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© Petr Kovar, sxc.hu

Gängige Codecs für Audio und Video

Wald der Formate

Die Dateiendung ".mp3" kennt jeder. Doch wissen Sie auch, was es mit ".ogg" oder ".webm" auf sich hat?

Früher gab es Filme auf VHS-Band, Musik kam von der Kassette oder Schallplatte. Zumindest als Heimanwender musste man sich also keine Gedanken um verschiedene Formate oder gar Kompatibilitätsprobleme machen. Mit der zunehmenden Verbreitung der Heimcomputer in den Neunzigern traten dann digitale Formate ihren Siegeszug an. Hier gibt es nicht mehr nur ein Format je Verwendungszweck, das sich überall lesen lässt, sondern eine Vielzahl an Dateitypen, für die man oft spezielle Player oder Browser-Plugins benötigen. Manche Quellen bieten auch verschiedene Versionen ein und derselben Datei zur Auswahl an.

Noch komplizierter wird es, wenn Sie sich für ein Format zum Archivieren eigener Aufnahmen entscheiden müssen oder gar planen, bestimmte Formate in eigenen Programmen zu unterstützen: Audio- und Videoformate gibt es fast wie Sand am Meer. Wenn Sie auf freie und offene Standards setzen wollen, müssen Sie aber auf der Hut sein. Gerade Medienunternehmen wollen die Anwender an sich binden und kochen daher gern ihr eigenes Süppchen. Beziehen Sie Betriebssystem, Abspielgerät und Medienverwaltung von ein und demselben Hersteller und kaufen idealerweise auch noch Musik über dessen Online-Shop, müssen Sie sich selten Gedanken machen. Mit Freiheit hat das jedoch nicht mehr viel zu tun – das merken Sie spätestens dann, wenn Sie die Lieder auf ein Drittgerät kopieren und dort nichts funktioniert. Für Linux dürfen Sie ohnehin keine Unterstützung der Hersteller erwarten.

Im Folgenden möchten wir Sie nicht mit allzu technischen Details behelligen oder gar ein komplettes Kompendium heutiger Formate liefern – das würde den Rahmen des Artikels sprengen und schneller veraltet sein, als die Druckerschwärze trocknet. Wir räumen in den nächsten Absätzen jedoch nicht nur mit einigen Fehlvorstellungen auf, sondern geben Ihnen auch das nötige Werkzeug an die Hand, um sich im Codec-Dschungel zurechtzufinden.

Äpfel und Birnen

Bei der Diskussion um Formate werden häufig Äpfel mit Birnen verglichen, die Vielzahl technischer Standards erweist sich hier in der Tat als recht verwirrend. Im Folgenden soll es daher nur um das gehen, was als abspielbare Datei vorliegt oder via Browser aus dem Netz kommt. Ob Sie Ihr Lieblingslied als MP3-Datei von CD anhören, es im selben Format übers LAN auf den Wohnzimmer-PC streamen, vom USB-Stick über Ihren Blu-ray-Player wiedergeben oder es kabellos per DLNA auf den Fernseher bringen: Es ist und bleibt eine MP3-Datei, bei der sich nur das Transportmedium ändert.

Gern verwechselt werden Container und Codec: Der Container beschreibt, was in der Datei "verpackt" ist, beispielsweise ein Video mit zwei Tonspuren und fünf Untertiteln. Das allein genügt jedoch noch nicht, um die Datei auch abzuspielen. Das Endgerät benötigt daneben noch die Information, wie es die einzelnen Datenströme behandeln soll – und genau das ist der Codec. Der Container sagt also aus, welche Elemente die Datei enthält, der Codec hingegen, wie die einzelnen Datenströme kodiert sind.

Magische Zeichen

Um herauszufinden, welcher Codec für eine bestimmte Datei genutzt wurde, greifen Sie auf die sogenannten Character Codes zurück. Der TwoCC gibt an, welcher Audio-Codec einer bestimmten Aufnahme zugrundeliegt, während der FourCC Auskunft über den benötigten Video-Codec gibt. Viele Medienplayer fragen diese Angaben automatisch ab, um den passenden Codec zu ermitteln, und zeigen den den Wert auch an.

MP3 (.mp3)

Das MP3-Format kennt jeder. Auch gut zwanzig Jahre nach seiner Entwicklung gilt es immer noch als Standardformat für Musik. Praktisch jedes Medienprogramm kann es abspielen, und mittlerweile hat es auch Einzug in mobile Player, Blu-ray-Geräte, Handys, Festnetztelefone, Anrufbeantworter, Spielekonsolen und professionelle Aufnahmegeräte gehalten. Nach wie vor stellt es einen guten Kompromiss zwischen Qualität und Dateigröße dar. Das Problem: MP3 ist nicht frei, sondern durch Lizenzen und Patente geschützt [1]. Hersteller von Soft- und Hardware müssen für die Nutzung also einen Obolus entrichten, und in vielen Linux-Distributionen gilt es die Wiedergabe manuell nachzurüsten. Um eigene Werke umzuwandeln, steht mit Lame [2] ein Encoder bereit, der sich auch in den beliebten Audio-Editor Audacity oder in den Konverter Sox integriert. Aufgrund der Rechtslage sollten Sie jedoch zumindest für die kommerzielle Nutzung auf andere Formate ausweichen.

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