Öffentliche Projekte

Für private Dateien bietet sich ein eigener Server an. Wollen Sie Projekte über mehrere Rechner synchronisieren, können Sie alternativ auch die Angebote von Gitorious [7] oder Github [8] mit SparkleShare nutzen. Das Vorgehen ist für beide Plattformen ähnlich, sodass wir es im Folgenden nur für Github beschreiben.

Github bietet für öffentlich zugängliche Projekte kostenlosen Speicherplatz an, für private Repositories fallen dagegen Gebühren an. Deren Höhe hängt davon ab, wie viele private Repos und Mitarbeiter Sie benötigen. Maximal sind 20 Repositories möglich, auf die bis zu zehn Mitarbeiter zugreifen dürfen.

Sofern Sie noch keinen Account bei der beiden Plattform haben, gilt es zunächst einen solchen anzulegen. Anschließend müssen Sie in den persönlichen Einstellungen einen öffentlichen SSH-Key hinterlegen und ein Repository erstellen. SparkleShare erstellt während der Konfiguration einen eigenen Schlüssel und speichert ihn unter

~/.config/sparkleshare/sparkleshare.email-adresse.key[.pub]

ab. Um SparkleShare mit dem Github-Repository bekannt zu machen, fügen Sie einen neuer Remote-Ordner hinzu, in dem Sie anstelle des eigenen Servers Github auswählen. Als Ordnername tragen Sie das Github-Repository mit vorangestelltem Nutzernamen ein (Abbildung 4).

Abbildung 4: Ist kein eigener Server zur Hand, lassen sich auch Anbieter wie Github oder Gitorious bequem mit SparkleShare nutzen.

Die gesamte SparkleShare-Konfiguration ist in der Datei ~/.config/sparkleshare/config.xml hinterlegt. Sollten sich Angaben zu irgendeinem Server ändern, können Sie die XML-Datei mit jedem Texteditor anpassen.

Nutzung

Läuft SparkleShare, sollte es alle unter ~/SparkleShare abgelegten Dateien automatisch synchronisieren. Je nach Upload-Geschwindigkeit kann der Vorgang etwas dauern, vor allem, wenn es sich um umfangreiche Datenbestände handelt. Ob die Synchronisation noch läuft, erkennen Sie an dem sich drehenden Symbol im SparkleShare-Icon oder erfragen es alternativ mit einem Klick auf das Symbol. Die gewünschten Angaben finden Sie in der ersten Zeile des Menüs (Abbildung 5).

Abbildung 5: Wie es um die Synchronisation steht, verrät die erste Zeile des SparkleShare-Menüs.

Mit Hilfe dieses Menüs erreichen Sie auch schnell die einzelnen SparkleShare-Repositories. Ein Klick auf den entsprechenden Eintrag öffnet entweder das SparkleShare-Verzeichnis oder das ausgewählte Unterverzeichnis im Dateimanager Nautilus. Haben Sie SparkleShare mit Nautilus-Plugin kompiliert, ist das auch der Ort, an dem Sie missglückte Änderungen rückgängig machen. Einen entsprechenden Punkt bietet SparkleShare bei einem Rechtsklick auf die betreffende Datei an.

Mittels des Menüpunkts Zeige letzte Ereignisse ... informieren Sie sich über die letzten Aktivitäten. Im sich öffnenden Fenster führt SparkleShare alle Dateien auf, die in der letzten Zeit neu hinzugekommen sind beziehungsweise geändert oder entfernt wurden. Über ein Dropdown-Menü filtern Sie die Angaben für einzelne Repositories. Vorhandene Dateien erscheinen in Blau, gelöschte Dateien in Schwarz (Abbildung 6). Klicken Sie eine Datei an, öffnet sich automatisch die Anwendung, die mit dem Dateityp verknüpft ist.

Abbildung 6: Was zuletzt geschah, kann SparkleShare übersichtlich auflisten.

Der Punkt Benachrichtigungen (de)aktivieren startet oder stoppt den Notification-Service, mit dessen Hilfe Sie sich Anwender über Änderungen einzelner Dateien auf dem Laufenden halten lassen können. Die Informationen über Änderungen wickelt SparkleShare momentan noch via IRC ab, sodass Sie sich genau überlegen sollten, ob Sie das Feature brauchen. In unserem Test weigerte sich der vorgegebene IRC-Server (noch), die Verbindung zu akzeptieren.

Werden Daten über mehrere Rechner synchron gehalten, besteht die Gefahr von Versionskonflikten. Solche kommen beispielsweise vor, wenn ein Anwender vergisst, ein Repository zu synchronisieren, bevor er Änderungen vornimmt. Der klassische Fall: Der User hat SparkleShare nicht gestartet, nimmt dann aber Änderungen an einer Datei vor, die auf dem Server in einer neueren Version vorliegt. Sparkleshare behandelt solche Konflikte ähnlich wie das kommerzielle Vorbild Dropbox, indem es die auf dem Server befindlichen Dateien um den Namen des Committers sowie Datum und Uhrzeit des Commits erweitert (Abbildung 7) und im entsprechenden Verzeichnis ablegt. Den Konflikt aufzulösen, bleibt letztendlich Sache des Anwenders.

Abbildung 7: Die Namen konfliktbehafteter Dateien ergänzt SparkleShare um zusätzliche Angaben, um eine Konfliktlösung müssen Sie sich selbst kümmern.

Im laufenden Betrieb fällt ab und zu auf, dass sich SparkleShare in einem frühen Entwicklungsstadium befindet und noch einige Ecken und Kanten aufweist. Die Anwendung verabschiedet sich beispielsweise, wenn sie nur Ereignisse zu einem bestimmten Ordner auflisten soll. Geben Sie bei der Konfiguration eines neuen Remote-Ordners nicht existente Server oder Git-Repositories an, erscheint lediglich eine sehr allgemein gehaltene Fehlermeldung. Im Test synchronisierte SparkleShare zudem einige Repositories stillschweigend nicht. Der Fehler ließ sich beheben, indem wie die betroffenen Verzeichnisse löschten und die Remote-Ordner erneut einrichteten.

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