Drei Jahre nach dem Startschuss zu Gnome 3.0 liegt seit dem 6. April die nächste große Version der GNU-Desktop-Umgebung auf den Servern [1]. Mit dem Release entfachten die Entwickler zugleich eine neue Diskussion über die Schreibtisch-Metapher.
Lange galt das Gnome-Projekt als Hort der Kontinuität: Seit der Version 2.0 aus dem Jahre 2002 bis hin zur letzten Ausgabe 2.32 vom September 2010 hatte sich an den grundlegenden Prinzipien des Desktops nicht viel verändert – jeweils ein Panel am oberen und unteren Bildschirmrand, ein Anwendungsmenü, eine Fensterliste und ein Applet zum Wechseln der Arbeitsflächen machen seit Jahren das übliche Standard-Setup in zahlreichen Distributionen aus.
Version 3.0 organisiert nun vieles anders – nicht nur anders als bisher, sondern auch anders als alle anderen gebräuchlichen Arbeitsoberflächen. So änderte sich KDE sich von KDE 3 hin zu KDE 4 zwar optisch und technisch grundlegend, dem Konzept an sich blieb das Projekt jedoch treu. Gnome dagegen geht viele neue Wege, die dem Anwender eine gewisse Gewöhnung abverlangen.
Gnome Shell
Als zentrales Element fungiert die so genannte Gnome-Shell. Sie arbeitet als primäre Schnittstelle zwischen Desktop-Umgebung und Anwender und ersetzt die bekannten Panels und Applets. Quasi als Gegenentwurf dazu haben die Entwickler von Ubuntu den Desktop Unity entwickelt, der auf anderen Komponenten aufbaut und auch beim Bedienkonzept einiges anders macht. Mehr zu Unity lesen sich in dieser Ausgabe ab Seite 24.
Nach dem Anmelden sehen Sie bei Gnome 3.0 zuerst einen sehr aufgeräumten Desktop. Darauf liegt kein einziges Icon, und außer einem schmalen Panel am oberen Rand erscheint der Bildschirm bis auf das Hintergrundbild leer. Das obere Panel hat sich kaum verändert: Links findet sich ein Eintrag
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