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© Marmit, sxc.hu

Zwerg mit Ausstrahlung

Mini-PC Zbox AD02 im praktischen Einsatz

05.08.2011 Für viele praktische Aufgaben genügt ein Mini-PC. An einer Gesamtschule in Rastede leistet ein solcher im Zusammenspiel mit Linux gute Dienste für Alltägliches und weniger Alltägliches.

Kaum eine Schule verfügt über großzügige finanzielle Ressourcen. Da bietet es sich an, für den EDV-Einsatz kostengünstige Hardware mit dem freien Betriebssystem zu verheiraten, um das Budget nicht zu stark zu strapazieren. Die Kooperative Gesamtschule Rastede nutzt in der Schule an verschiedenen Stellen Bildschirme samt PC, um beispielsweise den Vertretungsplan anzuzeigen. Bisher bezogen diese Monitore ihre Daten von herkömmlichen, aber mittlerweile veralteten Computern. Im Mai 2011 reifte dann der Entschluss, testweise einen Mini-PC zusammenzustellen, der diese Aufgabe künftig übernimmt.

Spezifikation

Auf der Suche nach einem solchen Computer stellte sich schnell heraus, dass die viele Geräte die Anforderungen nicht erfüllen. So sollte der PC möglichst leise sein und so wenig bewegliche Teile wie möglich verfügen, um im optimalen Fall eine lange Lebensdauer zu gewährleisten.

Die Leistung spielt im Alltag eine eher untergeordnete Rolle: Die Monitore zeigen im wesentlichen Dateien an, welche die angeschlossenen Rechner als statische Webseite von einem Server beziehen. Es läuft also die meiste Zeit eine HTML-Seite im Firefox. Bei einigen besonderen Anlässen kommt allerdings das Programm Teamviewer zum Einsatz, beispielsweise am Elternsprechtag: Dann zeigen die Monitore unter anderem Raumpläne.

An solchen Tagen kommt es ebenfalls vor, dass zusätzlich zu diesen Informationen Filme laufen – etwa ein Mitschnitt aus der Theatergruppe oder eine Vorschau auf ein kommendes Stück. Daher sollte der PC genug Performance haben, um auf einem 37-Zoll-Fernseher ein Video anzuzeigen. Natürlich sollten die Computer nicht für jeden zu sehen oder zugänglich sein. Optimalerweise hängen sie deshalb per VESA-Halterung hinter einem Monitor.

Als die Architekten die Schule entwarfen, war das Internet noch nicht erfunden. Daher fehlen an allen Stellen, an denen die Monitore hängen, Netzwerkdosen. Diese nachträglich zu verlegen, sprengt jeden vernünftigen Kostenrahmen. Damit müssen die Rechner zusätzlich WLAN unterstützen.

Das Budget für das Projekt lag bei unter 300 Euro pro Computer. Damit fielen viele Industrie-Mini-PCs aus dem Rennen: Diese entsprechend zwar den Anforderungen und fallen extrem klein aus (viele nicht viel größer als eine externe Festplatte), kosten jedoch deutlich mehr. Die Preise steigen nicht selten über 700 Euro.

Nach langem Suchen fiel die Wahl auf die Zbox AD02 (siehe Tabelle "Technische Daten") von Zotac [1]. Der Computer besitzt eine AMD-APU des Typs E350 mit Fusion-Chipsatz mit integrierter Radeon-HD6310-Grafik, die laut Hersteller durch den UVD3-Decoder HD-Videos dekodieren kann. Als Arbeitsspeicher kommt DDR3-RAM zum Einsatz.

Technische Daten

Hersteller Zotac International Ltd.
Modell Zbox AD02 (Barebone)
APU AMD "Zacate" E-350, Dual-Core (1,6 GHz)
Grafik AMD Radeon HD6310 (500 MHz)
WLAN 802.11b/g/n
Anschlüsse intern 1 x 2,5-Zoll-SATA (6 Gbit/s), 2 x DDR3-1066 SO-DIMM (204 Pins)
Anschlüsse Front 6-in-1-Reader (MMC/SD/SDHC/MS/MS Pro/xD), 1 x USB 2.0, Audio out, Audio in
Anschlüsse hinten 1 x HDMI, 1 x DVI, 1 x eSATA, 2 x USB 2.0, 2 x USB 3.0, 1 x Ethernet (10/100/1000), S/PDIF out, Strom
Anschlüsse oben 1 x USB 2.0
Maße (BxHxT) 188x188x44 mm
Preis (ca.) 200 Euro

Das etwa taschenbuchgroßes Gehäuse des Mini-PC weist auf drei Seiten Anschlüsse auf (Abbildung 1); auf der vierten befindet sich die Aussparung für einen mitgelieferten Standfuß. Auffälligstes Detail ist ein Leuchtring auf der Seite des Geräts, der als Power-LED fungiert.

Abbildung 1

Abbildung 1: An der Rückseite bietet der Mini-PC eine Reihe von Anschlüsse, darunter eSATA, USB 2/3, LAN, DVI, HDMI und S/PDIF.

Dass das vorliegende Zbox-Modell mit einem einzigen Lüfter (für die CPU) auskommt, verspricht einen niedrigen Geräuschpegel. Der Preis liegt ebenfalls im Rahmen: Zusammen mit 2 GByte Arbeitsspeicher geht die Zotac Zbox AD02 für etwa 200 Euro über den Ladentisch, dazu kommt die Festplatte. Der Hersteller vertreibt das Gerät außerdem in einer Plus-Variante, die ab Werk eine 250-GByte-HDD sowie 2 GByte RAM mitbringt.

Anstelle einer herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatte mit SATA-Schnittstelle fiel die Wahl für die Schulinstallation auf einen SATA-CF-Adapter (7 Euro) und eine 8-GByte-CF-Card (16 Euro) (Abbildung 2). Das Gehäuse erlaubt ein einfaches Einsetzen der zusätzlichen Komponenten (Abbildung 3). Für die gestellten Anforderungen genügt die CF-Karte vollkommen, ein schlankes Linux-System lässt sich ohne Probleme auf einer so kleinen Karte einrichten.

Abbildung 2

Abbildung 2: Der CF-Karten-Adapter ermöglicht den Einbau eines Compact-Flash-Moduls als Festplatte.

Abbildung 3

Abbildung 3: Das Innenleben der Zbox mit dem Arbeitsspeicher oben links und dem quer liegenden CF-Karten-Adapter.

Installation

Neue Hardware erfordert neue Treiber. Daher fiel die Wahl der Distribution auf Ubuntu 11.04, das einen sehr aktuellen Kernel (2.6.38) mitbringt. Um die Installation möglichst schlank zu halten, kam die Server-Variante zum Einsatz. So ließ sich sehr leicht testen, ob die Installation auf einer CF-Karte gelingt. Da der Computer kein DVD-Laufwerk besitzt, übernahm ein USB-Stick die Aufgabe des Boot-Mediums. Eine Anleitung sowie das Image selbst fanden sich online [3].

Tatsächlich lief die Installation problemlos. Es galt allerdings, die Größen der Partitionen anzupassen, denn die Standardwerte von Ubuntu für die Root-Partition fielen größer aus als die Kapazität CF-Karte. In der neuen Konfiguration bekam das Root-Dateisystem 4 GByte zugewiesen, die Swap-Partition erhielt 512 MByte, der Rest entfiel auf die Home-Partition.

Als nächstes folgte das Metapaket xubuntu-desktop, das XFCE 4.8 samt Abhängigkeiten installiert. Der Network-Manager erkannte das Funknetzwerk sofort, die Verschlüsselung bereitete keine Probleme. Auch eine externe USB-Festplatte band das System automatisch ein.

Die einzige Schwierigkeit mit der Hardware trat in Zusammenhang mit USB 3 unter Ubuntu auf. Während beim Einsatz der USB-2-Anschlüsse das System tadellos lief, führte der Versuch, USB 3 zu nutzen zum Absturz. Eine Dokumentation des Problems findet sich online [2], dem Autor ist bislang keine Lösung bekannt. Daher kamen im laufenden Betrieb nur die USB2-Anschlüsse zum Einsatz. (Übrigens unterstützte OpenSuse 11.4 den USB-3-Einsatz tadellos, siehe Abschnitt "Multimedia").

Insgesamt fällt das Fazit der oben beschriebenen Lösung sehr positiv aus: Der Rechner funktioniert tadellos, die 8-GByte-Karte bietet noch gut 2 GByte freien Platz, die Geschwindigkeit reicht vollkommen aus und der Rechner läuft sehr leise. Damit war der erste Teil der Aufgabe erfüllt.

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Kommentare
Re.
Michael Frenzel, Samstag, 06. August 2011 19:45:11
Ein/Ausklappen

Hallo,
ich kann auch die Zbox HD-ID11 weiterempfehlen.
Ich nutze Debian-Wheezy und hatte nur den Alsa-Treiber neu kompilieren müssen und die alsa.conf anpassen.
Es ist eine fantastische und preiswerte Mediabox (mit xbmc)

Gruß Michael


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