Compilebench

Ergänzend zum Benchmark mit Bonnie++, der mit relativ großen Dateien arbeitet, testen wir unter beiden Dateisysteme auch noch mit Compilebench, der auf relativ kleine Dateien spezialisiert ist. Er arbeitet mit den Kernelquellen als Basis und führt diverse Operationen aus, wie entpacken, kopieren, patchen und löschen. Als Wert gibt der Test jeweils die Transferraten in MByte/s aus.

Beim Compilebench scheint auf den ersten Blick die SSD mit Ext4 bessere Leistungen zu erbringen: Der Schreibdurchsatz erreichte beim Anlegen der Testverzeichnisse Werte von bis zu 200 MByte/s, mit Btrfs lagen die Bestleistungen bei lediglich 128 MByte/s. Sieht man sich jedoch die Testergebnisse im Detail an, so fällt auf, dass der Benchmark offenbar bei den ersten Messungen den Cache berücksichtigt und dadurch auf deutlich zu hohe Ergebnisse kommt. Erst nach dem zweiten Create-Vorgang pendeln sich die Ergebnisse auf reale Werte ein. Dieses Verhalten zeigt Compilebench unabhängig von der Art des Speichermediums, das Phänomen trat auch bei der Seagate Barracuda auf.

Berücksichtigt man diesen Effekt, schafft die Intel Serie 510 mit Ext4 bei den Create-Aufrufen im Compilebench einen Durchschnittswert von 103 MByte/s. Für Btrfs maßen wir ebenfalls 103 MByte/s als Mittelwert, wobei hier bei den Tests ein Ausrutscher von 58 MByte/s das Resultat nach unten zog. Beim Compilebench testeten wir zudem auch Ext2, um die Auswirkungen des Journalings zu untersuchen: Das schon etwas in die Jahre gekommene Dateisystem bringt es immerhin auf 96 MByte/s im Durchschnitt (Abbildung 3). Zum Vergleich: Die Seagate-Festplatte schaffte einen Durchsatz von 42 MByte/s bei den Create-Aufrufen.

Abbildung 3: Beim Compilebench-Vergleich liegen Ext4 und Btrfs gleich auf. Als Vergleich Ext2.

Fazit

Von einer SSD erwartet man eigentlich einen komplett lautlosen Betrieb. In unseren Tests mit Bonnie++ und Hdparm allerdings war bei den sehr schnellen Schreibvorgängen ein zwar leises, aber deutliches Fiepen zu hören. Im normalen Betrieb trat dieser Lärm nicht auf, nur bei den Stresstests.

Dass Intels neue SSD recht flott arbeitet, merkt man auch ohne Benchmarks. Ein Ubuntu-System startet von der MLC-Platte in weniger als 10 Sekunden, und jeder Rechner, der über einen SATA-Anschluss verfügt, arbeitet durch Intel Solid State Drive spürbar flotter.

Den versprochenen Wert von 450 MByte/s beim Lesen erreichte die SSD lediglich unter Ext4 im Bonnie++-Benchmark. An die von Intel angegebenen 210 MByte/s beim Schreiben kam unser Testexemplar der 510er-Serie hingegen bei keinem der Tests auch nur annähernd heran.

Infos

[1] Intel-Pressemeldung: http://tinyurl.com/lu1106-intel-ssd

[2] SSD-Test von Michael Fuckner http://tinyurl.com/lu1106-fuckner

[3] Compilebench: http://oss.oracle.com/~mason/compilebench/

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