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So tickt Ubuntus neuer Desktop

Tipps und Tricks

Zahlreiche Mausgesten kitzeln noch mehr aus Unity heraus. Um etwa ein Fenster in den Vollbildmodus zu versetzen, ziehen Sie es auf das vertikale Panel oben. Ein Doppelklick rechts neben dem globalen Menü verkleinert es wieder. Klicken Sie mit der mittleren Maustaste auf denselben Ort, wechseln Sie zwischen den laufenden Anwendungen hin und her. Sehr praktisch: Ziehen Sie ein Fenster gegen den rechten oder linken Bildschirmrand, vergrößert es sich auf die Hälfte des Bildschirms. Auf diese Weise ordnen Sie schnell zwei Fenster nebeneinander an.

Das ist praktisch, aber die eingebauten Tastaturkürzel toppen die Mausbewegungen noch. Drücken Sie kurz auf [Super], erscheint das Dash mit dem Fokus auf der Eingabezeile. Geben Sie den Namen der gesuchten Anwendung ein (etwa ter für ein Terminal) und drücken Sie [Eingabe], so öffnet Unity das erste links angezeigte Programm – ein Terminal. Schneller rufen Sie dieses aber über [Strg]+[Alt]+[T] auf.

Wollen Sie im Dash eines der anderen angezeigten Programme starten, navigieren Sie mit den Pfeiltasten zum Icon Ihrer Wahl. Ein weiterer Druck auf [Super] lässt das Dash verschwinden. Die Kombination [Alt]+[F1] bringt den Starter auf die Bildfläche und setzt den Fokus direkt auf das oberste Icon. Mit [Pfeil-unten] manövrieren Sie sicher durch die Einträge, [Eingabe] ruft eine Anwendung auf. Auch [Alt]+[F2] funktioniert noch immer und ruft eine Linse auf, die das Ausführen von Befehlen erlaubt. Die weiter oben genannten Linsen für Anwendungen und Dateien erreichen Sie auch über [Super]+[A] (für Applications) bzw. [Super]+[F] (für Files). [Super]+[T] öffnet den Mülleimer (Trash).

Halten Sie [Super] länger gedrückt, erscheint der Starter. Über jedem Icon sehen Sie eine kleine Zahl (Abbildung 8). Drücken Sie zusätzlich diese Zahl, ruft das die dahinterstehende Anwendung auf den Schirm. Über [Umschalt]+[Super]+[Zahl] startet Unity eine neue Instanz beziehungsweise ein neues Fenster des Programms. Angenommen, Sie rufen mehrere Fenster von Firefox auf. Steht über dem Browser die Nummer 1, drücken Sie also [Super]+[1], um den Browser aufzurufen. Drücken Sie erneut [1] – also [Super]+[1]+[1] – so erhalten Sie eine Übersicht sämtlicher verfügbarer Firefox-Fenster. Fazit: Ordnen Sie Ihren Lieblingsanwendungen feste Nummern zu, erreichen Sie diese in Zukunft schneller.

Abbildung 8

Abbildung 8: Schneller starten: Drücken Sie [Super] etwas länger, erscheint der Starter. Mit Hilfe der angezeigten Nummern gelangen Sie fix zu den verschiedenen Programmen.

Eine Hilfe zum Bedienen des globalen Menüs bietet [F10]: Es öffnet den ersten Menüpunkt einer Anwendung. Mithilfe der Pfeiltasten navigieren Sie dann durch das Menü und treffen Ihre Wahl über [Eingabe].

Ein Problem von Unity besteht in der fehlenden Anzeige der laufenden Programme. Zwar gibt es die Dreiecke im Starter, aber praktischer ist [Super]+[W], das alle geöffneten Fenster übersichtlich in der Exposé-Ansicht präsentiert. [Super]+[S] zeigt gar alle Arbeitsplätze in der Draufsicht. Über [Super]+[D] lassen Sie alle Fenster verschwinden und erhalten so einen freien Blick auf den Desktop. Brauchen Sie mal eine Pause, sperren Sie über [Strg]+[Alt]+[L] den Bildschirm. Ach ja: Wie bisher auch erzeugen [Druck] und [Druck]+[Alt] Bildschirmfotos des Desktops respektive eines Fenster.

TIPP

Was tun bei Abstürzen? Hängt Unity sich auf – was im Test mitunter passierte – starten Sie die grafische Oberfläche von einem anderen Terminal aus neu. Drücken Sie [Strg]+[Alt]+[F1], melden Sie sich auf der Konsole an und geben Sie dann sudo service gdm stop und danach sudo service gdm start ein. Alternativ drücken Sie einfach [Alt]+[Druck]+[K].

Alternativen

Wer die zahlreichen Tastaturkürzel und Maustricks kennt, findet sich recht schnell in Unity ein und arbeitet mit dem Desktop zügiger als bisher. Wer das nicht will, schaut aber auch nicht in die Röhre: Melden Sie sich vom Unity-Desktop ab, so können Sie im Login-Manager unten rechts das klassische Gnome auswählen. Alternativ installieren Sie Kubuntu mit dem brandneuen KDE 4.6. Auch XFCE (Xubuntu) und LXDE (Lubuntu) bieten sich als Alternativen an.

Nicht zuletzt gibt es das neue Gnome 3, das Sie einfach über ein PPA [4] installieren. Probieren Sie es aber erstmal in einer Live-Version aus. Auch Gnome 3 funktioniert mittlerweile anders als das klassische Gnome – unter Umständen geraten Sie vom Regen in die Traufe. Verfügen Sie jedoch über einen halbwegs aktuellen Rechner mit einer unterstützten Grafikkarte, sollte die tägliche Arbeit mit Unity gut von der Hand gehen. 

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Kommentare
Was für ein Mist
Linuxtal (unangemeldet), Freitag, 01. Juli 2011 18:42:52
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Hallo,

Sorry, das ich dies mal über Ubuntu schreiben muss, aber ich habe selten einen größeren Mist gesehen als diese unfertige und grässliche und unbenutzbare Oberfläche.

Weiter so (auch mit gnome3) und Gnome und Ubuntu werden auf meinen PC´s keinen Plaz mehr finden.

Es kann einer sagen was er will, aber für einen jahrelangen Gnomebenutzer und einer mit mehr als einem Bildschirm geht sowas überhaupt nicht.

Auch möchte ich wissen was auf meinen System gerade los ist und das in der oberen Titelzeile.

Aber diese Menüs welche immer oben Links sich öffnen und auch noch gelinde gesagt scheisse aussehen nein, mit sowas kann und will ich mich nicht anfreunden.

Vergessen hatte ich noch das Abtrennen der Menüs und das Verfrachten nach oben, bei Apple geht es scheinbar nicht anders, aber das ist das allerletze. Frage mich was man sich dabei gedacht hat.

Oder sind jetzt Benutzer mit mehr als einem laufenden Programm überfordert?

m.f.g.
Carl-Heinz






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Einheitsbrei hat noch nie glücklich gemacht
lunetic (unangemeldet), Samstag, 25. Juni 2011 17:20:44
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Unity sollte der Einheitsbrei für den Desktop werden.
Funktioniert aber nicht, denn die Bedürfnisse der Anwender sind so unterschiedlich wie die Geräte, auf denen der Desktop laufen soll.
Für ein Tablett oder ein Winzbook gerade noch so geeignet (in der übernächsten Version vielleicht auch zum produktiven Arbeiten), für Desktops oder größere Bildschirme bzw. Mehrschirmanwendungen ein absolutes No-Go.

Nach dem Desaster mit der Umstellung von KDE 3.5 -> KDE 4 (das sieht immer noch aus wie ein iPhone) hab ich jetzt endgültig die Faxen dicke und wechsle von KDE 3.5 auf Xfce oder LXDE.

Wie mein Vorschreibe schon sagte: das Gute an Linux ist, dass es so viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt, auch wenn nur wenige die Usability des Windows- oder Mac-Desktops je erreichen werden.

So muss ich mich NICHT zwangsweise an Gates' START-Menu gewöhnen, von Jobs' Kontroll-Manie drängeln lassen oder an Shuttleworth's idiotischen Ansichten über die Links-Ausrichtung der Fenstersteuerung oder eben Unity ärgern lassen.
Fest steht für mich, Shuttleworth ist kein Kämpfer für die Freie Software oder Freie Meinungsäußerung (sonst könnte man mit einem simplen Klick die Buttons auf die rechte Seite verfrachten oder alles mögliche an Unity selbst einstellen), sondern ganz einfach eine billige Kopie von Gates oder Jobs. Mal sehn, was er noch in der Zaubertüte hat.


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zum Glück
beccon (unangemeldet), Donnerstag, 23. Juni 2011 20:09:29
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*muß* ich mich bei Linux an nichts gewöhnen - es gibt immer Alternativen - Gnome, KDE, XFCE oder KDE

Bei großen Bildschirmen und Rechnern mit zwei Schirmen ist das apfelähnliche Menü oben ein absoluter Spielverderber. Die Steuerknöpfe auf der linken Seite auch (die bekommt man in der gegenwärtigen Version nicht wirklich weg) So etwas sollte konfigurierbar sein. Wenn nicht, stiftet "Unity" mehr Zwietracht als es nützt.

Conrad


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