AA_slow_asifthebes_sxc_1088026.jpg

© Asifthebes, sxc.hu

Notebooks effizienter nutzen

Sparsam arbeiten

Statt sinnlos Strom zu verpulvern, schalten Sie mit TLP gezielt nicht benötigte Komponenten im Laptop ab und verlängern so Laufzeit und Lebensdauer des Akkus.

Den Schwachpunkt aller mobilen Computer stellt die Energieversorgung unterwegs dar. Je leistungsfähiger Stromfresser wie Bildschirm, Prozessor und Grafikkarte im Notebook ausfallen, desto schneller muss das Gerät wieder an die Steckdose. Herkömmliche Festplatten verkürzen ebenfalls die Laufzeit des Akkus. Ein neues Projekt namens TLP, das aus dem deutschen Thinkpad-Forum [1] stammt, sagt den Energieverschwendern jetzt den Kampf an.

TLP steht derzeit als fertiges Paket für Ubuntu und Debian [2] sowie OpenSuse [3] bereit. Im Debian- und Ubuntu-PPA finden Sie zusätzlich ein Archiv mit dem Quellcode, den Sie benötigen, wenn Sie eine bislang nicht mit Binärpaketen unterstützte Distribution nutzen. Aus diesem Archiv kompilieren Sie nach dem Entpacken im Terminal mit dem Befehl make install die Software.

Aufgrund des regen Einsatzes durch die Teilnehmer des Thinkpad-Forums erscheint es jedoch wahrscheinlich, dass in Kürze für weitere Distributionen entsprechende Pakete bereit stehen. Eine sehr detaillierte Anleitung zur Installation der Binaries finden Sie sich im Web [4]. Die Antwort auf viele Fragen rund um das Programm beantwortet eine FAQ [5], die ebenfalls sorgfältige Pflege erfährt.

Einsparpotenzial

TLP verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, beschränkt sich also nicht auf wenige Einstellungen wie die herkömmlichen Energiesparoptionen, die die Distributionen bereits integrieren. So erlaubt es die Software, den Energiebedarf der Intel-WLAN-Hardware, der Massenspeicher und der in vielen Lenovo-Notebooks vorhandenen Wechselschachtsysteme ("Ultrabay") zu regeln.

TLP bietet USB-Stromsparmodi für alle IBM- und Lenovo-Notebooks ebenso wie Powersave-Optionen für Soundkarten. Je nach vorhandener Hardware steuern Sie zusätzlich Bluetooth-, PCI-Express- sowie SATA-Geräte mithilfe von TLP. Ein besonderes Schmankerl stellt das sogenannte Undervolting dar: Bestimmte CPUs erlauben den Betrieb bei einer geringeren Spannung als üblich ohne spürbaren Leistungsverlust, sofern ein entsprechend vorbereiteter Kernel seinen Dienst verrichtet. TLP reizt diese Möglichkeiten aus und erzielt durch die Kombination der einzelnen Potentiale einen deutlichen Effekt.

Voraussetzungen

Um den Funktionsumfang von TLP komplett zu nutzen, gilt es einige Voraussetzungen zu erfüllen: So sollten unabhängig von der verwendeten Debian- oder Ubuntu-Variante die Pakete smartmontools, tp-smapi-dkms und ethtool auf dem System bereits vorhanden sein, um Daten zum Betriebszustand der Festplatte und des Akkus zu erhalten.

Um die Verwirrung zu komplettieren, heißen diese Pakete je nach Distribution teilweise unterschiedlich: So hört zum Beispiel unter OpenSuse das in Debian und Ubuntu als tp-smapi-dkms bezeichnete Paket auf den Namen tp_smapi-kmp-default. Die Smartmontools liegen dagegen bei allen drei Systemen in einem identisch bezeichneten Archiv. Auch das zum Abschalten des Wake-on-LAN-Dienstes benötigte Paket ethtool bieten alle drei Systeme unter dem gleichen Namen an.

Unabhängig von TLP empfiehlt es sich generell, auch das Paket powertop zu installieren. Diese ebenfalls von der Kommandozeile aus gesteuerte Applikation listet wichtige Informationen zum aktuellen Stromverbrauch auf und gestattet es, die durch TLP erzielten Einsparungen nachzuvollziehen. Powertop liegt in den Repositories aller gängigen Distributionen, Sie installieren es komfortabel per Mausklick.

Da das von Intel entwickelte Programm – sofern Intel-Hardware verbaut ist – in gewissem Rahmen Modifikationen an den Komponenten gestattet, treten hier bisweilen konkurrierende Optionen auf. In diesem Fall empfiehlt es sich jedoch, die Vorschläge von Powertop zu ignorieren und TLP entsprechend anzupassen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2017: Daten retten & sichern

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 2 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...