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Sparsam arbeiten

Notebooks effizienter nutzen

19.07.2011
Statt sinnlos Strom zu verpulvern, schalten Sie mit TLP gezielt nicht benötigte Komponenten im Laptop ab und verlängern so Laufzeit und Lebensdauer des Akkus.

Den Schwachpunkt aller mobilen Computer stellt die Energieversorgung unterwegs dar. Je leistungsfähiger Stromfresser wie Bildschirm, Prozessor und Grafikkarte im Notebook ausfallen, desto schneller muss das Gerät wieder an die Steckdose. Herkömmliche Festplatten verkürzen ebenfalls die Laufzeit des Akkus. Ein neues Projekt namens TLP, das aus dem deutschen Thinkpad-Forum [1] stammt, sagt den Energieverschwendern jetzt den Kampf an.

TLP steht derzeit als fertiges Paket für Ubuntu und Debian [2] sowie OpenSuse [3] bereit. Im Debian- und Ubuntu-PPA finden Sie zusätzlich ein Archiv mit dem Quellcode, den Sie benötigen, wenn Sie eine bislang nicht mit Binärpaketen unterstützte Distribution nutzen. Aus diesem Archiv kompilieren Sie nach dem Entpacken im Terminal mit dem Befehl make install die Software.

Aufgrund des regen Einsatzes durch die Teilnehmer des Thinkpad-Forums erscheint es jedoch wahrscheinlich, dass in Kürze für weitere Distributionen entsprechende Pakete bereit stehen. Eine sehr detaillierte Anleitung zur Installation der Binaries finden Sie sich im Web [4]. Die Antwort auf viele Fragen rund um das Programm beantwortet eine FAQ [5], die ebenfalls sorgfältige Pflege erfährt.

Einsparpotenzial

TLP verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, beschränkt sich also nicht auf wenige Einstellungen wie die herkömmlichen Energiesparoptionen, die die Distributionen bereits integrieren. So erlaubt es die Software, den Energiebedarf der Intel-WLAN-Hardware, der Massenspeicher und der in vielen Lenovo-Notebooks vorhandenen Wechselschachtsysteme ("Ultrabay") zu regeln.

TLP bietet USB-Stromsparmodi für alle IBM- und Lenovo-Notebooks ebenso wie Powersave-Optionen für Soundkarten. Je nach vorhandener Hardware steuern Sie zusätzlich Bluetooth-, PCI-Express- sowie SATA-Geräte mithilfe von TLP. Ein besonderes Schmankerl stellt das sogenannte Undervolting dar: Bestimmte CPUs erlauben den Betrieb bei einer geringeren Spannung als üblich ohne spürbaren Leistungsverlust, sofern ein entsprechend vorbereiteter Kernel seinen Dienst verrichtet. TLP reizt diese Möglichkeiten aus und erzielt durch die Kombination der einzelnen Potentiale einen deutlichen Effekt.

Voraussetzungen

Um den Funktionsumfang von TLP komplett zu nutzen, gilt es einige Voraussetzungen zu erfüllen: So sollten unabhängig von der verwendeten Debian- oder Ubuntu-Variante die Pakete smartmontools, tp-smapi-dkms und ethtool auf dem System bereits vorhanden sein, um Daten zum Betriebszustand der Festplatte und des Akkus zu erhalten.

Um die Verwirrung zu komplettieren, heißen diese Pakete je nach Distribution teilweise unterschiedlich: So hört zum Beispiel unter OpenSuse das in Debian und Ubuntu als tp-smapi-dkms bezeichnete Paket auf den Namen tp_smapi-kmp-default. Die Smartmontools liegen dagegen bei allen drei Systemen in einem identisch bezeichneten Archiv. Auch das zum Abschalten des Wake-on-LAN-Dienstes benötigte Paket ethtool bieten alle drei Systeme unter dem gleichen Namen an.

Unabhängig von TLP empfiehlt es sich generell, auch das Paket powertop zu installieren. Diese ebenfalls von der Kommandozeile aus gesteuerte Applikation listet wichtige Informationen zum aktuellen Stromverbrauch auf und gestattet es, die durch TLP erzielten Einsparungen nachzuvollziehen. Powertop liegt in den Repositories aller gängigen Distributionen, Sie installieren es komfortabel per Mausklick.

Da das von Intel entwickelte Programm – sofern Intel-Hardware verbaut ist – in gewissem Rahmen Modifikationen an den Komponenten gestattet, treten hier bisweilen konkurrierende Optionen auf. In diesem Fall empfiehlt es sich jedoch, die Vorschläge von Powertop zu ignorieren und TLP entsprechend anzupassen.

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