Keine Icons mehr

Bei einem Blick auf den Desktop stellen Sie fest, dass dort keine Icons mehr liegen. Gnome 3 erlaubt es auch nicht mehr, Dateien auf dem Desktop abzulegen. Dies gehört zu den Modifikationen an der Oberfläche, die manch einem Anwender ebenfalls nicht behagen mag.

Der Gedanke dahinter: Der Zugriff auf Anwendungen und die zuletzt genutzten Dokumente sollte besser über die Aktivitäten-Übersicht geschehen. Zudem macht es der Verzicht auf eine Minimieren-Funktion schwieriger, einen schnellen Blick auf den Desktop zu werfen. Bei mehreren geöffneten Fensternmüssten Sie diese immer erst zur Seite schieben, um an die Dateien auf dem Desktop zu gelangen.

Im Fall eines Falles bietet aber der DConf-Editor eine Möglichkeit, die Anzeige von Dateien auf dem Desktop wieder zu aktivieren (Abbildung 4). bereit, dies zu ändern: Suchen Sie dazu den Schlüssel /org/gnome/desktop/background/show-desktop-icons und haken Sie die entsprechende Auswahlbox an.

Abbildung 4: Über den DConf-Editor zaubern Sie die Icons wieder zurück auf den Desktop.

Überarbeitete Anwendungen

Bei all den Änderungen am Desktop übersieht man leicht, dass die Gnome-Umgebung nicht nur aus der Shell besteht. Vom Webbrowser Epiphany über den Texteditor Gedit bis hin zum Dateimanager Nautilus enthält sie zahlreiche Komponenten, die zusammen mit der Shell eine vollständige Arbeitsumgebung bilden.

Bei Nautilus gestalteten die Entwickler hauptsächlich die Seitenleiste neu (Abbildung 5). Die Liste zeigt jetzt die einzelnen Einträge nach Geräten, Lesezeichen, dem Rechner und Netzwerkfreigaben eingeteilt. So erhalten Sie einen deutlich besseren Überblick.

Abbildung 5: Die neu untergliederte Seitenleiste des Dateimanagers Nautilus bringt mehr Übersicht in die Einträge.

Der Texteditor Gedit lernte schon in den vorigen Versionen mit Tabs zu arbeiten, Gedit 3 kann diese nun auch zu Gruppen zusammenzufassen. So haben Sie die Möglichkeit, mehrere Textdateien Seite an Seite im selben Fenster zu öffnen (Abbildung 6). Die Suchfunktion lagerten die Entwickler in ein kleines Popup-Fenster aus, das weniger Platz einnimmt als der alte Dialog.

Abbildung 6: Gedit 3 bietet die Möglichkeit, Tabs in Gruppen zu organisieren.

Auch an den restlichen Gnome-Applikationen ging der Versionswechsel nicht spurlos vorbei: Das Webcam-Programm Cheese besitzt nun eine Live-Vorschau der eingebauten Effekte, die Sie zum Teil anpassen dürfen. Der Dokumentenbetrachter Evince erlaubt das Anlegen von Lesezeichen in betrachteten Dokumenten. Evolution überzeugt durch eine bessere Performance bei großen Datensammlungen.

Look & Feel

Die Entwickler haben nicht nur die Arbeitsweise des Desktops umgekrempelt, sondern verwenden zudem eine grundlegend neue Technik, um den Desktops zu zeichnen: Javascript und Cascading Stylesheets (CSS) kommen zum Einsatz, um das neue gestaltete Desktop-Theme Adwaita auf den Schirm zu werfen [5].

Javascript und CSS dienen dabei nicht zuletzt aus Gründen der Performance nur zum Gestalten der Fenster-Elemente, aufwändige grafische Routinen wie das Skalieren der Fenster in der Aktivitäten-Übersicht oder das Zeichnen der virtuellen Desktops übernehmen der Fenstermanager Mutter und die 3D-Bibliothek Clutter.

Neben dem neuen Theme haben die Grafiker dem Desktop gleich eine neue Schriftart namens Cantarell [6] mitgegeben. Ursprünglich für kleine Schriftgrößen auf Smartphones entwickelt, hat sie nun die Reife erlangt, um dem Desktop einen individuellen Look zu verleihen.

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