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© Lolela, sxc.hu

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Linux-PC komplett mit dem Stift nutzen

16.05.2011 Dank einer kleinen Software verwandelt sich ein Tablet-PC mit Stift im Handumdrehen in einen digitalen Notizblock.

Convertible- oder Tablet-PCs sehen so ähnlich aus wie ein Subnotebook, verfügen jedoch über ein drehbares und berührungssensitives Display, das Sie bei Bedarf mit einem Stift steuern. Damit ein solcher Tablet-PC (siehe Kasten "Testsystem") nicht nur Spielerei bleibt, sondern dank der Technologie die Arbeit wirklich erleichtert, sollte allerdings mit dem Stift mehr möglich sein als nur der reine Mausersatz.

Bei der Software MyScript Stylus handelt es sich um eine speziellen Software zum Erkennen handschriftlicher Eingaben. Das Unternehmen arbeite bereits seit längerer Zeit an dem Programm, inzwischen liegt Version 3.0 als native Linux-Variante vor [1]. Als Systemvoraussetzung gibt der französischen Hersteller Vision Objects das nicht mehr aktuelle Ubuntu 8.04 an. Die Software läuft jedoch – wie der Test zeigte – problemlos mit neuen Ubuntu-Versionen.

Testsystem

Im Test kam ein von der Firma IP-Web GmbH aus Schwandorf [4] gestelltes Lenovo X200t Tablet-PC mit einem sehr hellen, stiftsensitiven Display (12,1 Zoll, 1280x800 Punkte) zum Einsatz. Das Gerät kommt ab Werk mit einem unfreien Betriebsystem. Die Installation von Ubuntu 10.10 und die komplette Lokalisation in deutscher Sprache versetzten das System in einen brauchbaren Zustand.

Nach dem Download des entsprechenden Binärpaketes und der zusätzlichen erforderlichen Sprachdatei sowie einer Anpassungsdatei für diese installieren Sie die drei Pakete bequem per Mausklick. Die kostenlos erhältliche Version auf der Homepage von Vision Objects läuft jedoch nur 30 Tage. Danach hilft nur noch der Griff zur Geldbörse weiter [2]: Die Vollversion kostet 39,95 Euro. In Kombination mit einem Calculator-Modul, das Rechenoperationen erlaubt, fallen 44,90 Euro an. Falls Sie nachträglich Bedarf für Zahlenspiele haben, bietet die Firma für 4,95 Euro einen Aktivierungscode für dieses Modul an.

RPM-Pakete

Im Test wollten wir unter anderem herausfinden, ob die Software außerhalb des Ubuntu-Biotops mit einer RPM-basierte Distribution zusammenspielt. Die Wahl fiel nicht zuletzt deshalb auf Mandriva Linux, weil dieses mit der bevorstehenden Einführung von 1,5 Millionen Classmate-PCs in Brasilien, die der Hersteller mit diesem System liefert, weltweit den bedeutendsten Marktanteil in diesem Segment für sich verbucht [3].

Zunächst galt es, jedes einzelne der Pakete im Terminal mit dem Befehl alien -r --scripts Datei.deb> in ein RPM-Paket zu konvertieren. Die anschließende Installation des Programms unter Mandriva schlug zunächst wegen einer nicht erfüllten Abhängigkeit fehl. Erst durch Ignorieren aller Abhängigkeiten mittels rpm -i --nodeps myscriptstylus-3.0.11.36-1.i386.rpm gelang die Installation.

Nach dem Einrichten der beiden für die deutsche Lokalisierung benötigten Pakete gelang der Start der Software mangels eines Eintrages in den Gnome-Menüs nur im Terminal. Dazu galt es zunächst ins Programmverzeichnis /opt/VisionObjects/myscriptstylus zu wechseln und dort ./MyScriptStylus aufzurufen. Überraschenderweise arbeitete die Software anschließend ohne jegliche Komplikationen und mit dem vollen Funktionsumfang. Die beim ersten Installationsversuch als vermeintlich fehlend bemängelte Bibliothek fand sich im Programmverzeichnis – hier liegt anscheinend ein Fehler beim Umwandeln der Pakete vom DEB- ins RPM-Format vor.

Um das Programm bequem per Stiftklick aus dem Anwendungsmenü starten zu können, galt es abschließend noch das Gnome-Menü über System | Einstellungen | Hauptmenü um einen entsprechenden Eintrag zu erweitern.

Ungewöhnliches Outfit

Unter Ubuntu gestaltet sich die Installation etwas einfacher: Hier legt die Installationsroutine im Gnome-Menü Anwendungen | Sonstige einen Eintrag MyScript Stylus an, sodass Sie die Applikation hier bequem per Mausklick starten. Das Programmfenster nimmt nur einen kleinen Teil des Bildschirms ein und weist keine Menüzeile auf. Stattdessen befinden sich einige Buttons oben und am rechten Rand des Fensters. Die oben links angeordneten drei Reiter gestatten durch Anklicken mit dem Stift unterschiedliche Bedienmodi: Der linke, voreingestellte Reiter dient der direkten Handschrifteneingabe.

Die niedergeschriebenen Wörter gleicht die Software noch während der Eingabe mit einer internen Datenbank ab und zeigt die gefundenen Begriffe in einzelnen Kästchen darunter an. Die handschriftliche Eingabe ist einzeilig möglich. Nach dem Erkennen des eingegebenen Textes übernimmt die Applikation diesen in die aktive Textdatei (Abbildung 1), sofern Sie ein Textverarbeitungsprogramm mit einem geöffneten Dokument gestartet haben.

Abbildung 1

Abbildung 1: Beste Kooperation mit der Textverarbeitung bietet MyScript Stylus.

Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie mit OpenOffice Writer, Abiword, Lotus Symphony oder einem anderen Editor arbeiten: MyScript Stylus setzt die erkannten Begriffe in die entsprechenden standardisierten Tastaturcodes zur Texteingabe um und arbeitet daher mit jedem Programm zusammen, das diese ebenfalls nutzt.

Der mittlere Reiter links oben im Programmfenster öffnet vier Rahmen, in die Sie jeweils einen Buchstabe mit dem Stift eingeben. Dieser Eingabemodus ist nicht primär für das Zusammenspiel mit einer Textverarbeitung gedacht, sondern dient dazu, Sonderzeichen oder Zahlen im Arbeitsblatt einer Tabellenkalkulation einzugeben. Die oben rechts befindlichen drei Buttons aktivieren dazu jeweils entweder die Buchstaben- oder Ziffernerkennung oder stellen auf die Sonderzeicheneingabe um.

Der dritte Reiter oben links öffnet im Eingabefenster eine virtuelle Tastatur. Anwendungen, bei denen die handschriftliche Eingabe wegen Ungenauigkeiten zu umständlich wäre, steuern Sie bei Bedarf hier per Tastatur. Diese bedienen Sie, indem Sie mit dem Stift auf die jeweiligen Tasten im Fenster von MyScript Stylus klicken. Im Fall von Benutzernamen und Passwörtern erweist sich die virtuelle Tastatur ebenfalls als zuverlässiger und oft sogar als unumgänglich, da das Keyboard die Groß- und Kleinschreibung beherrscht und obendrein in der deutschsprachigen Version Umlaute beherrscht (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Dank virtueller Tastatur meistern Sie auch den Anmeldevorgang mit Benutzernamen und Passwort.

MyScript Stylus legt beim Programmstart in der Panelleiste des Desktops ein Miniprogramm ab, das als Icon ein gelb eingefärbtes Blatt Papier mit einem Füllfederhalter zeigt. Schließen Sie das Hauptfenster mit einem Klick auf das entsprechende Element des Rahmens, bleibt die Instanz im Panel weiter aktiv. Durch einen Klick auf das Symbol holen Sie MyScript Stylus erneut in den Vordergrund. Nach einigen Sekunden Untätigkeit minimiert sich die Applikation ebenfalls automatisch in die Taskleiste.

Arbeiten Sie bei minimiertem Programm mit einer Applikation, in die Sie Zeichen eingegeben könnten, erscheint an der Cursoreingabe das Papiersymbol mit dem Füllfederhalter. Ein Klick mit dem Stift auf das Symbol öffnet das Programmfenster.

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Kommentare
myScriptStylus in Suse 12.3
Martin Frenkler (unangemeldet), Freitag, 06. September 2013 00:23:04
Ein/Ausklappen

Ich nutze myScriptStylus schon einige Jahre auf meinem x41t - zunächst mit verschiedenen openSuse 11-Versionen. Jetzt habe ich es mit Hilfe von alien und rpm-build auch wieder unter openSUSE 12.3 zum Laufen gebracht. Die Installationsreihenfolge ist ja vorgegeben und mein Vorwissen habe ich jedes Mal auch mitgenommen, indem ich aus meinen Home-Ordner den Ordner .myscriptstylus gerettet habe.


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