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Bilder in der Wolke

Fotos in Webalben verwalten

26.08.2011
Möchten Sie Bilder stets griffbereit haben, um Sie Freunden und Bekannten zu zeigen, dann laden Sie sie in ein Webalbum, das Sie überall erreichen. Für die Marktführer Flickr und Picasaweb gibt es unter Linux passende Tools dazu.

Wer heute seine Urlaubsfotos im Bekanntenkreis zeigen möchte, nutzt dazu nicht mehr das schnöde Fotoalbum aus Papier, sondern häufig dessen digitalen Ableger, das Webalbum. Die Vorteile liegen auf der Hand: Egal, wo Sie sich aufhalten, Ihre Bilder sind stets online parat. Zwar buhlen eine ganze Menge Webalben-Anbieter um die Gunst der Nutzer, doch Flickr [1] und Picasaweb [2] machen das Rennen weitgehend unter sich aus. Wer den oft mühsamen Weg des Web-Uploads scheut, dem stehen diverse Programme zur Verfügung, um die Bilder komfortabel über einen lokalen Client hochzuladen.

Flickr

Das 2005 von Yahoo gekaufte Portal Flickr steht quasi als Synonym für Webalben. Minütlich laden die über 50 Millionen registrierten Anwender im Schnitt 5000 Bilder in ihre Accounts. Aktuell befinden sich in der Cloud geschätzte 5 Milliarden Foto- und Videodateien.

Wer an Flickr teilnehmen möchte, meldet sich entweder direkt bei Yahoo an oder authentifiziert sich über seinen Facebook- oder Google-Account. Die kostenlose Flickr-Variante beschränkt das Upload-Volumen auf 300 MByte im Monat. Zudem zeigt der Dienst Fotos lediglich in einer maximalen Größe der langen Kante von 1024 Pixeln an und stellt sie auch nur so zum Download bereit. Daneben limitiert Flickr die Zahl der Bilder auf 200. Bei Erreichen dieser Grenze zeigt der Dienst die jeweils ältesten Aufnahmen nicht mehr an – bis zum Kauf eines Premium-Accounts. Der kostet knapp 18 Euro im Jahr und hebt alle genannten Beschränkungen auf.

Auch wenn die Bilder einem Album zugeordnet wurden, zeigt Flickr sie trotzdem im so genannten Stream an, der alle Bilder enthält. Der Dienst erlaubt sowohl das Verschlagworten als auch Geolokalisieren der Aufnahmen via Drag & Drop. Allerdings schreibt Flickr die entsprechenden Informationen nicht als EXIF- bzw. IPTC-Tags ins Bild, sondern speichert sie in einer eigenen Datenbank. Entsprechend gehen diese Angaben bei einer weiteren Nutzung des Bilds außerhalb von Flickr verloren. Immerhin liest der Bilderdienst in den Aufnahmen vorhandene Informationen aus und integriert sie in die Bildbeschreibung.

Bei der Freigabe der Bilder wählen Sie, ob Jeder (Öffentlich), nur Ihre Freunde oder lediglich Ihre Familie die Bilder einsehen darf. Wie und wo man diese Gruppen definiert, das verschweigt Flickr jedoch. An anderer Stelle steht zu lesen, dass der Bilderdienst lediglich zwischen öffentlich anzeigbaren, nur für bestimmte Flickr-Nutzer zugänglichen oder nur für den privaten Gebrauch bestimmten Bildern unterscheidet.

Nicht nur an dieser Stelle wirkt das Portal recht schwerfällig und unübersichtlich. Die ganze Menüführung erscheint an vielen Stellen wenig intuitiv (Abbildung 1).

Abbildung 1: Wer sich in dem unübersichtlich angeordneten Wust an Funktionen zurechtfinden möchte, muss sich erst einmal eingehend mit Flickr auseinandersetzen.

Erst nach mehreren Stunden Gebrauch erschließen sich nach und nach die einzelnen Funktionen und deren Zusammenhänge. So bietet der Dienst beispielsweise eine Galerie. Was Flickr nur versteckt kundtut: Diese dient nicht etwa dem dazu, eigene Bilder zu verwalten, sondern jene anderer Anwender zusammenzufassen – was im Test allerdings auch nicht ohne Weiteres gelang. Generell unterstreicht diese Funktion zusammen mit den Gruppen aber den Community-Charakter des Online-Dienstes, bei dem es mehr darum geht, die Bilder untereinander auszutauschen.

Sowohl eigene als auch fremde Bilder versieht Flickr mit einem Facebook- und Twitter-Button, der es Ihnen erlaubt, über Ihren Account andere auf die Bilder aufmerksam zu machen.

Picasaweb

Der Gegenspieler aus dem Hause Google heißt Picasaweb. Google schränkt die kostenfreie Nutzung des Diensts auf ein maximales Speichervolumen von 1 GByte ein, für 20 GByte zusätzlich verlangt der Anbieter 5 US-Dollar jährlich.

Dass Google Picasaweb nicht unbedingt als gewinnbringendes Geschäftsmodell betrachtet, sondern eher den Mehrwert in Verbindung mit anderen Diensten darin sieht, manifestiert sich unter anderem daran, dass es Bilder bis zu einer Kantenlänge von 2000 Pixeln nicht im Speichervolumen berücksichtigt. Allerdings setzt das eine Registrierung bei Google+ voraus.

Anders als Flickr zeigt Picasaweb die Bilder auf Wunsch in der Originalgröße an und ermöglicht deren Download. Das Herunterladen ganzer Alben gestattet die Weboberfläche zwar nicht, jedoch der korrespondierende Client Picasa.

Wie Flickr erlaubt auch Picasaweb das Verschlagworten und Verorten der Aufnahmen. Allerdings ordnet der Dienst die Bilder immer einem Album zu, das Tohuwabohu von Flickr findet damit nicht statt. Das Anlegen von Unterverzeichnissen gestattet das Portal aber nicht.

Als zusätzliches Feature besitzt Picasaweb eine automatische Gesichtserkennung: Bilder mit Personen darauf versieht es mit einem weiß umrandeten Viereck. Beim Darüberfahren mit dem Mauszeiger erscheint ein Eingabefeld, in dem Sie den Namen der betreffenden Person eingeben. Danach erscheint das benannte Profilbild in der rechten Seitenleiste der Weboberfläche.

Wie auch Flickr bietet Picasaweb die Möglichkeit, die eingestellten Bilder mit dem Online-Dienst Picnik [3] nachzubearbeiten. Dazu zählen alle wichtigen Bildparameter, wie Helligkeit, Kontrast, Farbbalance oder Ausschnitt.

Beim Teilen der Bilder bezieht sich Picasaweb in erster Linie auf den eigenen Dienst Buzz, den hauseigenen Blog sowie Twitter. Wurden die Bilder geolokalisiert, steht eine Uploadfunktion zu Panoramio bereit. Darin eingestellte Aufnahmen erscheinen öffentlich in Google Maps und Google Earth.

Deutlich nachvollziehbarer als Flickr gestaltet Google die Freigabe der Alben: Hier wählen Sie zwischen Öffentlich im Web, Eingeschränkt, jeder mit dem Link und Nur Sie.

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