AA_M2S-04_plextor.jpg

© plextor.be

Im Test: PX-256M2S SSD von Plextor

Flotte Flunder

Unter der Marke "Plextor" bietet die japanische Firma Shinano Kenshi seit dem Frühjahr auch eigene SSDs an. Wir haben das 256-GByte-Modell getestet.

Mit ihrer 6-GByte-SATA-Schnittstelle und 256 GByte MLC-Speicher gehört die PX-256M2S [1] zurzeit zum besseren Mittelfeld der Solid State Drives. Doch während SSDs jenseits 256 GByte noch weit über 1000 Euro kosten, gibt es die Plextor-Platte bereits für 400 Euro. Die zur gleichen Familie gehörenden Plextor-SSDs mit 64 und 128 GByte gibt es via Internet für gut 100 respektive knapp 200 Euro. Alle zwei bieten dank des integrierten 88SS9174-Chipsatzes von Marvell eine gute Performance, auch wenn sie nicht an die Werte des hier getesteten 256-GByte-Modells herankommen. Offiziell gibt Plextor die Spitzenwerte der Testplatte mit 480 MByte/s beim sequenziellen Lesen und 330 MByte/s beim sequenziellen Schreiben an.

Um einen annähernden Wert für die Performance zu erhalten und die Einstellungen unseres Testrechners zu überprüfen, maßen wir die Geschwindigkeit zunächst mit Hdparm. Hier liefert die Plextor-Platte einen Lesedurchsatz von 363 MByte/s. Beachten Sie, dass die Festplatte diesen Wert nur über die schnelle SATA-III-Schnittstelle erreicht (auf den meisten Mainboards mit 6**GByte gekennzeichnet).

Mit Dd und Bonnie++

Wie erwartet blieb die tatsächliche Performance beim Schreiben weit hinter den offiziellen Angaben zurück. So schaffte es die PX-256M2S beim einfachen sequenziellen Schreiben über den Befehl

$ dd if=/dev/zero of=/mnt/test bs=2000000k count=4 oflag=direct

unter Ext4 auf lediglich 182 MByte/s. Auch ohne Dateisystem – beim direkten Schreiben auf die Gerätedatei /dev/sdb in unserem Testsystem – lagen nur knapp 190 MByte/s drin. Am schlechtesten schnitt die SSD bei den Tests mit dem Dateisystem Btrfs ab: Hier erreichte sie sogar nur 160 MByte/s. In allen drei Fällen kam als Betriebssystem Ubuntu 11.04 unter dem Standardkernel und mit den Standard-Programmen zum Einsatz. Die Testwerte ermittelten wir aus je fünf Durchgängen, wobei die Abweichungen sehr gering waren.

Abbildung 1: Beim Schreiben über den Befehl dd arbeitet Ext4 fast so schnell, wie ein RAW-Medium. Btrfs fällt deutlich zurück.

Etwas andere Werte bezüglich der Performance liefert der synthetische Benchmark Bonnie++. Demnach kommt die Plextor-Platte unter Btrfs auf Höchstwerte von 460 MByte/s beim Lesen und 225 MByte/s beim Schreiben. Unter Ext4 erreichten wir in den Messungen mit Bonnie++ nur Werte von 432 MByte/s (Lesen) und 196 MByte/s (Schreiben).

Abbildung 2: Laut Benchmark Bonnie++ arbeitet die SSD unter Btrfs leicht schneller als mit Ext4.

Fazit

Da SSDs immer noch deutlich mehr kosten als konventionelle Festplatten, ist es beim Kauf umso wichtiger, dass man auch eine gewisse Sicherheit bekommt. Hier bietet Plextor für die neuen SSDs 36 Monate Herstellergarantie und einen offiziellen MTBF-Wert von 1,5 Millionen Stunden. Als günstigere Alternativen bieten sich aktuelle Modelle mit SATA-II-Schnittstelle an, wo der Preis pro GByte mittlerweile bei 1,20 Euro liegt. 

Glossar

MTBF

Mean Time Between Failures. Bezeichnet die mittlere Lebensdauer von Industriegeräten. Bei Festplatten entspricht dieser Wert in etwa der erwarteten Lebensdauer.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Intel SSD 510 Series
    Vor einem Jahr galt eine 120-GByte-SSD noch als fast unbezahlbar, heute liegen die Preise bei gut 200 Euro. Wir prüfen, was Intels neue SSD Serie 510 fürs Geld bietet.
  • Volle Pulle
    Können die Neueinsteiger Btrfs und Ext4 den traditionellen Linux-Dateisystemen den Rang ablaufen? Wir messen nach.
  • Speicherhunger
    Die Festplattenhersteller gehen in die Terabyte-Runde: Wir testen drei Spitzenmodelle von Hitachi, Samsung und Seagate.
  • Kurztest: Die neue 510-er SSD von Intel
    Mit einem Preis von knapp 300 Euro für eine 120 GByte-Platte sind SSDs zwar immer noch recht teuer, aber immerhin bezahlbar. Wir haben das neueste Modell von Intel getestet.
  • Plattensammlung
    Neigt sich der Speicherplatz einmal mehr dem Ende zu, steht der Erwerb einer neuen Festplatte an. Wir stellen Ihnen je ein Modell für den stationären und mobilen Einsatz vor.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2016: Neue Desktops

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Drucker Epson XP-332 unter ubuntu 14.04 einrichten
Andrea Wagenblast, 30.11.2016 22:07, 2 Antworten
Hallo, habe vergeblich versucht mein Multifunktionsgerät Epson XP-332 als neuen Drucker unter...
Apricity Gnome unter Win 10 via VirtualBox
André Driesel, 30.11.2016 06:28, 2 Antworten
Halo Leute, ich versuche hier schon seit mehreren Tagen Apricity OS Gnome via VirtualBox zum l...
EYE of Gnome
FRank Schubert, 15.11.2016 20:06, 2 Antworten
Hallo, EOG öffnet Fotos nur in der Größenordnung 4000 × 3000 Pixel. Größere Fotos werden nic...
Kamera mit Notebook koppeln
Karl Spiegel, 12.11.2016 15:02, 2 Antworten
Hi, Fotografen ich werde eine SONY alpha 77ii bekommen, und möchte die LifeView-Möglichkeit nu...
Linux auf externe SSD installieren
Roland Seidl, 28.10.2016 20:44, 1 Antworten
Bin mit einem Mac unterwegs. Mac Mini 2012 i7. Würde gerne Linux parallel betreiben. Aber auf e...