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22.06.2011

Claws Mail tunen mit Clawsker

Der MUA Claws Mail bietet bereits von Haus aus viele Konfigurationsmöglichkeiten. Falls diese Ihren Ansprüchen nicht genügen, dann dringen Sie mit dem Perl-Programm Clawsker in die Tiefen der Claws-Mail-Settings vor: Das Tool stellt zahlreiche verborgene Einstellungen in einer übersichtlichen GTK-Oberfläche bereit. Zur besseren Orientierung fasst Clawsker alle Optionen zu fünf logischen Bereichen zusammen. Über die Reiter am oberen Fensterrand wählen Sie den Bereich aus, in dem Sie Einstellungen vornehmen möchten. Mit den Optionen auf dem Reiter Farben peppen Sie das optische Erscheinungsbild von Claws Mail auf. Interessanter sind jedoch die Einstellungsoptionen im Bereich Verhalten: Hier weisen Sie den Mail-Client beispielsweise an, alle Nachrichten mit Zeichensalat im UTF-8-Zeichensatz zu kodieren oder ausgehende Mails nur im ASCII-Zeichensatz zu versenden. Mit weiteren Parametern deaktivieren Sie im Fall von Verbindungsproblemen mit sicheren Mail-Servern bei Bedarf die Prüfung des Zertifikats. Alternativ akzeptiert Claws Mail auf Anweisung auch unsichere Zertifikate. Wesentlich ungefährlicher fallen die Einstellungsmöglichkeiten im Bereich Oberfläche aus. Hier lösen Sie etwa die Toolbar vom Fenster oder aktivieren einen horizontalen Scrollbalken. Gegebenenfalls entfernen Sie an dieser Stelle den oft lästigen graustreifigen Hintergrund im Nachrichtenfenster oder unterbinden das aufdringliche Hervorheben ungelesener Mails. Im Bereich Fenster schließlich legen Sie für alle wichtigen Fenster dediziert Höhe und Breite fest. Nach so vielen kosmetischen Optionen soll der Bereich Andere-Einstellungen nicht unerwähnt bleiben: Hier versammeln sich mit Einstellungen zur Cache-Verwaltung und der Option zur Nutzung des Network-Managers all jene Parameter, die in keinen anderen Bereich passen.

Clawsker0.7.5

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.claws-mail.org/clawsker

Wertung

Clawsker bietet komfortablen Zugriff auf versteckte Claws-Mail-Einstellungen von der Programmoptik bis hin zur Zertifikatsprüfung.

MP3s trimmen mit Cutmp3

Manche Podcasts oder Interviews fallen schlicht zu lang aus, um sie in einem Rutsch zu hören – da hilft nur die digitale Schere in Form von Cutmp3. Seinem Namen getreu ist das Tool in der Lage, MP3-Dateien in Stücke beliebiger Größe zu zerlegen. Um einen Part aus einer MP3-Datei herauszuschneiden, benötigt Cutmp3 neben der Quelldatei lediglich Start- und Endzeit des Schnitts. Soll es die MP3-Datei in mehrere Dateien zerlegen, empfiehlt sich die Angabe einer Zeittafel. Dabei handelt es sich um eine Textdatei, in der jede Zeile die Start- und Endzeit genau eines Schnitts enthält. Cutmp3 zerlegt die Quelldatei ohne weiteres Zutun in die gewünschten Einzelstücke, wobei es die Dateien mit dem Namenspräfix result versieht und durchnummeriert. Optional geben Sie einen alternativen Dateinamensvorsatz an und lassen Cutmp3 die Meta-Informationen der Quelldatei in die einzelnen Schnittdateien übernehmen. Auch den interaktiven Schnitt beherrscht das Tool: Dazu spielt Cutmp3 die Datei per Mpg123 ab, wobei Sie über Tastenkürzel die Wiedergabe vor- und zurückspulen oder mit [P] ans Ende einer Pause springen. Eine Pause muss jedoch mindestens eine Sekunde lang sein, damit Cutmp3 sie erkennt. In Anlehnung an die Kommandozeilenparameter markiert das Drücken von [A] die Startzeit eines Schnitts, [B] dessen Ende. Der eigentliche Schnitt erfolgt jedoch erst nach Drücken von [S]. Cutmp3 legt dann eine neue Datei mit dem Präfixnamen result und einer Dateinummer an. Ein Druck auf [H] fördert eine Liste aller Tastenkürzel zutage.

Cutmp3 2.0.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.puchalla-online.de/cutmp3.html

Wertung

Cutmp3 eignet sich hervorragend, um lange Podcasts in handliche Stückchen zu zerlegen, die man bequem unterwegs hören kann. Werden regelmäßig die gleichen Audio-Dateien zerlegt, lohnt sich die Erstellung einer Zeittabelle. Auf diese Weise lässt sich die Arbeit automatisieren.

Datei-Drop-Zonen mit Droopy flugs einrichten

Wenn beim Ad-hoc-Datentausch zwischen zwei Rechnern im LAN mal wieder der Zugriff auf die Dateifreigabe nicht klappt, können Sie sich entweder auf die mühselige Fehlersuche machen – oder Sie greifen einfach zu Droopy. Das handliche Python-Programm ermöglicht das Hochladen von Dateien auf den Zielrechner via HTTP. Dazu muss nicht dort nicht einmal ein Webserver laufen, denn Droopy bringt seine eigene HTTP-Engine mit. Eine aufwändige Konfiguration fällt flach: Ohne weitere Parameter aufgerufen, wartet das Programm an Port 8000 auf eingehende Verbindungen. Vom Quellrechner aus verbinden Sie oder ein Tauschpartner sich nun per Webbrowser auf diesen Port, in dem dann ein einfaches Web-Formular erscheint. Dort gilt es nun lediglich noch die zu übertragende Datei auszuwählen und auf Senden zu klicken. Das transferierte File landet auf dem Zielrechner in demjenigen Verzeichnis, aus dem Sie Droopy aufgerufen haben. Um einen anderen Speicherort zu verwenden, müssen Sie diesen Droopy beim Start über den Parameter --directory mitteilen. Über weitere Parameter lassen sich außerdem ein Begrüßungstext und ein Bild in die Formularseite integrieren. Alle vorgenommenen Einstellungen legen Sie bei Bedarf für spätere Einsätze durch Übergabe des Parameters --saveconfig in der Konfigurationsdatei .droopy im Benutzerverzeichnis ab, von wo das Tool sie beim nächsten nächsten Aufruf selbstständig lädt. Mit der aktuellen Version ermöglicht Droopy erstmals auch über den Aufrufparameter --dl der Gegenstelle das Herunterladen von Dateien aus seinem Download-Verzeichnis. Dort enthaltene Verzeichnisse stellt Droopy jedoch nicht bereit. Da das Programm über keinerlei Zugriffsbeschränkungen oder Authentifizierungsroutinen verfügt, gilt es hier trotzdem Vorsicht walten zu lassen. Möchten Sie nicht versehentlich sensible Dateien verbreiten möchte, sollten Sie ein leeres Verzeichnis als Download-Quelle angeben. Von einer Verwendung des Tools im Internet raten wir ab, als Dropbox-Ersatz fürs LAN eignet sich Droopy aber bestens.

Droopy 20110501

Lizenz: New BSD License

Quelle: http://stackp.online.fr/?p=28

Wertung

Mit Droopy richten Sie im Handumdrehen eine via Netz erreichbare Dateiablage auf dem lokalen Rechner ein. Der Dateiaustausch erfolgt für alle Nutzer transparent über den Browser.

MySQL bequem verwalten mit MyJgui

Zahlreiche Applikationen – von Web-Lösungen wie Joomla bis zu Multimedia-Zentralen wie Amarok verwalten heute ihre Daten in relationalen Datenbanken. Deren Nutzung erfolgt in der Regel für den Anwender transparent. Wer jedoch selber Hand anlegen will oder muss, dem erleichtert die grafische Administrationsoberfläche MyJgui die Arbeit. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei dem Java-Programm um ein Frontend für MySQL-Datenbanken. Die übersichtliche Oberfläche kann Verbindungen zu mehreren Datenbanken verwalten. Verbindungsdaten wie beispielsweise Passwörter legt MyJgui dabei verschlüsselt ab. Nach erfolgreicher Verbindung zu einer MySQL-Instanz zeigt MyJgui alle enthaltenen Datenbanken inklusive der Tabellen in einer Baumstruktur am linken Fensterrand an. Wählen Sie hier eine Tabelle aus, listet MyJgui deren Inhalt im mittleren Fenster auf, wo Sie direkt Änderungen am Tabelleninhalt vornehmen können. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, einen SQL-Befehl über die integrierte SQL-Console abzusetzen. Dabei handelt es sich um ein rudimentäres Entwicklungswerkzeug, das unter anderem eine Explain-Funktion bietet. Zum Erstellen neuer Datenbanken oder Tabellen bietet MyJgui einen Assistenten; Views und Stored Procedures dagegen gilt es nach wie vor manuell über die SQL-Konsole anzulegen. Besonders praktisch sind die SQLmarks: Hier legen Sie unter einem Schlüsselwort häufig benötigte SQL-Befehlskombinationen ab, die MyJgui in einer Baumstruktur verwaltet und auf Wunsch in Ordnern logisch zusammenfasst. Im unteren Fensterbereich bietet MyJgui außerdem eine Detailansicht. Über Reiter wechseln Sie hier zwischen einer einfachen Textansicht der ausgeführten SQL-Befehle, dem Error-Log und dem regulären MySQL-Log. Weitere Informationen zum Funktionsumfang biete die Online-Hilfe, eine Manpage gibt es nicht.

MyJgui 0.7.4

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://myjgui.com/

Wertung

Das grafische Datenbank-Frontend MyJgui erinnert ein wenig an Oracles SQL-Developer oder MS Visual Studio, kommt aber nicht an deren Funktionsumfang heran. Für Datenbank-Einsteiger eignet sich das Tool aber allemal.

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