Pakete und Quellen

Das Einrichten der Pakete verläuft recht flüssig. Bei der anschließenden Konfiguration bestätigt der Einsteiger nahezu überall die vorgegebenen Standardeinstellungen, dem erfahrenen Benutzer stehen auch tiefergehende Einstellungen zur Verfügung. Sowohl auf dem Test-PC als auch auf einem Samsung-Notebook wurden alle Hardwarekomponenten automatisch erkannt und eingerichtet. Den WLAN-Chip des Notebooks identifizierte Mageia zwar richtig, der Zugang zum Netz ließ sich aber erst nach dem ersten Systemstart einrichten. Auch ein Multifunktionsdrucker von HP samt dem integrierten Scanner ließ sich erst nach der Installation einbinden.

Eine Zusammenfassung aller eingerichteten Geräte und Optionen (Abbildung 3) schließt die Installation ab. Sollte eines der Geräte nicht erkannt oder nicht eingerichtet worden sein, so erscheint ein entsprechender Vermerk in roter Schrift. In diesem Fall – oder zur Änderung der automatisch eingestellten Konfiguration – lässt sich jeder einzelne Punkt erneut bearbeiten. Dabei bietet Mageia die selben grafischen Dialoge an, die später auch im Mageia-Kontrollzentrum zur Verfügung stehen.

Abbildung 3: Am Ende der Systemeinrichtung fasst der Mageia-Installer die Konfiguration zusammen.

Nach der Installation erfolgt als Erstes das Einrichten der Paketquellen. Im automatischen Modus prüft Mageia dabei für jedes Update und jede Paketinstallation einen Spiegelserver in geografischer Nähe auf Erreichbarkeit und nutzt dann den nächstgelegenen. Ziehen Sie einen bestimmten Spiegelserver vor, wählen Sie diesen aus einer Liste im Konfigurationstool. Das Paketmanagement aktiviert die Zweige core und non-free automatisch. Zum Zugriff auf die teilweise lizenzbewehrten und sensiblen Pakete des Bereichs tainted müssen Sie das entsprechende Repository erst durch einen Mausklick aktivieren.

Im Anschluss besteht bei aktivem Internetzugang die Möglichkeit, nach dem Erscheinen der Distribution herausgegebene Aktualisierungen zu installieren. Dabei erstellt Mageia automatisch die Konfiguration der Paketquellen. Auf dem Testrechner mit kabelgebundenem Netzzugang gab es zum Testzeitpunkt Ende Juni allerdings nur vier Pakete zu aktualisieren.

Sichtbares und Verstecktes

Während die Live-CDs nur jeweils eine Desktopumgebung (KDE oder Gnome) bieten, stellen die DVDs mehrere Desktopumgebungen bereit. Dazu zählen neben Gnome 2.32, KDE 4.6.3, XFCE und LXDE noch einige reine Windowmanager wie Windowmaker oder Icewm. Als Standard-Desktop dient traditionell bei Mandriva und damit auch bei Mageia KDE, das in der zum Release-Datum neuesten Version mit an Bord ist. Den ohnehin aufgeräumten Eindruck des Desktops verstärkt noch das neue, klare Mageia-Design.

Im Test standen nach der Einrichtung der proprietären Treiber für die Nvidia-Grafikkarte des Systems die vielfältigen Desktopeffekte von KDE zur Verfügung: taumelnde Würfel, rotierende Zylinder, aktive Bildschirmecken und vieles andere mehr. Bei Bedarf lassen sich zusätzlich auch die Effekte von Compiz aktivieren, doch eigentlich liefert KDE schon alles, was das Auge des Nutzers begehrt.

Wie eingangs schon angedeutet, hat sich auch unterhalb der Oberfläche einiges getan. Neben dem Kernel 2.6.38 bringt Mageia 1 die Initscripts 9.21, Alsa 1.0.24 sowie die aktuellen proprietären Grafiktreiber für ATI und Nvidia mit. Als Virtualisierungstool dient Virtualbox 4.0.6, auf dem sich im Test problemlos Windows XP mit USB-Unterstützung und Netzzugang installieren ließ. Der Webserver Apache trägt die Versionsnummer 2.2.14, PHP liegt in Version 5.3.1RC4 vor, Python als Release 2.7.1. Beim Bootloader entschied sich Mageia für den traditionellen Grub 0.97. Beim Paketmanager bleibt Mageia RPM treu, während Mandriva in der (kurzfristig von Mitte Juni auf vermutlich September verschobenen) nächsten Version bekanntlich zum nicht kompatiblen RPM5 wechselt.

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