Aktuelles

Neues rund um Linux

21.04.2011

ARM-Netbooks von Guillemot laufen 13 Stunden

In der Modellreihe Hercules E-Café (http://www.hercules.com/de/ecafe/) bringt die Guillemot Corporation zwei weitgehend baugleiche 10-Zoll-Netbooks mit ARM-CPU des Typs Cortex A8 Freescale i.MX515 (800 MHz) auf den Markt. Dank der Fähigkeit des verbauten Chipsatzes zur OpenGL-2D/3D-Grafikbeschleunigung spielen die Geräte laut Hersteller auch 720p-Videos ruckelfrei ab.

Als Betriebssystem dient jeweils das Guillemot-eigene Linux-Derivat eCafé Netbook Edition. Zur Softwareausstattung zählen unter anderem OpenOffice, Empathy für Instant Messaging, Gwibber für soziale Netze, Totem als Videoplayer und Rhythmbox für Audiodateien. Firefox, Spiele und weitere Multimedia-Applikationen hat Guillemot ebenfalls vorinstalliert. Ein Applikations-Downloadcenter lässt sich als kostenfreies Repository für weitere Anwendungen nutzen. Daneben lassen sich auch andere ARM-Linuxe aufspielen, zu denen auch Android zählen dürfte, das der i.MX515-Chipsatz der Geräte unterstützt.

Die lüfterlosen Geräte verfügen jeweils über 512 MByte RAM, eine Webcam (0,3 Megapixel) mit Mikrofon, drei USB-Anschlüsse, einen Mini-USB-Port, Ethernet-Anschluss, 801.11b/g/n-WLAN, Kopfhörer- und Mikrofonbuchsen sowie ein externes Kartenlesegerät (SD, MMC, SDHC). Der 10,1-Zoll-Bildschirm verfügt über eine Auflösung von 1024x600 Pixeln.

Bei einer Grundfläche von 300 x 171 Millimeter für beide Geräte weist das eine Modell, das E-Café Slim HD mit 2400-mAh-Akku (bis zu 4,5 Stunden Laufzeit), eine Dicke von 21 Millimetern und ein Gewicht von 860 Gramm auf. Das mit einem 6800-mAh-Akku ausgestattete Schwestergerät E-Café EX HD fällt 7 Millimeter dicker und rund 200 Gramm schwerer aus, läuft dafür aber laut Hersteller im gemischten WLAN/Multimedia-Betrieb bis zu 13 Stunden.

Die interne Speicherkapazität (Flash) beträgt bei beiden Modellen 8 GByte, die EX-Variante erweitert dies über eine im Lieferumfang enthaltene 8-GByte-SD-Karte auf 16 GByte. Beide Modelle lassen sich mittels SD-Card auf bis zu 72 GByte Flash-Speicher ausbauen. Das EX HD besitzt gegenüber dem Slim HD zusätzlich einen HDMI-Ausgang und Multimedia-Steuertasten an den Seitenteilen. Beide Modelle sind ab sofort zu Preisen von 200 Euro (Slim HD) beziehungsweise 250 Euro (Ex HD) im Handel.

Bis zu 13 Stunden Multimedia- und Surf-Vergnügen bietet laut Hersteller Guillemot das ARM-Netbook Hercules E-Café EX HD mit 6800-mAh-Akku.

LinuxTag 2011: Vortragsprogramm online

Clouds, Virtualisierung, Technik und Fakten für Administratoren: So überschreiben die Veranstalter das Programm des Linuxtags 2011 (http://www.linuxtag.org/2011/), der vom 11. bis 14. Mai auf Berliner Messegelände unter dem Funkturm stattfindet. Mit über 200 Vorträgen und Workshops verspricht die Konferenz Themenvielfalt.

Beim nun im Web veröffentlichten Vortragsprogramm unterscheidet das neunköpfige Linuxtag-Team unter anderem zwischen den Bereichen Open Source im Data Center, beim Cloud Management und bei Unternehmensapplikationen. Als Schwerpunkte für Admins finden sich Security, IPv6, Datenbanken und Virtualisierung im Angebot. Die Themen Java, Software Development und Web-Frameworks bedienen die Entwicklergemeinde.

Zu den eher exotischen Programmpunkten zählt die Vorstellung von Projekten zum von Google ausgelobten Lunar X-Prize, bei dem es um die Entwicklung eines unbemannten Fahrzeugs für eine Mondmission geht. Unter den Sprechern finden sich Wim Coekaerts, Oracles Vice President of Linux Engineering und Bradley M. Kuhn, Executive Director der Software Feedom Conservancy sowie Steve Coast, Gründer von Openstreetmap.

Foresight 2.5.0 erschienen

Nach fast zwei Jahren Pause ist nun wieder ein neues Release von Foresight Linux (http://www.foresightlinux.org) erschienen. Die Version 2.5.0 bringt unter anderem aktuelle Desktopumgebungen mit, wie Gnome 2.32.1, KDE 4.6.1 und XFCE 4.8. Als Kernel dient die Version 2.6.35.11, also die neueste mit Langzeit-Support durch die Kernelentwickler. Daneben testet das Foresight-Projekt derzeit den neuesten Kernel 2.6.38, der als Update in den Repositories erscheinen soll. Unter den aktualisierten Anwendungen in Foresight 2.5.0 findet sich auch der neue Mozilla-Browser Firefox 4. Foresight Linux verwendet das Rolling-Release-Modell, nach dem sich die Distribution ständig fortlaufend aktualisiert; als Paketmanager kommt Conary zum Einsatz.

Foresight Linux enthält Firefox 4, der nach dem ersten Update auf der Platte landet.

Ubuntu 9.10, OpenSuse 11.2 abgekündigt

Wie geplant läuft nach 18 Monaten zum 30. April 2011 die Unterstützung für Ubuntu 9.10 "Karmic Koala" aus, danach gibt es für dieses Release keine Aktualisierungen mehr (http://tinyurl.com/lu1105-ubu910). Damit steht ein Umstieg etwa auf die Long-Term-Support-Variante 10.04 "Maverick Meerkat" an, deren Lifecycle erst im April 2015 endet. Kurz nach dem Auslaufen von "Karmic" steht am 12. Mai 2011 auch das turnusgemäße Support-Ende für OpenSuse 11.2 an. Ab diesem Zeitpunkt liefern die Entwickler Version keine Security-Updates mehr (http://tinyurl.com/lu1105-os112). Höchste Zeit also auch hier für ein Upgrade, etwa auf die frisch erschienene OpenSuse 11.4 mit Rolling-Release-Option.

Gnome 3.0 noch im April

Trotz des viel beachteten Aprilscherzes von Release-Manager Vincent Untz – er hatte in seinem Blog am 1.4. eine Verschiebung des Gnome-3.0-Releases auf September 2011 "angekündigt" (http://tinyurl.com/lu1105-gnome) – stand bei Drucklegung dieses Hefts Gnome 3.0 kurz vor der finalen Veröffentlichung. Nach dem letzten Stand sollten am 4. April vor Mitternacht UTC die finalen Tarballs von Gnome 3.0.0 auf den Servern liegen (http://tinyurl.com/lu1105-gno3). Wer sich vorab schon einmal einen Eindruck von den Fähigkeiten des neuen Gnome-Desktops verschaffen möchte, kann das anhand zweier Live-CDs tun: Zum einen gibt es seit längerem eine laufend aktualisierte, auf OpenSuse basierende Live-Variante (http://gnome3.org/tryit.html), die Sie auch auf der Heft-DVD zu dieser Ausgabe finden. Zum anderen haben die Fedora-Entwickler brandneu eine auf Fedora 15 basierende Spielart erstellt, die neben dem Ausblick auf Gnome 3 auch einen auf die nächste Release der Red-Hat-Community-Distro mit ihren technischen Neuerungen bietet (http://tinyurl.com/lu1105-fed-gno3).

Das neue Gnome 3 bricht komplett mit der bisherigen Desktop-Metapher und bringt einen kompletten Paradigmenwechsel.

Novell vermarktet LibreOffice

Mit einem kostenpflichtigen Angebot für Firmen steigt Novell in die Vermarktung von LibreOffice ein. Versehen mit "Enterprise Class Support" ersetzt die Libre-Office-Suite das bestehende Angebot "Openoffice.org Novell Edition". LibreOffice mit den Novell-Services enthält das Libre-Office-Paket und Installationssupport nebst Support bei Problemen (http://www.novell.com/products/libreoffice/). Als Listenpreis nennt Novell für einen Jahresvertrag 120 US-Dollar pro Gerät.

Lin-HaBu fit für 2012

In Lin-HaBu 11.1 hat der Hersteller MC Richter unter anderem einen lästigen Fehler in der Druckfunktion des Buchhaltungs- und Fakturierungsprogramms behoben. Linux-Nutzer können nun dank der überarbeiteten Bibliothek die Standarddruckfunktionen nutzen. Desweiteren baut Lin-HaBu (http://tinyurl.com/lu1105-mcrichter) für die von den Steuerbehörden für 2012 angekündigte Änderung vor: Das Übertragungsverfahren ERiC ersetzt das dann nicht mehr unterstützte COALA alias Elster 2. Die ERiC-Bibliotheken liegen nativ vor, was den bisher nötigen Umweg über Java spart. Die Buchhaltungssoftware gibt es in verschiedenen Kategorien mit unterschiedlichen Ausstattungen, vom Nur-FiBu-Paket "Bronze" für 40 Euro bis zur "Diamant"-Server-Ausgabe mit allen Modulen und Mehrplatzfähigkeit.

PCC nach 30 Jahren fast stabil

Den insbesondere von Debian gepflegten Entwickler-Grundsatz "Es ist fertig, wenn es fertig ist" treibt der Portable C Compiler (http://pcc.ludd.ltu.se) auf die Spitze: Anfang April erschien nach über 30 Jahren die erste Beta einer Stable-Version PCC 1.0. Der seit Mitte der Siebziger Jahre entwickelte PCC war seinerzeit einer der ersten nicht maschinenspezifischen Compiler für die Programmiersprache C, der sich relativ einfach für verschiedene Plattformen anpassen ließ, und diente vor dem Auftauchen von GCC als Basis für die meisten C-Compiler. Nach vielen Jahren des Stillstands entwickelte ab 2007 ein Team rund um Anders Magnusson PCC wieder weiter, sodass demnächst das Stable-Release erfolgen könnte (http://pcc.ludd.ltu.se/1.0_release/). Der hauptsächlich für die BSD-Welt interessante Compiler steht unter der BSD Licence, unterstützt den Standard C99 und bedient vorrangig die Plattformen i386 und AMD64. Er kompiliert auch die meisten Linux-C-Programme, nicht aber den Kernel. Laut Aussagen der Entwickler arbeitet er dafür aber fünf bis zehn Mal schneller als der GCC.

Kurz notiert

Auch beim Codenamen für Ubuntu 11.10 bleibt Mark Shuttleworth seiner Vorliebe für exotische Adjektive treu: Die im Herbst erscheinende Release wird auf den Namen Oneiric Ocelot hören (http://www.markshuttleworth.com/archives/646). Die traumhafte Pardelkatze soll nach derzeitigem Planungsstand Mitte Oktober 2011 erscheinen.

Der im März erschienene neue Kernel 2.6.38 bringt laut Linus Torvalds Updates für Dateisysteme und Treiber sowie mehr Performance (http://tinyurl.com/lu1105-kernel). Für den möglichen Leistungszuwachs sorgt der verstärkte Einsatz von Read-Copy Update (RCU) im Virtual-Filesystem bei der Namenssuche.

Das Projekt LibreOffice hat seine erste Konferenz angekündigt, die vom 12. bis 15. Oktober 2011 in Paris stattfindet. Die Veranstaltung (http://conference.libreoffice.org) soll an die Tradition der bisherigen OOo-Cons anknüpfen und sich mit der Entwicklung freier Bürosoftware, freien Standards und dem Open-Document-Format beschäftigen.

In den bis weitgehend englischsprachigen KDE-Community-Foren gibt es seit Ende März mit http://forum.kde.org/viewforum.php?f=204 auch einen deutschsprachigen Bereich. Hier können heimische KDE-Benutzer nun endlich auch in ihrer Muttersprache über Probleme um KDE und die große Software-Landschaft drumherum berichten und sich gegenseitig zur Seite stehen.

Mit dem brandneuen Desktop XFCE 4.8.1 wartet das Slackware-Derivate Zenwalk 7.0 auf (http://www.zenwalk.org). Daneben ersetzen in dieser Version erstmals Udev und GIO das bislang verwendete HAL. Als Kernel dient Version 2.6.37.4 mit BFS-Scheduler, die Anwendungsausstattung umfasst unter anderem LibreOffice 3.3.1, Icecat 3.6.15 und Icedove 3.0.4.

Als Ableger des Open-Movies "Sintel" entsteht im Rahmen des Game Contests der Blender Foundation gerade Sintel The Game (http://sintelgame.org), das locker auf der Handlung des Films basiert. Eine erste Pre-Demo des Spiels, die als Basis ein installiertes Blender 2.5 voraussetzt, steht jetzt zum Download bereit.

Mit der Anerkennung des zuständigen technischen Komitees bei OASIS hat die Spezifikation 1.2 des Open Document Format nun die abschließende Zustimmung von OASIS vor sich (http://tinyurl.com/lu1105-odf12). Unter anderem will Spezifikation 1.2 die Vereinheitlichung beim Umgang mit Formeln und Berechnungen in Tabellen festlegen.

In der Version LM-Sensors 3.3.0 unterstützt das freie Softwarepaket zur Hardware-Überwachung (http://lm-sensors.org) auch Sensoren für den Verschlusszustand des Rechnergehäuses sowie für Feuchtigkeit. Für bestehende Sensoren gibt es neue Attribute, Coretemp findet nun alle CPUs im System. Eine Liste neu erkannter Hardware-Komponenten findet sich im Changelog.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 01/2015: E-Books im Griff

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

ICEauthority
Thomas Mann, 17.12.2014 14:49, 2 Antworten
Fehlermeldung beim Start von Linux Mint: Could not update ICEauthority file / home/user/.ICEauth...
Linux einrichten
Sigrid Bölke, 10.12.2014 10:46, 5 Antworten
Hallo, liebe Community, bin hier ganz neu,also entschuldigt,wenn ich hier falsch bin. Mein Prob...
Externe USB-Festplatte mit Ext4 formatiert, USB-Stick wird nicht mehr eingebunden
Wimpy *, 02.12.2014 16:31, 0 Antworten
Hallo, ich habe die externe USB-FP, die nur für Daten-Backup benutzt wird, mit dem YaST-Partition...
Steuern mit Linux
Siegfried Markner, 01.12.2014 11:56, 2 Antworten
Welches Linux eignet sich am besten für Steuerungen.
Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 5 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...