patrick Volkerding weiter bester Gesundheit und hat inzwischen zahlreiche Nachfahren, darunter Suse, Salix, Slax, Vectorlinux und Zenwalk.

Die Position der ältesten noch existierende Linux-Distribution knapp verpasst hat ein anderes Projekt, das dieser Tage ebenfalls den 18. Geburtstag feiert: Am 16. August 1993 kündigte Ian Murdock das "Debian Linux Release" an, damals noch ohne explizites "GNU" im Namen (http://tinyurl.com/lu1109-debian). Das erste Release verteilte er dann Anfang September 1993 an einige Auserwählte zum Test. (jlu)

"Wheezy" mit Multiarch, DNSSEC und vielleicht Hurd

Auf der Debian-Konferenz in Bosnien hat das Release-Team der Distribution (http://release.debian.org) die Ziele für die kommende Version 7.0 "Wheezy" festgelegt. In gemeinsamen Sitzungen mit den Teams FTP-Master, Debian Installer und Kernel stimmten die Entwickler wichtige technische Features ab. In "Wheezy" soll Debian erstmals mehrere Architekturen auf einem System unterstützen, also beispielsweise das Ausführen von 32-Bit-Anwendungen auf einem 64-Bit-System ermöglichen. Als weitere Architekturen sind neue ARM-CPUs (armhf), PowerPC 64, SPARC 64 und S390 geplant, Sub-Architekturen wie i686 will man weiter optimieren. Debian 7 soll GNU/kFreeBSD als vollwertigen Debian-Port mit 95 Prozent der Pakete enthalten, sowie wahrscheinlich GNU/Hurd als "Technology Preview". Daneben möchten die Entwickler Debians Unterstützung für SE Linux und DNSSEC auf einen brauchbaren Stand bringen. Als weitere technische Eckdaten nennt Release-Manager Neil McGovern Ext3 oder Ext4 als Standard-Dateisystem sowie Grub 2 als Bootloader. Wie auch Fedora möchte Debian das Systemverzeichnis /var/run durch /run ersetzen, um dort frühzeitig beim Systemstart Laufzeitdaten zu speichern. (mhu)

Suse setzt weiter auf Microsoft und Mono

Die Attachmate-Tochter Suse und Microsoft haben das 2006 noch mit dem damaligen Suse-Eigner Novell geschlossene Kooperationsabkommen um weitere vier Jahre bis zum 1. Januar 2016 verlängert (http://tinyurl.com/lu1109-ms-suse). Im Rahmen der neuen Runde wird Microsoft weitere 100 Millionen US-Dollar in Zertifikate für Suse-Linux-Enterprise-Produkte investieren. Bereits während der ersten Runde der Kooperation haben die beiden Unternehmen "mehr als 725 Kunden" für das gemeinsame Angebot gewonnen. Dieses ist in der Open-Source-Welt äußerst umstritten, weil eine Schutzklausel des Kooperationsvertrags Suse-Kunden von Patentansprüchen seitens Microsoft freistellt. Dies betrachten viele Vertreter der freien Software als implizite Anerkennung der von Microsoft zwar erhobenen, aber nie nachgewiesenen Patentansprüche gegen Linux. Ebenfalls für Stirnrunzel dürfte in diesen Kreisen ein neues Abkommen zwischen Suse und Xamarin sorgen, dem Startup von Mono-Protagonisten Miguel de Icaza. Darin erhält Xamarin eine unbefristete Lizenz zur Nutzung des gesamten "geistigen Eigentums" von Suse an Mono, MonoTouch, Mono for Android and Mono Tools for Visual Studio (http://tinyurl.com/lu1109-suse-mono). Xamarin soll zudem den technischen Support für Suse-Kunden übernehmen, die Mono-Produkte einsetzen. Die .NET-Implementation Mono ist unter Open-Source-Vertretern umstritten, weil sie mit Microsoft-Patenten behaftete Technologie in freie Software einführt. (jlu)

Ubuntu One verbessert Konditionen

Canonicals Cloud-Lösung Ubuntu One feierte Ende Juli den Meilenstein von 1 Million Anwendern, wobei man offen ließ, wieviele davon das Gratis-Angebot nutzen und wie viele die kostenpflichtigen Varianten (http://tinyurl.com/lu1109-uone). Quasi zur Feier des Tages verbessert das Projekt die Nutzungsbedingungen: Ubuntu One Basic heißt nun Ubuntu One Free, statt wie bislang nur 2 GByte Speicherplatz stehen jetzt 5 GByte kostenlos zur Verfügung. Auch die Bedingungen für das kostenpflichtige Musik-Streaming für iPhones und Android-Handys verbessert Canonical: Zum alten Preis von 3,99 US-Dollar monatlich gibt es jetzt 20 GByte Speicherplatz inklusive. Einen ausführlichen Vergleich von Ubuntu One mit fünf anderen Cloud-Storage-Anbietern lesen Sie in dieser Ausgabe ab Seite 24.

LiSoG + Live = OSBA

Auf Mitgliederversammlungen Mitte Juli haben der Unternehmerverband Linux Solutions Group e.V. (LiSoG) und der Open-Source-Verein Linux-Verband e.V. (Live) beschlossen, beide Vereine zu verschmelzen (http://tinyurl.com/lu1109-osba). Die neue Organisation heißt Open Source Business Alliance e.V. (OSBA) und residiert in Stuttgart. Bis zur ersten Mitgliederversammlung der OSBA soll ein aus den gewählten Vorständen von Live und LiSoG bestehendes Gremium die Leitung des neuen Vereins übernehmen. Der 1997 gegründete Linux-Verband bringt 103 Mitglieder mit, die seit 2005 bestehende Linux Solutions Group 124. Gemeinsames Ziel ist es, den Einsatz von Linux- und Open-Source-basierender Software in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen zu fördern sowie Open-Source-Anbieter zu vertreten. Mit der Fusion hofft man auf eine stärkere Position bei der Interessenvertretung gegenüber Politik und Verwaltung und will dazu auch eine Repräsentanz in Berlin eröffnen. (uba)

Kurz notiert

Am 22. Juli hat Linus Torvalds den Kernel 3.0 freigegeben und damit einen neuen Linux-Versionszweig eröffnet. Das Release bringt neben vielen Treiber-Updates auch Neuerungen wie Wake on WLAN für den 802.11-Stack sowie Funktionserweiterungen für Ext4 und Btrfs mit (http://kernelnewbies.org/LinuxChanges).

Bereits mit dem neuen Kernel 3.0 tritt die Utility-Distribution Parted Magic 6.4 zum Partitionieren von Festplatten und zur Datenrettung an (http://partedmagic.com). Zu den weiteren Neuerungen zählen Gparted 0.9.0, Clonezilla 1.2.9-19 und Firefox 5.0.

Oracles Virtualbox 4.1 bringt eine ganze Reihe neuer Wizards mit, etwa für das Einrichten und Kopieren virtueller Laufwerke. Ein experimenteller Treiber ermöglicht Windows-Gästen das Darstellen der Aero-Oberfläche und Direct3D-Support, Linux-Hosts bekommen eine ebenfalls experimentelle Option für PCI-Passthrough (http://tinyurl.com/lu1109-vbox). ->DVD

Für die Rolling-Release-Distribution Linux Mint Debian Edition gibt es jetzt "Update Packs", die die fortlaufenden Updates einfacher und nachvollziehbarer machen sollen. Das zugehörige Repository Linux Mint Debian Latest soll so Anwendern einmal im Monat einen möglichst aktuellen und getesteten Stand der Pakete bieten (http://blog.linuxmint.com/?p=1781).

Fast die Hälfte der in den letzten drei Monaten weltweit ausgelieferten 103 Millionen Smartphones (46,6 Prozent) arbeiten mit Android als Betriebssystem. Gut ein Drittel davon (34 Prozent) stammen von Samsung, fanden die Marktforscher von Abi Research heraus (http://tinyurl.com/lu1109-abi).

Die Zeiterfassung Timeit 1.0 erfasst, wie viel Zeit der Anwender in verschiedenen virtuellen Arbeitsflächen verbringt und ordnet die Zeiten einzelnen Projekten zu. Daneben registriert die Software, wenn der Benutzer untätig ist. Die Protokolle lassen sich bearbeiten sowie nach Tag, Woche, Monat und Jahr gruppieren (https://launchpad.net/timeit). ->DVD

Der KDE-Entwickler Klaas Freitag hat sein innovatives Präsentationsprogramm Zippl in Opensuse-Pakete gegossen (http://tinyurl.com/lu1109-zippl). Zippl bewegt mithilfe des Qt-Features QGraphicsView den sichtbaren Bildausschnitt über eine große Leinwand, auf der sich die Elemente der Präsentation befinden.

Die Forscher des in Genf beheimateten CERN wollen mit der Open Hardware Licence 1.1 (OHL, http://tinyurl.com/lu1109-ohl) die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Wissensaustausch rund um elektronische Entwicklungen liefern. Die OHL soll Gebrauch, Kopien und Weiterverteilung von Dokumentationen und darin enthaltenen Daten wie Diagrammen, Schaltkreiszeichnungen und Platinen-Layouts regeln.

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