Software für alle Fälle

Insbesondere in Sachen Multimedia kann der Mageia-Erstling voll punkten. Als KDE-Standards wandern Amarok und Dragonplayer auf die Platte, daneben stehen aber auch Alternativen wie MPlayer oder VLC parat. Im Test konnten sowohl Amarok als auch Rhythmbox auf Mausklick eine Musiksammlung erfassen und spielten MP3- und OGG-Dateien ordnungsgemäß ab. Der funktionelle CD-Spieler von KDE erfüllt seine Aufgabe tadellos.

Im Bereich Video sieht es mit den Standard-Playern nicht ganz so freundlich aus: Weder Dragonplayer noch Totem können ohne zusätzliche Pakete aus dem non-free-Bereich Videos abspielen. Nach einer entsprechenden Nachrüstung verursachen dann aber weder AVI noch MPEG ein Problem. Die Programme MPlayer und VLC aus dem tainted-Zweig wiederum präsentieren auf Anhieb echten Videogenuss im Vollbild. Für die Videobearbeitung empfehlen sich Avidemux und Kino.

Den Grafikbereich deckt neben dem Klassiker Gimp eine Fülle von Bearbeitungs-, Katalog- und Darstellungssoftware ab. Der Import von Bildern aus zwei verschiedenen Kameras gelang im Test völlig automatisch, wobei mehrere Programme zur Auswahl standen. Den Standard stellt hier Digikam dar, aber auch Gnome-Freunde finden für diese Aufgabe die entsprechenden Anwendungen. Für Vektorgrafiken zeichnet die aktuelle Version 0.48.1 von Inkscape verantwortlich, die sich selbst für anspruchsvollste Aufgaben eignet. Auf der Schnittstelle zwischen Grafik und Text steht das Layoutprogramm Scribus zur Verfügung.

Im Bereich Büroanwendungen hat sich Mageia für LibreOffice entschieden. Dieses liegt mit allen Sprachpaketen und Hilfedateien in Version 3.3.2 vor und überzeugt auch mit der Integration älterer OpenOffice-Dateien. Wer es lieber schlank mag, greift alternativ zu Einzelprogrammen wie Abiword und Gnumeric, oder er wendet sich KOffice zu. Die PDF-Betrachter Evince und Okular genügen zwar für eine "normale" Darstellung von PDF-Dokumenten, können bei der Darstellung von eingebundenen Bildern allerdings nicht mit dem Adobe Acrobat Reader mithalten. Diesen gilt es im Fall des Falles von der Adobe-Website herunterzuladen und zu installieren.

Die Kommunikation via Internet ermöglicht Mageia auf fast allen Ebenen, allerdings mit einigen Abstrichen hinsichtlich von Skype: Hier müssen Sie sich mit dem Paket von Fedora behelfen, das sich aber immerhin problemlos installieren lässt. Die Mageia-Entwicklerversion "Cauldron" umfasst bereits ein Installationsskript im RPM-Format für Skype 2.2, sodass die Kommunikationssoftware aller Wahrscheinlichkeit in das nächste Mageia-Release einfließt. Als Skype-Alternative eignet sich Ekiga: Dessen Audio- und Video-Funktionen arbeiten unter Mageia einwandfrei, die integrierte Webcam des Notebooks wurde im Test automatisch erkannt. Die Auswahl der textbasierten Kommunikationsmittel reicht von Kopete, Quassel und Konversation bis hin zu Lirc und Xchat. Alle diese Programme liefen im Test zufriedenstellend und ohne sichtbare Probleme.

Systemverwaltung

Für alle Verwaltungsaufgaben steht das von Mandriva entwickelte Kontrollzentrum mit seinen vielfältigen Werkzeugen zur Verfügung. Alle diese Tools übernahm Mageia fast unverändert von Mandriva Linux. Einen zentralen Punkt stellt die Software-Verwaltung dar (Abbildung 4): Hier durchsuchen Sie nach dem Einrichten der Quellen das gesamte Paketangebot der Distribution und installieren das Gewünschte. Zum Einrichten proprietärer Treiber für die Grafikkarte gibt es im Bereich Hardware ein grafisches Werkzeug, mit dem sich dieser Schritt in wenigen Mausklicks erledigen lässt. Ebenso einfach gelingt das Einbinden von (Multifunktions-)Druckern über das entsprechende Werkzeug im Kontrollzentrum. Aber auch anspruchsvollere Aufgaben wie die Konfiguration von Samba, NFS-Verbindungen oder einer USV bewältigen Sie über das Kontrollzentrum im Handumdrehen.

Abbildung 4: Schaltzentrale: Die Software-Verwaltung im Mageia-Kontrollzentrum.

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