Freier Speicherplatz

Die am häufigsten gestellte Frage ist die nach dem noch verfügbaren Speicherplatz. Zur Anzeige dieser Informationen gibt es eine ganze Reihe von Werkzeugen. Den noch verfügbaren Speicherplatz auf einem Datenträger ermitteln Sie mit dem Werkzeug df ("diskfree"). Hilfreich ist der Parameter -h (Langform --human-readable) für die Anzeige in menschenlesbarer Form (Listing 2).

Listing 2

$ df -h /dev/sda6
Dateisystem          Größe Benut  Verf Ben% Eingehängt auf
/dev/sda6              37G   33G  2,2G  94% /home

Die Ausgabe zeigt das entsprechende Dateisystem, dessen Größe sowie den benutzten und der noch freien Speicherplatz. Am Schluss stehen der Füllstand in Prozent und das Verzeichnis, dem das Dateisystem im Verzeichnisbaum zugeordnet ist. Geben Sie beim Aufruf von df keinen weiteren Parameter an, fasst das Tool alle Dateisysteme zusammen, die in dem Verzeichnisbaum eingehängt sind.

Nur mit ausgewählten grafischen Elementen präsentieren sich Ncdu [1] und Gt5 [2]. Ncdu ist eine Ncurses-basierte Benutzeroberfläche für das Werkzeug du. Nachdem dem Durchstöbern der Verzeichnishierarchie sortiert es die Einträge absteigend nach der Größe und stellt sie in einer Liste dar. Es zeigt für jeden Eintrag den Anteil des belegten Speichers im Verhältnis zu den anderen Einträgen in der Liste an und nutzt dazu entsprechend viele Hash-Zeichen (Abbildung 3). Mit den Pfeiltasten blättern Sie in der Liste, mittels [Eingabe] wechseln Sie in ein Verzeichnis, und mit [I] öffnet sich ein Informationsfenster. Für den ausgewählten Eintrag zeigt es neben dem Namen auch den Pfad, den Dateityp sowie die Dateigröße an. Apparent size nennt die Dateigröße in Byte, Disk size berechnet den Wert auf der Anzahl der belegten Disk-Blöcke.

Abbildung 3: Dank eines einfachen Interfaces zeigt Ncdu alle Informationen sehr kompakt an.

Ähnlich schlicht wirkt Gt5. Es durchforstet die Verzeichnisstruktur und erzeugt daraus eine HTML-Seite mit den einzelnen Einträgen. Die Datei liegt im Home-Verzeichnis und heißt .gt5.html. Nach dem Generieren ruft Gt5 automatisch einen Textbrowser auf, wie etwa Elinks. Abbildung 4 zeigt die erzeugte Datei im Webbrowser Iceweasel.

Abbildung 4: Gt5 liefert eine Übersicht der Dateien hübsch sortiert nach Größe.

Der Midnight Commander [3] verhilft über den Eintrag Links | Info beziehungsweise Rechts | Info ebenfalls zu den Details für das jeweilige Verzeichnisfenster. Die Informationen zum ausgewählten Eintrag enthalten dessen Namen, Benutzer und Zugriffsrechte, Erstellungs-, Zugriffs- und Modifikationsdatum sowie die Anzahl Disk-Blöcke, die der Eintrag belegt. Weiterhin finden sich die Partition mit dem Namen im Verzeichnisbaum, das verwendete Dateisystem sowie der freie Speicherplatz und die verfügbaren Inodes (Freie Knoten) (Abbildung 5).

Abbildung 5: Der Midnight Commander liefert detaillierte Angaben über viele Dateiattribute.

Als mögliche Alternativen zu Midnight Commander bieten sich Vfu [4], Vifm [5] und Tdu [6] an. Vfu ist ein Ncurses-basierter Dateimanager (Abbildung 6), Vifm erlaubt das Bedienen mit Tastenkombinationen analog zu Vi und Elinks. Tdu stellt die Verzeichnisstruktur mit dem belegten Speicherplatz als Baumstruktur dar.

Abbildung 6: Über zahlreiche Parameter steuern Sie die Anzeige von Verzeichnissen, die Vfu zusammen mit einer Größenangabe auflistet.

X-Tools

KDE-Benutzern steht mit Kdiskfree ([7],[8]) ein Framework-eigenes Tool zur Verfügung. Sie finden es im Debian-Paket kdf und rufen es mit dem gleichen Namen über die Kommandozeile auf. Es zeigt den Füllstand der Datenträger und Partitionen als Zahlenwert, in Prozent sowie als Balken an (Abbildung 9). Die Köpfe der Spalten fungieren als Schaltflächen und ermöglichen damit das Sortieren nach der gewünschten Eigenschaft. Analog existiert für Gnome das Programm Treesize [9]. Es arbeitet ähnlich wie Kdiskfree, stellt aber auch die einzelnen Verzeichnisse und deren Größe dar. Beide ähneln JDiskReport ([10],[11]).

Abbildung 7: Kdiskfree zeigt den jeweiligen Füllstand des Dateisystems als Balken an.

Die beiden Tools Filelight [12] und Baobab [13] funktionieren anders: Hier zeigen mehrfarbige Ringe und Schichten den Füllstand des Dateisystems. Der Kreis in der Mitte entspricht dem Wurzelverzeichnis. Jede weitere Schicht repräsentiert eine weitere Ebene im Verzeichnisbaum. Die Größe visualisiert das Verhältnis zum gesamten Datenbestand. Je mehr Einträge ein Verzeichnis hat, umso mehr wächst das Segment zum Kreisring. Die Farbe eines Segmentes weist über die Grundfarbe den Bezug zum Wurzelverzeichnis. So erkennen Sie auf einen Blick die einzelnen Verzeichniszweige.

Grau gefärbte äußere Segmente stehen für Dateien. Nach einem Klick auf ein Segment stellt die Software die gewählte Verzeichnisebene detaillierter dar. Über die Schaltflächen mit den Pfeilen oben links gelangen Sie zur vorhergehenden beziehungsweise übergeordneten Verzeichnisebene zurück.

Abbildung 8 zeigt ein Home-Verzeichnis, in dem beispielhaft der Ordner für die Virtualisierungsumgebung Virtualbox markiert ist. Die darin abgelegten Images mit den drei virtuellen Maschinen sind hervorgehoben, der Platzbedarf der einzelnen Images springt sofort ins Auge. Das Image für Debian 5 mit XFCE belegt am wenigsten Ressourcen, Windows XP hingegen beansprucht im Vergleich dazu mehr als das Doppelte.

Abbildung 8: Filelight zeigt die Dateien und Verzeichnisse im Home-Verzeichnis als Ringsegmenten.

Während Filelight auf die KDE-Bibliotheken aufsetzt, bildet Baobab das entsprechende Pendant für Gnome (Abbildung 9). Es bietet neben der Grafik mit den Segmenten eine Balkendarstellung. Nach dem Namen des Verzeichnisses (Ordner) folgen als weitere Spalte der Verbrauch als Balken und Prozentangabe, die Größe und die Anzahl der weiteren Einträge in diesem Verzeichnis (Objekte). Der prozentuale Wert des Platzverbrauchs bezieht sich hierbei nicht auf den gesamten belegten Speicherplatz, sondern auf den Anteil im jeweiligen Verzeichnis. Die Balkenfarbe wechselt von Grün über Gelb nach Rot, je höher der Prozentwert ausfällt.

Abbildung 9: Baobab zeigt Ordner und Segmente kombiniert in einer Ansicht.

Wer stattdessen eher auf scharfe Kanten und 3D-Effekte steht, nutzt Gdmap [14] und Kdirstat [15]. Beide Werkzeuge betrachten alle Einträge im gesamten Dateisystem. Sie stellen jede Datei als Viereck dar. Je größer die Datei, umso größer das Viereck. Damit lässt sich auf einen Blick erkennen, welche Dateien viel Platz belegen, was die Suche nach den Speicherfressern enorm verkürzt. Die Farbe der Vierecke passen Sie individuell über Einstellungen | Farbschema an. Das Zuordnen erfolgt nicht über den Inhalt, sondern über die Erweiterung einer Datei. In Abbildung 10 zeigt Gdmap alle Bilddateien gelb, Videodaten hingegen rot.

Abbildung 10: Die bunte Klötzchenwelt von Gdmap dient als Orientierungshilfe bei der Suche nach Speicherfressern.

Wer Wert auf besonders ressourcenschonende Programme legt, findet vielleicht Gefallen an Xdu [16] und Xdiskusage [17]. Letzteres basiert auf Xdu und bietet interaktive Funktionen (Abbildung 11). Beide Werkzeuge stellen nur wenig Anforderungen an das Gesamtsystem. In der Darstellung befindet sich das übergeordnete Verzeichnis am linken Rand, Unterverzeichnisse entsprechend weiter rechts. Die Verzeichnisse bilden Rechtecke – je größer das Rechteck, umso mehr Speicherplatz belegt das Verzeichnis. Das aktuell ausgewählte Verzeichnis erhält zusätzlich einen roten Rahmen. Mit den Pfeiltasten wechseln Sie zwischen den Verzeichnisebenen.

Abbildung 11: Xdiskusage bietet einen schnellen Überblick über die Auslastung des Dateisystems.

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