AA_dead-robot_123rf-4657692_highyou.jpg

© highyou, 123rf.com

Android-Multimedia-Box von Pearl

KO in Runde 3

Multimedia und Internet auf einem Nettop mit Android: Eigentlich eine gute Idee – wäre sie denn richtig umgesetzt.

Es klingt schon verlockend, was Pearl [1] da als "beste Alternative zum Multimedia-PC" und die "Zukunft Ihres Heimkinos" anbietet: Eine Android-2.2-basierte Nettop-Box [2], die nicht nur den Zugriff aufs Internet via (W)LAN ermöglicht, sondern quasi nebenbei noch als Multimediaplayer für Bilder, Filme und Musik seinen Dienst verrichtet.

Das Gerät mit dem klangvollen Namen Meteorit HDMI-Multimedia- & Internet-TV-Box und der Modellnummer MMB-322.HTDV wartet mit einer 1,2-GHz-CPU auf, die ausreichen soll, auch HD-Videos ruckelfrei wiederzugeben. Darüber hinaus wirbt der Anbieter mit "diversen Apps", die im App-Store zum Download bereit stehen.

Beachten Sie, dass die Box weder einen TV-Receiver noch ein DVD-Laufwerk besitzt: Sie spielt ausschließlich Mediendateien von Massenspeichern oder dem Internet ab.

Hardware

Das eher schlicht wirkende Gerät (Abbildung 1) mit den Maßen eines dickeren Taschenbuchs liefert Pearl zusammen mit einem WLAN-USB-Stick, einem Netzteil, einer Fernbedienung und einem HDMI-Kabel aus. Letzteres schließt das Gerät digital an den Fernseher an. Als analoge Alternativen stehen sowohl ein Composite-Video- als auch ein YPbPr-Ausgang bereit. Zum Transfer der Audio-Inhalte bietet die Box zwei Chinch-Buchsen. Eine digitale Alternative, etwa ein optischer Toslink-Ausgang, fehlt.

Abbildung 1: Dank der dezenten Erscheinung fügt sich Pearls Multimedia-Station problemlos in den Wohnzimmerschrank ein. Die angebotenen Anschlüsse dürften die meisten Anwendungsfälle abdecken.

Zum Anbinden externer Massenspeicher hält das Gerät einen eSATA-Anschluß, einen Micro-SD-Karten-Slot sowie vier USB-Ports bereit. Letztere dienen auch dem mitgelieferten WLAN-Stick als Verbindungsmöglichkeit. Warum die Entwickler nicht wenigstens einen USB-Steckplatz auf die Front des Geräts verlegten, bleibt unklar. So gerät jedes Einstecken, beispielsweise eines USB-Sticks, zur Fummelei. Wer der kabelgebundenen Netzwerkverbindung den Vorzug gibt, weicht auf den integrierten Ethernet-LAN-Adapter aus.

Das Herz des Systems bildet der All-in-One-Chpsatz 88DE3010 von Marvell. Er zeichnet sich vor allem durch eine sehr gute Multimedia-Wiedergabe aus und umfasst auch die 1,2-GHz-CPU. Beim Speicher knauserten die Hersteller jedoch: Lediglich 512 MByte RAM und ROM stellten sie dem System bereit. Da das System bereits 90 Prozent des Platzes belegt, bleiben gerade einmal 50 MByte für Cache und Apps. Immerhin fällt der Stromverbrauch erfreulich niedrig aus und liegt laut Hersteller bei 0,35 Watt im Standby und 9 Watt im Betrieb. Ein Netzschalter zum vollständigen Abschalten des Geräts fehlt – der in der Front verbaute Taster schickt das Gerät lediglich in den Standby-Modus. Da die Entwickler auf Lüfter verzichteten, arbeitet die Box völlig geräuschlos.

Vorhang auf

Nach dem ersten Einschalten vergehen etwa 45 Sekunden bis zur vollständigen Betriebsbereitschaft der Box. Ihren Zustand signalisiert sie durch eine rote (Standby) und grüne (im Betrieb) LED in der Gehäusefront. Weitere Informationen, beispielsweise über ein integriertes Display, bietet das MMB-322.HTDV jedoch nicht an.

Zum erstmaligen Einrichten des Geräts stellt es einen Assistenten bereit, mit dem Sie unter anderem Bildschirmausrichtung, Sprache und die Netzwerkverbindung festlegen. Zukünftige Änderungen an der Konfiguration erledigen Sie – wie unter Android üblich – unter Einstellungen.

Der Desktop gibt sich mit seiner vertikalen Verteilung der Menüpunkte etwas eigenwillig. Während Sie diese auf- oder abwärts scrollen, erscheinen horizontal zusätzliche Icons (Abbildung 2), die Sie mit den Pfeiltasten der Fernbedienung ansteuern. Ein nachträgliches Ändern der Icon-Belegung oder des Desktops ermöglicht das Gerät nicht.

Abbildung 2: Die eigenwillige Nutzerführung des Desktops erweist sich als praktisch und intuitiv.

Die Verbindung ins Internet via WLAN klappte zwar problemlos, doch kam es immer wieder zu Ausfällen. So führte das Einstecken einer externen USB-Festplatte im laufenden Betrieb zum Beenden der Verbindung, wobei das Gerät bemäkelte, das zuletzt verbundene WLAN läge außerhalb der Reichweite. Das Ausstecken der Festplatte führte abeer zur sofortigen Verbindungsaufnahme mit dem angeblich nicht erreichbaren Access Point. Dieses Problem ließ sich jedoch nicht ohne weiteres reproduzieren und trat nur sporadisch auf. Unabhängig davon setzte die Verbindung auch einige Male beim Surfen im App-Center oder auf einer Webseite aus.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare
Unbegreiflich...
Dieter (unangemeldet), Dienstag, 07. Juni 2011 22:26:57
Ein/Ausklappen

...warum WERBUNG! "nur für Mitglieder der LinuxCommunity zugänglich" sind. Naja, hab nur mal hier vorbei geschaut.

Und Tschüß!


Bewertung: 222 Punkte bei 60 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: Unbegreiflich...
max. (unangemeldet), Mittwoch, 08. Juni 2011 09:06:52
Ein/Ausklappen

...warum Leute ihren Frust mit sinnlosen Kommentaren loswerden und von einem Artikel, den sie gar nicht gelesen haben behaupten, es handle sich um Werbung. Vermutlich zu viel Chip und PC Welt gelesen.


Bewertung: 210 Punkte bei 61 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Infos zur Publikation

LU 11/2017: Server für Daheim

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 2 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...