Klebstoff

Da die Bedienung von Unity von der des klassischen Gnome-Desktops abweicht, werfen wir zunächst einen Blick auf den Aufbau und die Bedienung des Desktops mit der Maus, bevor wir zu den Tastaturkürzeln kommen. Oben links sehen Sie den Home Button. Bewegen Sie den Mauszeiger dorthin, taucht auf der linken Seite der halbtransparente Starter auf, auf den Sie später die Starticons für Ihre Lieblingsprogramme kleben.

Klicken Sie auf das graue Ubuntu-Logo, erscheint das Dash (Abbildung 2). Dabei handelt es sich zugleich um eine Startrampe für die zahlreichen Programme und um eine Suchmaschine, die lokale Dateien aufspürt. Die unteren vier Icons lassen Sie blitzschnell im Internet browsen, Musik hören, Bilder ansehen und ihre E-Mails abholen. Etwas differenzierter suchen Sie über die Einträge Multimedia-Anwendungen, Internet-Anwendungen und Mehr Anwendungen nach Applikationen aus einem bestimmten Bereich.

Abbildung 2: Über das Dash erreichen Sie blitzschnell Dateien und Anwendungen. Sie aktivieren es unter anderem über Super.

Folgen Sie dem Link Mehr Anwendungen, stoßen Sie auf ein dreigeteiltes Fenster (Abbildung 3): Oben finden Sie die zuletzt genutzten Programme – die am häufigsten aufgerufenen stehen ganz links. In der Mitte zeigt das Dash die installierten Applikationen an. Im unterste Bereich präsentiert das Dash Software zum gesuchten Thema, die noch im Paketmanager steckt. Geben Sie zum Beispiel media ein, erscheinen dort alternative Mediaplayer. Klicken Sie auf eines dieser Icons, landen Sie auf dem kurzen Dienstweg direkt im Software-Center, um die Anwendung zu installieren.

Abbildung 3: Apps kategorisiert das Dash automatisch. So gelangen Sie stets schnell zu den zuletzt verwendeten Programmen.

Neben den Kategorien finden Sie im Dash auch eine Eingabezeile, über die Sie gezielt nach Anwendungen und Dokumenten suchen. Geben Sie bansh ein (Abbildung 4), taucht oben der Audioplayer Banshee auf. Darunter finden Sie Dokumente, die irgendwie mit diesem Audioplayer zusammenhängen, dazu Bilder, Audio- und Videodateien, PDFs und anderes mehr. Da die Ergebnisse sofort auftauchen, eignet sich die Zeile auch für die Suche nach Dokumenten und Anwendungen, deren Namen Sie nicht mehr genau wissen. Ein Rechtsklick auf das Unity-Panel lässt das Dash verschwinden.

Abbildung 4: Geben Sie im Dash einen Begriff ein, findet die Software nicht nur die zugehörige Anwendung, sondern auch Dateien und Ordner, in denen dieser Name auftaucht.

Gerade Ubuntu-Neulingen kommen viele Anwendungsnamen sicher eigenartig vor. Aber nicht nur unbeschlagene Nutzer wissen oft nicht, welches Tool beim Bewältigen einer bestimmten Aufgabe hilft – etwa beim Rippen einer CD, beim Entwerfen einer Skizze oder beim Schneiden eines Videos. Hier helfen die Kategorien eines Starter-Icons: Ganz unten im Starter fällt ein graues Sinnbild mit einem Pluszeichen ins Auge, über das Sie gezielt nach Anwendungen aus bestimmten Bereichen fahnden. Ein Rechtsklick auf das Icon ruft ein Menü mit Kategorien auf den Bildschirm, aus dem Sie die zu Ihrer Suche passende Kategorie wählen (Abbildung 5). Das Dash startet dann wieder in der Anwendungsübersicht, zeigt aber nur die zur Kategorie gehörigen Programme an.

Abbildung 5: Auch wenn das bekannte Menü Anwendungen des klassischen Gnome fehlt, müssen Sie nicht auf eine Kategoriensuche verzichten.

Solche speziell angepassten Dash-Ansichten bezeichnen die Entwickler auch als "Lenses" (deutsch: Linsen). Sie fokussieren einen bestimmten Aspekt einer Suche, in Abbildung 5 etwa die Suche nach Anwendungen aus dem Bereich Bildung. Hinter dem Icon direkt darunter verbirgt sich ebenfalls eine Linse, über die Sie gezielt nach Dateien und Ordnern suchen. Linsen sind vergleichsweise einfach zu programmieren, von ihnen soll es zukünftig einige geben [2]. Sie erlauben es zum Beispiel, sich per Mausklick schnell mit einem SSH-Server zu verbinden [3]. Sie können die Linsen auch zum Verwalten von Webseiten, Büchern, Videos und für einen schnellen Zugang zu aktuellen Sportergebnissen verwenden.

Starthilfe

Startet ein Programm, ändert das zugehörige Icon auf dem Starter seine Farbe. Laufende Anwendungen identifizieren Sie anhand des kleinen Dreiecks links neben dem Icon (Abbildung 5). Rechts erscheint ein zweites Dreieck, sobald die Anwendung den Fokus hat. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ein Icon, erscheint in der Regel dessen Name und darunter die Option Im Starter behalten. Entfernen Sie das Häkchen, fliegt das Icon aus dem Starter. Alternativ schieben Sie es mit gedrückter Maustaste nach rechts aus dem Starter heraus und lassen es in den Mülleimer fallen.

Neue Icons platzieren Sie im Starter, indem Sie zunächst die zugehörige Anwendung aufrufen. Dann klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das temporäre Icon im Starter und wählen Im Starter behalten. Bei einigen Anwendungen finden sich dort noch zusätzliche Einträge: So bietet das Screenshot-Werkzeug etwa als Option an, ein Bild des Desktops oder des aktuellen Fensters aufzunehmen. Laufende Anwendung lassen sich über das Menü zudem Beenden. Klicken Sie mit der mittleren Maustaste auf eines der Starticons (etwa das von Firefox), öffnet Unity eine weitere Instanz des Programms in einem neuen Fenster. Läuft die Anwendung noch nicht, wird sie so gestartet.

Die Reihenfolge der Icons bestimmen Sie ganz einfach selbst. Alle Bildchen verschieben Sie per Drag & Drop an andere Positionen auf dem Starter. Dazu ziehen Sie diese einfach seitlich aus dem Starter und lassen Sie an anderer Stelle fallen. Lediglich die drei untersten Icons sind fixiert.

Um den Starter zu verkleinern, müssen Sie den CompizConfig Einstellungs-Manager installieren, der einige Einstellungen für Unity ändert. Suchen Sie im Software-Center nach ccsm und installieren Sie die Anwendung Einstellungen für erweiterte Arbeitsoberfläche (ccsm). Anschließend rufen Sie die Software über das Dash und die Eingabe von ccsm auf (Abbildung 6). Über die Software ändern Sie sämtliche Einstellungen für den Unity-Fenstermanager Compiz, der im Hintergrund läuft und unter anderem für die zahlreichen 3D-Effekte sorgt. Wählen Sie links den Eintrag Arbeitsfläche, dann rechts Ubuntu Unity Plugin, so öffnet sich ein Konfigurationsfenster mit den Reitern Behaviour (deutsch: Verhalten) und Experimental.

Abbildung 6: Einige Unity-Einstellungen für den Starter und die Exposé-Ansicht ändern Sie über den Einstellungsmanager für Compiz.

Über Hide Launcher legen Sie fest, wie sich der Starter versteckt – automatisch (Autohide), gar nicht (Never) oder nur dann, wenn ihn ein aktives Fenster berührt (Dodge Active Window). In der Standardeinstellung (Dodge Window) macht er sich rar, sobald ihn irgendein Fenster berührt. Sie ändern hier auch die Tastenbelegungen der wichtigsten Unity-Kürzel – dazu später mehr. Im Reiter Experimental legen Sie über den Schieberegler Launcher Icon Size die Größe der Icons fest. Über die Aufklappmenüs beeinflussen Sie, wie die grafische Animation der Icons aussieht, wenn Sie zum Beispiel eine Anwendung starten oder wenn eine laufende Anwendung um Aufmerksamkeit bittet. Auch die so genannte Exposé-Ansicht verändern Sie hier. Die erhalten Sie, wenn Sie gleichzeitig [Super] (die Taste mit dem Windows-Logo) und [W] drücken. Sie zeigt alle offenen Fenster in einer praktischen Übersicht an (Abbildung 7). Über den Eintrag Arbeitsfläche | Expo modifizieren Sie die Compiz-Einstellungen für das Exposé.

Abbildung 7: Über Super+W gelangen Sie in die Exposé-Ansicht, die sämtliche offenen Fenster eines Desktops präsentiert. Über einen Mausklick landen Sie im Fenster Ihrer Wahl.

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Kommentare
Was für ein Mist
Linuxtal (unangemeldet), Freitag, 01. Juli 2011 18:42:52
Ein/Ausklappen

Hallo,

Sorry, das ich dies mal über Ubuntu schreiben muss, aber ich habe selten einen größeren Mist gesehen als diese unfertige und grässliche und unbenutzbare Oberfläche.

Weiter so (auch mit gnome3) und Gnome und Ubuntu werden auf meinen PC´s keinen Plaz mehr finden.

Es kann einer sagen was er will, aber für einen jahrelangen Gnomebenutzer und einer mit mehr als einem Bildschirm geht sowas überhaupt nicht.

Auch möchte ich wissen was auf meinen System gerade los ist und das in der oberen Titelzeile.

Aber diese Menüs welche immer oben Links sich öffnen und auch noch gelinde gesagt scheisse aussehen nein, mit sowas kann und will ich mich nicht anfreunden.

Vergessen hatte ich noch das Abtrennen der Menüs und das Verfrachten nach oben, bei Apple geht es scheinbar nicht anders, aber das ist das allerletze. Frage mich was man sich dabei gedacht hat.

Oder sind jetzt Benutzer mit mehr als einem laufenden Programm überfordert?

m.f.g.
Carl-Heinz






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Einheitsbrei hat noch nie glücklich gemacht
lunetic (unangemeldet), Samstag, 25. Juni 2011 17:20:44
Ein/Ausklappen

Unity sollte der Einheitsbrei für den Desktop werden.
Funktioniert aber nicht, denn die Bedürfnisse der Anwender sind so unterschiedlich wie die Geräte, auf denen der Desktop laufen soll.
Für ein Tablett oder ein Winzbook gerade noch so geeignet (in der übernächsten Version vielleicht auch zum produktiven Arbeiten), für Desktops oder größere Bildschirme bzw. Mehrschirmanwendungen ein absolutes No-Go.

Nach dem Desaster mit der Umstellung von KDE 3.5 -> KDE 4 (das sieht immer noch aus wie ein iPhone) hab ich jetzt endgültig die Faxen dicke und wechsle von KDE 3.5 auf Xfce oder LXDE.

Wie mein Vorschreibe schon sagte: das Gute an Linux ist, dass es so viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt, auch wenn nur wenige die Usability des Windows- oder Mac-Desktops je erreichen werden.

So muss ich mich NICHT zwangsweise an Gates' START-Menu gewöhnen, von Jobs' Kontroll-Manie drängeln lassen oder an Shuttleworth's idiotischen Ansichten über die Links-Ausrichtung der Fenstersteuerung oder eben Unity ärgern lassen.
Fest steht für mich, Shuttleworth ist kein Kämpfer für die Freie Software oder Freie Meinungsäußerung (sonst könnte man mit einem simplen Klick die Buttons auf die rechte Seite verfrachten oder alles mögliche an Unity selbst einstellen), sondern ganz einfach eine billige Kopie von Gates oder Jobs. Mal sehn, was er noch in der Zaubertüte hat.


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zum Glück
beccon (unangemeldet), Donnerstag, 23. Juni 2011 20:09:29
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*muß* ich mich bei Linux an nichts gewöhnen - es gibt immer Alternativen - Gnome, KDE, XFCE oder KDE

Bei großen Bildschirmen und Rechnern mit zwei Schirmen ist das apfelähnliche Menü oben ein absoluter Spielverderber. Die Steuerknöpfe auf der linken Seite auch (die bekommt man in der gegenwärtigen Version nicht wirklich weg) So etwas sollte konfigurierbar sein. Wenn nicht, stiftet "Unity" mehr Zwietracht als es nützt.

Conrad


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